Nahaufnahme einer zusammenhängenden Solarmodulfläche als Beispielmotiv

PV-Anlage mit 30 kWp: Kosten, Ertrag und Steuergrenze 2026

Jens Burkhardt
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Aktualisiert: 10. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Eine PV-Anlage mit 30 kWp kostet schlüsselfertig 32.300 € , mit einem 15-kWh-Stromspeicher 38.100 € . Sie erzeugt rund 28.950 kWh Solarstrom im Jahr und belegt mit 64 Modulen etwa 150 m² Dachfläche.

30 kWp ist eine wichtige steuerliche und netzrechtliche Grenze, aber keine allgemeine Obergrenze für private Anlagen. Die tatsächliche Modulleistung und die Zahl der Wohn- oder Gewerbeeinheiten sind entscheidend.

Das Wichtigste in Kürze
  • Preis mit Speicher: 38.100 € mit 15-kWh-Speicher, ohne Speicher 32.300 €
  • Preis pro kWp: 1.075 € , der günstigste Kilowattpreis der gesamten Reihe
  • Wirtschaftlichkeit: im Modell mit 6.000 kWh Verbrauch und 15-kWh-Speicher 12,1 Jahre Amortisation, 6,2 % Rendite
  • Jahresertrag: 28.950 kWh, das entspricht 79 kWh pro Tag im Mittel
  • Platzbedarf: 64 Module mit je 470 Wp auf rund 150 m² Dachfläche
  • Steuergrenze: 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, zusätzlich höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem; tatsächliche Modulleistung prüfen

30 kWp Photovoltaik: aktuelle Preise

Eine schlüsselfertige 30-kWp-Anlage mit 15-kWh-Speicher kostet 38.100 € im Durchschnitt. Die modellierten Schwellen für günstige und teure Angebote liegen bei 32.300 € und 44.900 € . Ohne Speicher sinkt der Preis auf 32.300 € .

Der spezifische Preis beträgt 1.075 € pro Kilowatt-Peak und ist damit der niedrigste Wert der gesamten Größenreihe. Eine 25-kWp-Anlage liegt bei 1.160 € , eine 20-kWp-Anlage bei 1.272 € . Die Degression flacht in diesem Bereich deutlich ab: Zwischen 25 und 30 kWp sinkt der Kilowattpreis nur noch um 9 Prozent.

Der Stromspeicher mit 15 kWh kostet rund 5.900 € , also 390 € pro Kilowattstunde. Die Preise sind Modellwerte aus dem Echtsolar-Kostenindex mit Angebotsdaten bis September 2026, keine Preiszusage für ein einzelnes Dach.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

Die Angebotspreise sind 2026 wieder gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt der Index +10,9 % , nach einem Tiefpunkt im April 2026. Der Index zeigt die Preisänderung, belegt aber nicht deren Ursachen. Modulbeschaffung, Logistik und Nachfrage können sich unterschiedlich auswirken; aus der geplanten EEG-Novelle folgt keine sichere Kaufdeadline.

Was kostet der laufende Betrieb?

Der Betrieb kostet 695 € pro Jahr mit Speicher, ohne Speicher 470 €. Enthalten sind Versicherung, Messstellenbetrieb, Wartung und die Rücklage für den späteren Ersatz von Wechselrichter und Speicher.

Für die PV-bezogene Messkostenannahme setzen wir 190 Euro im Jahr an. Nach §§ 29 und 30 MsbG liegen die Leistungsgrenzen bei mehr als 7, 15 und 25 kW. Die Beträge für intelligentes Messsystem und Steuerung sind Preisobergrenzen bei entsprechender Ausstattung, keine sofortige Pflichtpauschale. Hoher Netzbezug oder steuerbare Verbraucher können einen anderen Einbaufall auslösen.

Wie sich der Anlagenpreis auf die einzelnen Komponenten verteilt, zeigt die Kostenaufschlüsselung unserer 10-kWp-Referenzanlage.

Lohnt sich eine PV-Anlage mit 30 kWp?

Im Modellfall ja. Bei 6.000 kWh Jahresverbrauch amortisiert sich die Anlage mit 15-kWh-Speicher nach 12,1 Jahren bei 6,2 Prozent nominaler Rendite und rund 37.300 Euro Gewinn über 25 Jahre. Ohne Speicher sind es 13,6 Jahre und 4,8 Prozent.

Gerechnet mit 6.000 kWh Haushaltsverbrauch, 965 kWh/kWp, 37 ct/kWh Strompreis und 2 Prozent jährlichem Anstieg, 0,5 Prozent Moduldegradation, 25 Jahren und Eigenkapital. Speicher: 20 Prozent Umwandlungsverlust und 1 Prozent Kapazitätsverlust pro Jahr. Geräteersatz nach 15 Jahren zu 50 Prozent des angesetzten Kaufpreises; keine zusätzlichen Rücklagen im Cashflow. Die Betriebskosten oben enthalten dagegen Rücklagen. Normierter Januarstart mit manuell 252 Monaten EEG zu 7,01 ct/kWh, danach 4 ct/kWh als ungesicherte Annahme. Keine reale Januar-2026-Inbetriebnahme und keine Simulation negativer Börsenpreise, Abregelung oder individueller Wärmepumpen-/Ladeprofile.

FallInvestitionAmortisationRendite (IRR)Gewinn 25 Jahre
ohne Speicher 32.300 € 13,6 Jahre4,8 %22.581 €
mit 10-kWh-Speicher 36.400 € 11,6 Jahre6,7 %37.675 €
mit 15-kWh-Speicher 38.100 € 12,1 Jahre6,2 %37.280 €
mit 30-kWh-Speicher 43.000 € 13,2 Jahre5,0 %32.223 €

Die Speichergröße ist eine Vergleichsannahme, keine pauschale Empfehlung. Rendite bezeichnet den internen Zinsfuß (IRR); Gewinn ist der nominale Überschuss nach Investition, laufenden Kosten und Ersatzkäufen. Ein günstigerer Stromtarif oder weniger Eigenverbrauch kann das Ergebnis verschlechtern. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung muss deshalb mit dem konkreten Angebot und Verbrauchsprofil wiederholt werden.

Die Eigenverbrauchsquote zählt hier direkten Verbrauch plus Speicherladung, also einschließlich Speicherverlusten. Die Autarkie bezieht sich dagegen auf den tatsächlich gedeckten Haushaltsverbrauch nach diesen Verlusten.

Bei 4.500 statt 6.000 kWh Jahresverbrauch erreicht dieselbe Anlage mit Speicher im Modell 13,6 Jahre Amortisation und 4,8 Prozent Rendite. Ein höherer Jahresverbrauch allein belegt keinen entsprechenden Vorteil einer Wärmepumpe: Entscheidend ist, wann der Strom benötigt wird.

Die verwendeten Vergütungssätze sind von der Bundesnetzagentur für Inbetriebnahmen vom 01.08. bis 31.12.2026 veröffentlicht. Oberhalb von 10 kWp wird der Satz nach Leistungsanteilen gewichtet; Sonderregeln wie vergütungsfreie Zeiten sind in der Modellrechnung nicht abgebildet.

Wie viel Strom erzeugt eine 30-kWp-Anlage?

Eine 30-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland rund 28.950 kWh Solarstrom pro Jahr, im Mittel also 79 kWh am Tag. Grundlage ist die Rechenannahme von 965 kWh/kWp aus der in unseren Faktenstandards dokumentierten SFV-Auswertung 2011–2025. Das ist keine Ertragsgarantie für ein einzelnes Dach. Mit beispielhaft 770–1.060 kWh/kWp ergeben sich 23.100–31.800 kWh im Jahr. Das ist eine Rechenspanne, keine feste Unter- oder Obergrenze. Standort, Neigung und Verschattung können zu anderen Ergebnissen führen.

Die folgende Rechenreihe verwendet die dokumentierten Monatsmittel 2023–2025 mit insgesamt 27.780 kWh. Der Jahresrichtwert 28.950 kWh stammt aus dem längeren Zeitraum 2011–2025; die Datenbasen sind verschieden.

MonatErtragMonatErtrag
Januar690 kWhJuli3.600 kWh
Februar1.260 kWhAugust3.480 kWh
März2.340 kWhSeptember2.730 kWh
April3.120 kWhOktober1.500 kWh
Mai3.810 kWhNovember750 kWh
Juni3.990 kWhDezember510 kWh

Die drei Wintermonate Dezember bis Februar ergeben in der Monatsreihe 2.460 kWh, rund 9 Prozent ihrer Jahressumme von 27.780 kWh. Die Monatsreihe nutzt 2023–2025, der Jahresrichtwert oben 2011–2025. Das Verhältnis Winter zu Sommer liegt bei etwa 1 zu 4,5.

Mit einem 15-kWh-Speicher erreicht ein Haushalt mit 6.000 kWh Verbrauch eine Eigenverbrauchsquote von 19 Prozent und 81 Prozent Autarkie. Die niedrige Eigenverbrauchsquote ist kein Planungsfehler: Die Anlage erzeugt das Fünffache dessen, was der Haushalt verbrauchen kann. Details zum Photovoltaik-Ertrag, eine standortgenaue Prognose liefert der Ertragsrechner.

30 kWp auf dem Dach: Fläche und Module

Für rund 30 kWp passen beispielsweise 64 Module mit je 470 Wp: Zusammen sind das 30,08 kWp und damit mehr als 30 kWp. Wer höchstens 30 kWp bleiben möchte, kann beispielsweise 63 Module à 470 Wp mit 29,61 kWp oder 60 Module à 500 Wp mit genau 30 kWp prüfen; die Modulflächen können dabei abweichen. Die Berechnungen dieses Artikels verwenden die gerundete Vergleichsgröße 30 kWp. Die 64 angenommenen 470-Wp-Module belegen bei je 2 m² insgesamt 128 m² Modulfläche, mit Randabständen und Belegungsverlusten sind rund 150 m² freie Dachfläche einzuplanen.

Das hier angenommene Modulformat von 1.762 × 1.134 mm entspricht rund 2,0 m²; konkrete Produkte können abweichen. Als Faustregel gilt auf dem Schrägdach 0,2 kWp pro Quadratmeter Dachfläche. Mit beispielhaft 450 Wp ergeben 67 Module 30,15 kWp; 75 Module à 400 Wp ergeben 30,00 kWp. An rechtlichen Leistungsgrenzen zählt die tatsächliche Summe der Modulnennleistungen. Mehr dazu unter kWp pro m².

Für ein Flachdach ergeben die groben Planungswerte unseres Flachdachrechners etwa 300–450 m² bei Süd-Aufständerung und 210–300 m² bei Ost-West. Das ersetzt keinen Belegungsplan mit Reihenabständen, Randzonen und Statik.

Welche Grenzen sind bei 30 kWp zu beachten?

Bei 30 kWp sind mehrere unterschiedliche Grenzen zu beachten. Die Anlage bleibt nicht allein wegen dieser Leistung automatisch ohne steuerlichen oder rechtlichen Aufwand.

Für neue Gebäudeanlagen können Einnahmen und Entnahmen nach § 3 Nr. 72 EStG bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und insgesamt höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem oder Mitunternehmerschaft steuerfrei sein. Davon getrennt gilt der Nullsteuersatz für Lieferung und Installation nach § 12 Abs. 3 UStG. Die dortige 30-kWp-Vermutungsregel ist keine absolute Obergrenze des Nullsteuersatzes.

Bei einem Gebäude mit nur einer begünstigten Einheit überschreitet eine Anlage mit 30,08 kWp die anlagenbezogene Einkommensteuergrenze. Mehrere Wohn- oder Gewerbeeinheiten können die maßgebliche Grenze erhöhen; zusätzlich bleibt die personenbezogene 100-kWp-Grenze zu prüfen. Das ist kein allgemeines Verbot größerer privater Anlagen.

Für den Netzanschluss gelten nach § 8 EEG besondere Regeln für Anlagen bis insgesamt 30 kW auf Grundstücken mit bestehendem Anschluss. Seit 2025 regelt Absatz 7 das Portalverfahren und die Monatsfrist. Ein Fristablauf ersetzt weder die technischen Anschlussregeln noch die fachgerechte Installation.

Die Vergütung ist davon unabhängig gestaffelt. Für die von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Inbetriebnahmen August bis Dezember 2026 ergeben sich bei genau 30 kWp 7,01 ct/kWh Teileinspeisung und 10,90 ct/kWh Volleinspeisung. Bei 37 ct/kWh Haushaltsstrom liegt die reine Erlösschwelle ohne Speicher bei rund 13 Prozent direktem Eigenverbrauch. Speicher- und Messkosten sind in dieser einfachen Schwelle nicht enthalten.

Für wen passt eine Anlage mit 30 kWp?

30 kWp passt zu landwirtschaftlichen Betrieben, Mehrfamilienhäusern und großen Grundstücken mit mehreren Dächern, außerdem zu Haushalten mit Wärmepumpe, E-Auto und einem entsprechend großen Dach.

Wer den Strom nicht selbst verbrauchen kann, sollte vor der Entscheidung zwei Dinge prüfen: ob der vorhandene Netzanschluss die Einspeiseleistung aufnimmt und ob die Anlage über mehrere Wohneinheiten hinweg geplant werden kann, weil sich die Steuergrenze dann entsprechend vervielfacht. Welche Größe zu welchem Verbrauch passt, zeigt der Vergleich der Größen für Einfamilienhäuser.

Das gehört in ein Angebot über 30 kWp

Bei dieser Leistung unterscheiden sich Angebote vor allem in der technischen Auslegung. Fünf Positionen lohnen die genaue Prüfung:

  • Wechselrichter: Anzahl, Leistung und MPP-Tracker nach Dachflächen und elektrischen Grenzen auslegen; auch ein Gerät kann mehrere Ausrichtungen bedienen
  • Strangaufteilung: Module unterschiedlicher Ausrichtung gehören an getrennte MPP-Tracker
  • Netzanschluss: Anpassung des Hausanschlusses oder ein eigener Zählerplatz sind bei dieser Leistung häufig nötig und gehören ins Angebot
  • Tatsächliche Modulleistung: Wer die 30-kWp-Grenze einhalten will, darf sie nicht überschreiten; genau 30,00 kWp sind eingeschlossen
  • Speicher: kleinere und größere Kapazitäten anhand des Lastprofils und der Mehrkosten vergleichen

Dazu kommen Module, Montagesystem, Verkabelung, Überspannungsschutz, Abstimmung von Messsystem und Steuerung mit dem Messstellenbetreiber, Gerüst, Montage, Netzanmeldung, Eintrag im Marktstammdatenregister und Inbetriebnahme.

Den Vergütungssatz für diese Anlagengröße liefert der Einspeisevergütungs-Rechner.

Von 30 kWp zum konkreten Angebot

Eine 30-kWp-Anlage mit 15-kWh-Speicher kostet im Schnitt 38.100 € . Im beschriebenen Modellfall mit 6.000 kWh Jahresverbrauch ergeben sich 12,1 Jahre Amortisation. Ob das zu Ihrem Dach passt, hängt vom konkreten Angebot, dem Ertrag und dem Verbrauchsprofil ab.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel erhalten Sie bis zu fünf Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region. Nötig sind nur wenige Eckdaten, das dauert rund eine Minute. Der Vergleich ist kostenlos und unverbindlich.

Lassen Sie sich die im Marktstammdatenregister einzutragende Modulleistung schriftlich bestätigen. Schon kleine Rundungsunterschiede können eine maßgebliche Leistungsgrenze überschreiten; die Zahl der begünstigten Einheiten ist ebenfalls zu berücksichtigen.