Für ein E-Auto mit 15.000 km Jahresfahrleistung und angenommenen 20 kWh/100 km einschließlich Ladeverlusten entsprechen 3.000 kWh Fahrstrom bilanziell rund 3,1 kWp Photovoltaik. Das ist der zusätzliche Jahresenergiebedarf, keine Zusage vollständig solaren Ladens. Wie viel PV-Strom tatsächlich ins Auto fließt, hängt vor allem von Ladezeiten, Überschuss und Ladeleistung ab.
- Jahresbilanz: 3,1 kWp für 15.000 km bei angenommenen 20 kWh/100 km und 965 kWh/kWp.
- Eine bilanzielle Deckung bedeutet keine vollständige Versorgung zu jeder Ladezeit.
- Studie: bei 10.000–15.000 km Fahrleistung 46 % Solar-Ladeanteil mit 5–10 kWp, 62 % mit 15–20 kWp im untersuchten Bestand.
- Ladeverluste nur einmal berücksichtigen; ein Verbrauch am Ladeanschluss enthält sie bereits.
- Überschussladen: häufig etwa 1,4 kW einphasig oder 4,1 kW dreiphasig als technische Untergrenze.
- Ein Heimspeicher ist keine Voraussetzung fürs Solarladen und muss separat wirtschaftlich geprüft werden.
Wie viel Photovoltaik braucht man für ein E-Auto?
Der bilanzielle PV-Bedarf ergibt sich aus Fahrleistung mal Stromverbrauch, geteilt durch den spezifischen Jahresertrag. Mit einem ausdrücklich angenommenen Verbrauch von 20 kWh/100 km sind es rund 1,04 kWp je 5.000 km Jahresfahrleistung.
| Jahresfahrleistung | Strombedarf bei 20 kWh/100 km | Bilanzielle PV-Leistung bei 965 kWh/kWp |
|---|---|---|
| 5.000 km | 1.000 kWh | 1,04 kWp |
| 10.000 km | 2.000 kWh | 2,07 kWp |
| 15.000 km | 3.000 kWh | 3,11 kWp |
| 20.000 km | 4.000 kWh | 4,15 kWp |
| 25.000 km | 5.000 kWh | 5,18 kWp |
Diese Leistung kommt bilanziell zum übrigen Bedarf hinzu. Beispiel: 4.000 kWh Haushalt plus 3.000 kWh Fahrstrom ergeben 7.000 kWh. Bei 965 kWh/kWp entsprechen sie rund 7,25 kWp Jahresenergie-Äquivalent, nicht einer bewiesenen optimalen Anlagenleistung.
Eine größere geeignete Dachbelegung kann mehr zeitgleichen Überschuss und mehr Winterertrag liefern. Ein pauschales Mindestmaß von 10 kWp gilt jedoch nicht: Auch kleinere Anlagen können ein Auto teilweise solar laden. Die Größe der Solaranlage sollte anhand mehrerer Dach- und Verbrauchsvarianten geplant werden.
Wie viel Strom verbraucht ein E-Auto wirklich?
Für die Planung zählt möglichst der gemessene Strom am Ladeanschluss pro gefahrenem Kilometer. Fahrzeuggröße, Geschwindigkeit, Temperatur und Ladeverfahren verändern den Bedarf; 20 kWh/100 km sind hier eine Rechenannahme, kein behaupteter Flottenmittelwert.
| Verbrauch einschließlich Ladeverlusten | Fahrstrom für 15.000 km | Bilanzielle PV-Leistung |
|---|---|---|
| 15 kWh/100 km | 2.250 kWh | 2,33 kWp |
| 18 kWh/100 km | 2.700 kWh | 2,80 kWp |
| 20 kWh/100 km | 3.000 kWh | 3,11 kWp |
| 25 kWh/100 km | 3.750 kWh | 3,89 kWp |
| 30 kWh/100 km | 4.500 kWh | 4,66 kWp |
Ein reiner Bordcomputer-Verbrauch kann Ladeverluste auslassen. Der ADAC Ecotest ermittelt den Verbrauch einschließlich Ladeverlusten. Solche Werte dürfen nicht noch einmal pauschal um denselben Verlustaufschlag erhöht werden.
Die ADAC-Untersuchung vom August 2026 mit fünf Fahrzeugen zeigt die Bedeutung der Ladeleistung: Bei maximal möglicher Wallbox-Leistung lagen die Verluste jeweils unter 7 %, bei reduziertem Laden mit 4,2 kW unter 13 %. Das sind Ergebnisse dieser Testauswahl, keine universellen Grenzen. Für regelmäßiges Laden empfiehlt der ADAC eine geeignete Wallbox statt der Haushaltssteckdose.
Warum reicht die bilanzielle Betrachtung nicht?
Die HTW-Studie „Solares Laden von Elektrofahrzeugen“ von 2025 untersucht 730 Wohngebäude anhand von Fronius-Betriebsdaten. Bei 10.000–15.000 km Jahresfahrleistung nennt sie mittlere Solar-Ladeanteile von 46 % mit 5–10 kWp und 62 % mit 15–20 kWp. Die Werte beschreiben diese untersuchten Konstellationen, nicht alle Haushalte.
Dynamisches Überschussladen erhöht den Solaranteil im Studienvergleich im Mittel um 25 Prozentpunkte gegenüber ungesteuertem Laden, ein Heimspeicher um 9 Prozentpunkte. Diese Effekte dürfen nicht als garantiertes Plus auf jeden einzelnen Haushalt aufaddiert werden. Wer das Auto häufig tagsüber anschließt, hat andere Voraussetzungen als jemand, der ausschließlich nachts lädt.
Das saisonale Problem beim Laden mit Photovoltaik
Im dokumentierten Monatsmodell dieser Website entfallen auf Dezember bis Februar rund 9 % des Jahresertrags. Bei 10 kWp sind das zusammen 820 kWh, bevor Haushalt, Speicherverluste und andere Verbraucher berücksichtigt werden.
Die Grafik nutzt die dokumentierte Monatsreferenz 2023–2025 mit 9.260 kWh Jahressumme bei 10 kWp. Sie ist von der langjährigen Jahresreferenz 2011–2025 mit 9.650 kWh zu unterscheiden. Beide Datenreihen beschreiben unterschiedliche Zeiträume, keine Messung des eigenen Hauses.
Aus einer Jahressumme lässt sich keine durchgehend verfügbare Ladeleistung ableiten. Im Winter können einzelne Tage wenig oder keinen nutzbaren Überschuss liefern. Gleichzeitig können Kälte und Innenraumheizung den Fahrzeugverbrauch erhöhen. Eine größere Anlage hilft bei der Erzeugung, garantiert aber keine Vollversorgung. Weitere Hintergründe stehen unter Photovoltaik-Ertrag.
PV-Überschussladen: So lädt das E-Auto mit Solarstrom
Bei häufig verwendeten 6 A Mindestladestrom ergeben sich mit nominal 230 V rund 1,38 kW einphasig beziehungsweise 4,14 kW dreiphasig. Fahrzeug und Wallbox können weitere Bedingungen haben. Eine automatische Phasenumschaltung kann kleinere Überschüsse erschließen; konkrete Beispiele und Voraussetzungen beschreibt etwa die Fronius-Bedienungsanleitung.
Die folgende Rechnung bezieht sich auf 28 kWh Energie am Ladeanschluss, entsprechend 140 km bei angenommenen 20 kWh/100 km einschließlich Verlusten. Sollten 28 kWh tatsächlich in der Batterie ankommen, wären die Verluste zusätzlich zu berücksichtigen.
| Durchschnittliche Leistung am Ladeanschluss | Dauer für 28 kWh |
|---|---|
| 11 kW | 2,5 h |
| 5 kW | 5,6 h |
| 3 kW | 9,3 h |
| 2 kW | 14,0 h |
| 1,4 kW | 20,0 h |
Die Dauer setzt konstante mittlere Leistung voraus. Bei Wolken oder Ladepausen verlängert sich das Zeitfenster. Langsames Laden maximiert nicht automatisch die Gesamteffizienz, weil die Fahrzeugelektronik während des Ladens ebenfalls Energie braucht.
Anmeldung und steuerbarer Netzbezug
Nach § 19 NAV sind Ladeeinrichtungen vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anzumelden. Übersteigt ihre Summen-Bemessungsleistung je elektrischer Anlage 12 kVA, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung nötig. Die Regel betrifft nicht nur eine einzelne 22-kW-Wallbox.
Für neue nicht öffentliche Wallboxen in Niederspannung mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung gelten seit 2024 grundsätzlich die Regeln nach § 14a EnWG. Die Bundesnetzagentur unterscheidet die Reduzierung des Netzbezugs von zusätzlicher Versorgung aus eigener PV. Bei direkter Steuerung eines einzelnen Ladepunkts bleiben grundsätzlich mindestens 4,2 kW Netzbezug; bei Energiemanagement mit mehreren Geräten gelten eigene Berechnungsregeln. Reduzierte Netzentgelte hängen von gewähltem Modul und örtlichem Netzgebiet ab, nicht von einer universellen jährlichen Pauschale.
Was kostet das Laden mit eigenem Solarstrom?
Beispiel mit ausdrücklich angenommenen 37 ct/kWh Bezugsstrom und 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung: 1.500 kWh direkt ins Auto geladener PV-Überschuss vermeiden 555 € Strombezug, kosten aber 115,50 € entgangene Einspeiseerlöse. Der Unterschied beträgt 439,50 € pro Jahr vor weiteren Kosten. Es handelt sich nicht um eine Amortisationsrechnung der Wallbox oder PV-Anlage.
Beim Umweg über einen Heimspeicher kommen Verluste, Verschleiß und Investition hinzu. Ein Speicher ist daher nicht automatisch die günstigste Ergänzung fürs Auto. Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik und die Speicherauslegung werden separat behandelt. Öffentliche Ladetarife und THG-Prämien sind vertrags- und zeitabhängig und bestimmen nicht den bilanziellen PV-Bedarf.
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