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Photovoltaik Eigenverbrauch: Alles was du wissen musst!

Letztes Update: 2. Dezember 2020

Lesedauer: 12 Minuten

Jens Burkhardt

Lesedauer: 12 Minuten

Jens Burkhardt

Von dem Photovoltaik Eigenverbrauch spricht man, wenn der auf dem Dach produzierte Strom direkt im selben Haushalt verbraucht wird. Dabei spart der Anlagenbetreiber den Einkauf von externem Strom. Der Überschuss wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und gemäß EEG vergütet.

Jede Photovoltaikanlage produziert Strom. Dieser Strom muss sofort verbraucht werden. Im Stromnetz halten sich Angebot und Nachfrage immer ungefähr in der Waage. Strom sucht sich immer den kürzesten Weg zum Verbraucher. Dementsprechend ist der Eigenverbrauch der PV-Anlage auf physikalischer Ebene immer präsent, solange es Verbraucher gibt. 

schwarze PV-Module

Schwarze Module einer PV-Anlage

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Das bedeutet: Vergleichen wir Eigenverbrauch und Direkteinspeisung miteinander, geht es nur um die wirtschaftliche bzw. bürokratische Ebene. Bei der Anmeldung der Solaranlage beim Netzbetreiber muss sich für eins der beiden Systeme entschieden werden. 

Für Einfamilienhäuser ist heutzutage für jede Photovoltaikanlage nur Eigenverbrauch (mit Überschusseinspeisung) sinnvoll. Die Volleinspeisung wird praktisch nur noch für große Anlagen, wie z.B. Industriehallen und Freiflächen angewandt. 

Photovoltaik Einspeisung und Eingenverbrauch 

Seit der Einführung des EEG gibt es eine staatlich festgelegte Einspeisevergütung. 

Bis zum Jahr 2006 war gar kein Photovoltaik Eigenverbrauch möglich. Dann gab es eine Gesetzesänderung und seitdem kann der Strom legal selbst verbraucht werden. In den ersten Jahren gab es sogar einen Bonus Zahlung auf eigens verbrauchten Strom! 

Mittlerweile ist es gang und gäbe bei der Anmeldung der Solaranlage die Überschusseinspeisung auszuwählen. 

Lohnt sich Eigenverbrauch finanziell?

Der Photovoltaik-Eigenverbrauch lohnt sich, wenn die eingesparten Stromkosten größer sind, als die entgangene Einspeisevergütung. Bei Anlagen kleiner als 10 kWp gibt es aktuell 8,48 Cent je kWh. Die Stromkosten betragen ca. 30,85 Cent je kWh.  

Ein Buchungsgewinn von 22,37 Cent je kWh entsteht. Das lohnt sich! 

Sinkt die Einspeisevergütung, lohnt sich der Eigenverbrauch umso mehr. In der Tabelle können sie die stetige Entwicklung ablesen:

Nr.

Datum der Inbetriebnahme

Einspeisevergütung (bis 10kWp)

1

01.01.2021

8,16 Cent

2

01.06.2020

9,17 Cent

3

01.01.2020

9,87 Cent

4

01.06.2019

10,79 Cent

5

01.01.2019

11,47 Cent

Demzufolge macht der Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage viel Sinn. Es ist eine gute Idee den eigenen Verbrauch zu erhöhen. Welche Möglichkeiten es dafür gibt schauen wir uns weiter unten an. 

Wenn Sie sich unsicher sind, ob sich Eigenverbrauch lohnt schauen Sie oben in die Tabelle. Sind die Stromkosten höher als die Einspeisevergütung lohnt sich.  

Bei jeder Neuinstallation ist der Photovoltaik Eigenverbrauch essenziell. Ob ein Solarspeicher Sinn ergibt, schauen wir uns weiter unten an.

Was kostet selbst verbrauchter Strom?

Selbst produzierter Strom kostet 7- bis 12 Cent je kWh. Man spricht hier auch von Stromgestehungskosten. Im Vergleich zu eingekauften Strom mit etwa 30 Cent je kWh lohnt es sich, den Strom selbst zu verbrauchen.  

Wie ist es mit der EEG Umlage auf den Eigenverbrauch? 

Die Energiewende kostet Geld. In Deutschland tragen alle Strom Nutzer mithilfe der EEG-Umlage diese Kosten. Soweit so gut.  

Allerdings gibt es seit der EEG-Novelle 2014 einen Punkt, den viele Solarbesitzer nicht verstehen. Selbst erzeugter Strom, der vor Ort verbraucht wird, soll mit einer Umlage belastet werden.  

Das klingt nicht sehr sinnvoll! Die zu zahlende EEG-Umlage auf Eigenverbrauch beträgt 40% der aktuellen Kennziffer (diese ändert sich von Jahr zu Jahr). 

Im Jahr 2020 kommen 2,6 Cent pro Kilowattstunde auf eigens verbrauchten Strom. 

Aber halt: Glücklicherweise gibt es einige Ausnahmeregeln, die auf die meisten PV-Anlagen zutreffen.


So gilt diese Regeln nicht für Anlagen, die kleiner als 10 Kilowatt Peak sind. Betreiben Sie eine Inselanlage sind sie auch davon befreit. 

Wechselrichter SMA

Der Wechselrichter einer Photovoltaikanlage

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Für die meisten Einfamilienhäuser sollte diese Regel also kein Problem darstellen. Lediglich wenn sie am Scheidepunkt sind und Ihr Dach mehr als 10 Kilowatt Peak hergibt, sollten Sie sich überlegen, ob sie die Dimensionierung kleiner wählen. 

Erfahrungen zufolge lohnt sich eine Photovoltaikanlage erst wieder, wenn sie größer als 12 kWp ist. Übrigens fällt der EEG Anteil nur auf den Anlagenteil, welche größer als das genannte Grenze ist.  

Gemäß einer EU-Richtlinie für neue Energien von 2018 soll der Prosumer allerdings gestärkt werden. Das Ziel ist diese Grenze auf 30 kWp anzuheben, was eine sehr gute Nachricht ist. Allerdings wurde dies noch nicht im nationalen Gesetz verankert. 

Muss PV-Eigenverbrauch versteuert werden? 

Ja, auf den Eigenverbrauch einer Photovoltaik-Anlage müssen Steuern bezahlt werden. In der Gewinnermittlung für die jährliche Steuererklärung muss auch der Eigenverbrauch berechnet werden. Dazu gibt es verschiedene Modelle. Es gibt die pauschale Abrechnung, wo sie einen festen Wert je Kilowattstunde nutzen.  

Außerdem können Sie sich an den Stromkosten orientieren. Zahlen Sie beispielsweise 30 Cent je Kilowattstunde, können Sie den selbst verbrauchten Strom genau so absetzen.  

Hier gilt es natürlich zu überprüfen, was für Sie am kostengünstigsten ist. Das können Sie nur mit Ihrem Steuerberater klären. 

Muss auf den Eigenverbrauch Umsatzsteuer gezahlt werden?

In der Regel muss hier die Umsatzsteuer gezahlt werden. Wenn der Anteil des eingespeisten Stroms mindestens 10% beträgt, dann sind sie umsatzsteuerpflichtig.  

Das trifft nicht zu, wenn sie die Alternative Kleinunternehmeregel anwenden. Das lohnt sich allerdings nur bei einer extrem hohen Eigenverbrauchsquote.  

Wie hoch ist der Eigenverbrauch bei Photovoltaikanlagen?

Der Eigenverbrauch von Photovoltaik-Anlagen ist immer abhängig zum eigenen Stromverbrauch. Es kommt deshalb sehr stark auf das eigene Lastprofil an. Sind sie z.b. den ganzen Tag auf Arbeit und haben tagsüber kaum einen Verbrauch ist hier Eigenverbrauch entsprechend geringer. Arbeiten Sie aber von zu Hause, laden Sie Ihr Auto und heizen Sie elektrisch haben sie eine höhere Eigenverbrauchsquote. 

Im Übrigen können Sie an Eigenverbrauch stark steigern, das schauen wir uns später an. 

Damit sie aber einen generellen Überblick bekommen schauen wir uns an einem Beispiel an wie hoch der Eigenverbrauch standardmäßig ist.  

Für eine 10 kWp PV-Anlage ist der Eigenverbrauch in etwa so:

Nr.

Jahresstromverbrauch

Eigenverbrauchsquote

1

2000 kWh

8%

2

3000 kWh

11%

3

4000 kWh

15%

4

5000 kWh

17%

5

6000 kWh

20%

6

7000 kWh

23%

7

8000 kWh

25%

8

9000 kWh

28%

9

10000 kWh

30%

Wie berechnet man den Eigenverbrauch?

Den Eigenverbrauch wird berechnet, indem vom produzierten Strom Anteil des eingespeisten Stroms abgezogen wird. Diese zwei Kennzahlen lassen sich am Wechselrichter und am Einspeisezähler ablesen. Mithilfe eines Smart Meters können Sie die Verbräuche auch live mitverfolgen. 

Produzierter Strom - eingespeister Strom = PV-Eigenverbrauch 

Kann man sich selbst versorgen mit Photovoltaik?

Immer wieder gibt es Missverständnisse, was die Selbstversorgung mit Photovoltaik betrifft. Dies versuche ich nachfolgend aufzuklären.

Eigenverbrauch oder Autarkie

Eigenverbrauch ist nicht gleich Autarkie. Doch was ist eigentlich der Unterschied? Der Eigenverbrauch zählt wie viel Strom selbst verbraucht wird.  Er ist also abhängig von der Stromproduktion auf dem eigenen Dach. 

Autarkie bedeutet, wie hoch die Selbstversorgung mit Strom ist. Hundertprozentige Autarkie bedeutet, das keine externe Energie bezogen wird. 

Bei 100% Eigenverbrauch hingegen kann immer noch Strom eingespeist (verkauft) werden, welcher den eigenen Bedarf übersteigt. 

Den Eigenverbrauch zu erhöhen lohnt sich wirtschaftlich. Mehr Autarkie erhöht lediglich die Unabhängigkeit vom Versorger und somit das eigene Freiheitsgefühl.

Lohnt sich ein PV-Speicher?

Ein Solarspeicher erhöht sowohl Eigenverbrauch, als auch Autarkie. Ob er sich lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.  

Angebot Solaranlage mit Speicher

Angebot Photovoltaik - Lohnt sich ein Speicher?

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Gehen Sie rein von wirtschaftlichen Standpunkten aus, so lohnt sich ein Batteriespeicher meistens nicht. Die hohen Kosten drücken auf die Wirtschaftlichkeit.  

Ein großes Problem ist oftmals auch der Wirkungsgrad des Speichersystems. Selbst die besten Systeme kommen kaum auf über 90%. Das bedeutet bei jedem Lade- und Entnahme-Zyklus verlieren Sie 10% der produzierten Energie.  

Aufgrund von Förderprogrammen und sinkenden Preisen kann es sich dennoch lohnen. Eventuell hilft eine Photovoltaik Cloud, die am Regelenergiemarkt teilnimmt, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. 

Insgesamt gesehen, das heißt Photovoltaik Anlage plus Solarspeicher, bleibt das System profitabel.

Selbst mit hohen Kosten übertrifft die erwartete Rendite andere sichere Anlagen bei weitem. Deshalb lohnt sich ein Speicher vor allem, wenn sie technikaffin sind und auf Autarkie einen hohen Wert legen. 

Ist 100 Prozent möglich?

Hundertprozentige Autarkie ist Mithilfe eines Inselsystems möglich. Für den klassischen Haushalt ist es aber nicht sehr realistisch. Im Sommer lässt sich mithilfe eines Batteriespeichers eine Autarkie-Quote von 90-bis 99% erreichen. 

Hundertprozentiger Eigenverbrauch ist unrealistisch. Eine theoretische Möglichkeit ist es ihre Anlage sehr klein, wie bei einer Mini Solaranlage, zu halten. Haben Sie mehr Platz, lohnt es sich allerdings immer diesen zu nutzen.

Wie kann man den Eigenverbrauch erhöhen

Schauen wir uns jetzt gemeinsam an, mit welchen Maßnahmen der Eigenverbrauch erhöht werden kann:

Strom verbrauchen, wenn er produziert wird

Der erste Tipp liegt eigentlich auf der Hand. Der PV-Eigenverbrauch wird erhöht, wenn der Stromverbrauch in die Sonnenstunden verschoben wird. Aktivitäten, die viel Strom verbrauchen, können einfach in diese Zeit verlegt werden.  

Zum Beispiel kann die Waschmaschine zur Mittagszeit angeschaltet werden, die Gartenarbeit (Rasenmähen) kann jetzt stattfinden. Das Abendessen kann eine Stunde früher gekocht werden, wenn noch mehr Strom verfügbar ist.

Zeitschaltuhren benutzen

Es ist praktisch ganz einfach Zeitschaltuhren einzusetzen. Mit diesen lässt sich z.b. die Waschmaschine oder der Geschirrspüler geplant anschalten.  

Räumen Sie diese einfach am Morgen ein, stellen Sie die Zeitschaltuhr auf eine Mittagsstunde und schon wird Ihr Eigenverbrauch erhöht, obwohl sie gar nicht zu Hause sind.

Warmwasser elektrisch erwärmen

Wasser aufzuheizen verbraucht viel Strom. Nutzen Sie z.b. Gas oder Öl zur Warmwassererzeugung können Sie auf Elektro umsteigen.

elektrisch heizen mit Photovoltaik

Elektrisch heizen mit Photovoltaik

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Besonders sinnvoll ist ein Warmwasserboiler, denn dieser speichert  die Wärme und kann gezielt in den Sonnenstunden aufgeheizt werden. 

Ein Durchlauferhitzer ist auch möglich, verbraucht aber kurzfristig mehr Strom als die PV-Anlage produziert. 

Auto laden

Planen Sie die Anschaffung eines neuen Autos?  Wie wäre es denn mit einem E-Auto?  In Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage erhöhen Sie nicht nur den Eigenverbrauch, sondern produzieren ihren eigenen Kraftstoff direkt vor Ort.

Elektrisch heizen

Heizen ist ein großer Energieverbraucher. Natürlich können Sie den Eigenverbrauch erhöhen, wenn sie (zumindest zum Teil) auf eine Elektroheizung umsteigen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Infrarotheizung
  • Fußbodenheizung
  • Speicherheizung

Ob sich das für Sie lohnt, müssen Sie selbst berechnen. Im Winter steht nicht sehr viel Strom zur Verfügung. Dementsprechend kann die PV-Anlage hier nur als Unterstützung dienen.

Smart Home System integrieren

Smart Home Systeme helfen dabei ihren Eigenverbrauch zu steigern. Mithilfe eines E-Meters  wird gemessen wie viel Strom verfügbar ist und wie viel Strom gerade verbraucht wird.  

Entsprechend lassen sich Stromflüsse lenken. So kann das System z.b. dann die Waschmaschine anschalten, wenn genug Strom zur Verfügung steht. Dabei setzt es auch Wetterdaten ein, mit denen der produzierte Strom vorausgesagt wird.

Stromspeicher nutzen

Der Batteriespeicher erhöht natürlich den Eigenverbrauch. Insgesamt können Sie mindestens eine Verdopplung des Eigenverbrauchs erwarten.  

Wärmepumpe verwenden

Zum Heizen lohnt sich auch eine Wärmepumpe. Durch den hohen Strombedarf können Sie Ihren Eigenverbrauch erhöhen. Allerdings gibt es auch hier im Winter nur wenig Strom vom Dach. Deshalb lohnt sich dieses System vor allem, wenn sie eine sehr große Photovoltaik-Anlage besitzen.

PV-Cloud

Eine Photovoltaik Cloud erhöht nicht wirklich ihren Eigenverbrauch. Kalkulatorisch allerdings schon: Sie beziehen damit keinen Strom mehr vom Versorger. Stattdessen beziehen Sie alles aus der virtuellen Cloud.

Wie viele Zähler beim Photovoltaik Eigenverbrauch?

Es gibt drei Kenngrößen, die wichtig sind. Produzierter Strom, eingespeister Strom und selbst verbrauchter Strom. Praktischerweise wird ein Zweirichtungszähler verwendet.  

Stromzähler Photovoltaik

Eigenverbrauchszähler Photovoltaikanlage

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Dieser zeigt einerseits den Strombezug an, und außerdem die Einspeisung. Mithilfe vom Produktionszähler des Wechselrichters lässt sich der Eigenverbrauch berechnen. 

Es ist also nur noch ein Zähler für Photovoltaik Anlagen mit Eigenverbrauch notwendig. Möglich sind auch zwei Zähler, doch meistens ist nicht nur Platz waren wohnt die Energieversorger sehen auch lieber ein Zweirichtungszähler.  

Fazit

Der Eigenverbrauch von Photovoltaik-Anlagen lohnt sich immer mehr. Es gibt viele kleine Hilfsmittel, wie sie diesen optimieren. Es muss nicht immer eine teure Lösung sein.  

Einen Batteriespeicher nachzurüsten lohnt sich meistens nicht. Insbesondere, wenn sie in den nächsten Jahren die Anschaffung eines E-Autos planen können Sie getrost darauf verzichten. Zeitschaltuhren und smart-Home-Systeme bringen schon einen großen Vorteil mit sich. 

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