Illustration eines Hauses und Carports mit Solarmodulen und einem Auto

Wie viel Photovoltaik für ein E-Auto? Größe der PV-Anlage

Jens Burkhardt
LESEDAUER: 7 MINUTEN
Aktualisiert: 5. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Für ein E-Auto mit 15.000 km Jahresfahrleistung und angenommenen 20 kWh/100 km einschließlich Ladeverlusten entsprechen 3.000 kWh Fahrstrom bilanziell rund 3,1 kWp Photovoltaik. Das ist der zusätzliche Jahresenergiebedarf, keine Zusage vollständig solaren Ladens. Wie viel PV-Strom tatsächlich ins Auto fließt, hängt vor allem von Ladezeiten, Überschuss und Ladeleistung ab.

Das Wichtigste in Kürze
  • Jahresbilanz: 3,1 kWp für 15.000 km bei angenommenen 20 kWh/100 km und 965 kWh/kWp.
  • Eine bilanzielle Deckung bedeutet keine vollständige Versorgung zu jeder Ladezeit.
  • Studie: bei 10.000–15.000 km Fahrleistung 46 % Solar-Ladeanteil mit 5–10 kWp, 62 % mit 15–20 kWp im untersuchten Bestand.
  • Ladeverluste nur einmal berücksichtigen; ein Verbrauch am Ladeanschluss enthält sie bereits.
  • Überschussladen: häufig etwa 1,4 kW einphasig oder 4,1 kW dreiphasig als technische Untergrenze.
  • Ein Heimspeicher ist keine Voraussetzung fürs Solarladen und muss separat wirtschaftlich geprüft werden.

Wie viel Photovoltaik braucht man für ein E-Auto?

Der bilanzielle PV-Bedarf ergibt sich aus Fahrleistung mal Stromverbrauch, geteilt durch den spezifischen Jahresertrag. Mit einem ausdrücklich angenommenen Verbrauch von 20 kWh/100 km sind es rund 1,04 kWp je 5.000 km Jahresfahrleistung.

JahresfahrleistungStrombedarf bei 20 kWh/100 kmBilanzielle PV-Leistung bei 965 kWh/kWp
5.000 km1.000 kWh1,04 kWp
10.000 km2.000 kWh2,07 kWp
15.000 km3.000 kWh3,11 kWp
20.000 km4.000 kWh4,15 kWp
25.000 km5.000 kWh5,18 kWp

Diese Leistung kommt bilanziell zum übrigen Bedarf hinzu. Beispiel: 4.000 kWh Haushalt plus 3.000 kWh Fahrstrom ergeben 7.000 kWh. Bei 965 kWh/kWp entsprechen sie rund 7,25 kWp Jahresenergie-Äquivalent, nicht einer bewiesenen optimalen Anlagenleistung.

Eine größere geeignete Dachbelegung kann mehr zeitgleichen Überschuss und mehr Winterertrag liefern. Ein pauschales Mindestmaß von 10 kWp gilt jedoch nicht: Auch kleinere Anlagen können ein Auto teilweise solar laden. Die Größe der Solaranlage sollte anhand mehrerer Dach- und Verbrauchsvarianten geplant werden.

Wie viel Strom verbraucht ein E-Auto wirklich?

Für die Planung zählt möglichst der gemessene Strom am Ladeanschluss pro gefahrenem Kilometer. Fahrzeuggröße, Geschwindigkeit, Temperatur und Ladeverfahren verändern den Bedarf; 20 kWh/100 km sind hier eine Rechenannahme, kein behaupteter Flottenmittelwert.

Verbrauch einschließlich LadeverlustenFahrstrom für 15.000 kmBilanzielle PV-Leistung
15 kWh/100 km2.250 kWh2,33 kWp
18 kWh/100 km2.700 kWh2,80 kWp
20 kWh/100 km3.000 kWh3,11 kWp
25 kWh/100 km3.750 kWh3,89 kWp
30 kWh/100 km4.500 kWh4,66 kWp

Ein reiner Bordcomputer-Verbrauch kann Ladeverluste auslassen. Der ADAC Ecotest ermittelt den Verbrauch einschließlich Ladeverlusten. Solche Werte dürfen nicht noch einmal pauschal um denselben Verlustaufschlag erhöht werden.

Die ADAC-Untersuchung vom August 2026 mit fünf Fahrzeugen zeigt die Bedeutung der Ladeleistung: Bei maximal möglicher Wallbox-Leistung lagen die Verluste jeweils unter 7 %, bei reduziertem Laden mit 4,2 kW unter 13 %. Das sind Ergebnisse dieser Testauswahl, keine universellen Grenzen. Für regelmäßiges Laden empfiehlt der ADAC eine geeignete Wallbox statt der Haushaltssteckdose.

Warum reicht die bilanzielle Betrachtung nicht?

Die Jahresbilanz verrechnet Sommerüberschüsse mit Winterbedarf und Tageserzeugung mit nächtlichem Laden. Physisch steht diese Energie nicht automatisch zur gewünschten Ladezeit zur Verfügung. Auch der Haushalt verbraucht einen Teil der PV-Erzeugung.

Die HTW-Studie „Solares Laden von Elektrofahrzeugen“ von 2025 untersucht 730 Wohngebäude anhand von Fronius-Betriebsdaten. Bei 10.000–15.000 km Jahresfahrleistung nennt sie mittlere Solar-Ladeanteile von 46 % mit 5–10 kWp und 62 % mit 15–20 kWp. Die Werte beschreiben diese untersuchten Konstellationen, nicht alle Haushalte.

Dynamisches Überschussladen erhöht den Solaranteil im Studienvergleich im Mittel um 25 Prozentpunkte gegenüber ungesteuertem Laden, ein Heimspeicher um 9 Prozentpunkte. Diese Effekte dürfen nicht als garantiertes Plus auf jeden einzelnen Haushalt aufaddiert werden. Wer das Auto häufig tagsüber anschließt, hat andere Voraussetzungen als jemand, der ausschließlich nachts lädt.

Das saisonale Problem beim Laden mit Photovoltaik

Im dokumentierten Monatsmodell dieser Website entfallen auf Dezember bis Februar rund 9 % des Jahresertrags. Bei 10 kWp sind das zusammen 820 kWh, bevor Haushalt, Speicherverluste und andere Verbraucher berücksichtigt werden.

Monatliche Rechenerträge für 10 kWp Jan: 230 kWh; Feb: 420 kWh; Mär: 780 kWh; Apr: 1.040 kWh; Mai: 1.270 kWh; Jun: 1.330 kWh; Jul: 1.200 kWh; Aug: 1.160 kWh; Sep: 910 kWh; Okt: 500 kWh; Nov: 250 kWh; Dez: 170 kWh. Summe: 9.260 kWh. Rechenreihe, keine Messung einer Einzelanlage. 0 350 700 1.050 1.400 kWh Jan: 230 kWh Jan Feb: 420 kWh Feb Mär: 780 kWh Mär Apr: 1.040 kWh Apr Mai: 1.270 kWh Mai Jun: 1.330 kWh Jun Jul: 1.200 kWh Jul Aug: 1.160 kWh Aug Sep: 910 kWh Sep Okt: 500 kWh Okt Nov: 250 kWh Nov Dez: 170 kWh Dez
Festgelegtes Rechenbeispiel 10 kWp: frühere Monatsbasis 2023–2025 mit 9.260 kWh Jahressumme, kein aktueller Datenbankabruf. Die Jahresannahme von 965 kWh/kWp ist davon getrennt.

Die Grafik nutzt die dokumentierte Monatsreferenz 2023–2025 mit 9.260 kWh Jahressumme bei 10 kWp. Sie ist von der langjährigen Jahresreferenz 2011–2025 mit 9.650 kWh zu unterscheiden. Beide Datenreihen beschreiben unterschiedliche Zeiträume, keine Messung des eigenen Hauses.

Aus einer Jahressumme lässt sich keine durchgehend verfügbare Ladeleistung ableiten. Im Winter können einzelne Tage wenig oder keinen nutzbaren Überschuss liefern. Gleichzeitig können Kälte und Innenraumheizung den Fahrzeugverbrauch erhöhen. Eine größere Anlage hilft bei der Erzeugung, garantiert aber keine Vollversorgung. Weitere Hintergründe stehen unter Photovoltaik-Ertrag.

PV-Überschussladen: So lädt das E-Auto mit Solarstrom

Eine steuerbare Wallbox mit kompatiblem Energiemanagement kann die Ladeleistung an den Überschuss am Netzanschlusspunkt anpassen. So konkurriert sie weniger mit dem übrigen Hausverbrauch. Die Kommunikation zwischen Zähler, Energiemanager, Wallbox und Fahrzeug muss zum konkreten System passen.

Bei häufig verwendeten 6 A Mindestladestrom ergeben sich mit nominal 230 V rund 1,38 kW einphasig beziehungsweise 4,14 kW dreiphasig. Fahrzeug und Wallbox können weitere Bedingungen haben. Eine automatische Phasenumschaltung kann kleinere Überschüsse erschließen; konkrete Beispiele und Voraussetzungen beschreibt etwa die Fronius-Bedienungsanleitung.

Die folgende Rechnung bezieht sich auf 28 kWh Energie am Ladeanschluss, entsprechend 140 km bei angenommenen 20 kWh/100 km einschließlich Verlusten. Sollten 28 kWh tatsächlich in der Batterie ankommen, wären die Verluste zusätzlich zu berücksichtigen.

Durchschnittliche Leistung am LadeanschlussDauer für 28 kWh
11 kW2,5 h
5 kW5,6 h
3 kW9,3 h
2 kW14,0 h
1,4 kW20,0 h

Die Dauer setzt konstante mittlere Leistung voraus. Bei Wolken oder Ladepausen verlängert sich das Zeitfenster. Langsames Laden maximiert nicht automatisch die Gesamteffizienz, weil die Fahrzeugelektronik während des Ladens ebenfalls Energie braucht.

Anmeldung und steuerbarer Netzbezug

Nach § 19 NAV sind Ladeeinrichtungen vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anzumelden. Übersteigt ihre Summen-Bemessungsleistung je elektrischer Anlage 12 kVA, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung nötig. Die Regel betrifft nicht nur eine einzelne 22-kW-Wallbox.

Für neue nicht öffentliche Wallboxen in Niederspannung mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung gelten seit 2024 grundsätzlich die Regeln nach § 14a EnWG. Die Bundesnetzagentur unterscheidet die Reduzierung des Netzbezugs von zusätzlicher Versorgung aus eigener PV. Bei direkter Steuerung eines einzelnen Ladepunkts bleiben grundsätzlich mindestens 4,2 kW Netzbezug; bei Energiemanagement mit mehreren Geräten gelten eigene Berechnungsregeln. Reduzierte Netzentgelte hängen von gewähltem Modul und örtlichem Netzgebiet ab, nicht von einer universellen jährlichen Pauschale.

Was kostet das Laden mit eigenem Solarstrom?

Für eine vorhandene Anlage ist beim zusätzlichen direkten Solarladen vor allem die entgangene Einspeisevergütung mit dem vermiedenen Strompreis zu vergleichen. Für die Entscheidung über eine neue Anlage müssen dagegen Investition, Ertrag, Betrieb und Lebensdauer gemeinsam gerechnet werden.

Beispiel mit ausdrücklich angenommenen 37 ct/kWh Bezugsstrom und 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung: 1.500 kWh direkt ins Auto geladener PV-Überschuss vermeiden 555 € Strombezug, kosten aber 115,50 € entgangene Einspeiseerlöse. Der Unterschied beträgt 439,50 € pro Jahr vor weiteren Kosten. Es handelt sich nicht um eine Amortisationsrechnung der Wallbox oder PV-Anlage.

Beim Umweg über einen Heimspeicher kommen Verluste, Verschleiß und Investition hinzu. Ein Speicher ist daher nicht automatisch die günstigste Ergänzung fürs Auto. Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik und die Speicherauslegung werden separat behandelt. Öffentliche Ladetarife und THG-Prämien sind vertrags- und zeitabhängig und bestimmen nicht den bilanziellen PV-Bedarf.

PV-Anlage fürs E-Auto planen: Angebote mit Wallbox vergleichen

Für 15.000 km ergeben sich im Rechenbeispiel rund 3,1 kWp zusätzlicher bilanzieller Bedarf. Für die konkrete Anlage zählen darüber hinaus Ladezeiten, Dachbelegung und eine passende Überschusssteuerung; ein Speicher bleibt eine gesonderte Entscheidung.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel erhalten Sie bis zu fünf individuelle Angebote regionaler Fachbetriebe, auf Wunsch einschließlich Wallbox. Wenige Eckdaten reichen, die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.