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Höhe der Photovoltaik Rendite in 2021 [Vergleich]

Letztes Update: 5. Oktober 2021

Lesedauer: 8 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

In diesem Artikel dreht sich alles um die Rendite der Photovoltaikanlage. Was gibt es für einen Durchschnitt? Welcher Wert ist gut? Wie wird die Rendite berechnet?

Wieso ist die Rendite einer Photovoltaikanlage entscheidend?

Die Rendite ist ein Maß, um die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage zu messen. Für viele Interessenten ist der ökonomische Faktor für einen Kauf ausschlaggebend, obwohl andere Aspekte, wie der Einfluss auf die Umwelt und mehr Autarkie auch relevant sind.

Meistens rentiert sich eine Photovoltaikanlage, deshalb gilt sie allgemeinen als gute Investition. Die Anschaffungskosten und laufenden Kosten sollten in jedem Fall von den Einnahmen und Einsparungen gedeckt werden.

Wie hoch ist die Rendite einer Photovoltaikanlage?

Im Durchschnitt beträgt die Rendite einer Photovoltaikanlage 5 Prozent pro Jahr, über einen Zeitraum von 20 Jahren. Entscheidend für eine gute Rendite sind günstige Investitionskosten (unter 1300 €/kWp) und gute Jahreserträge in Höhe von 1000 kWh/kWp und mehr.

Eine suboptimale Ausrichtung verringert die Rendite. Schauen wir uns zum Vergleich einige Szenarien an:

Kaufpreis

Spezifischer Ertrag

Rendite (Jahr)

Rendite (Gesamt)

1000 €/kWp

1000 kWh/kWp

6,22 %

124,4 %

900 kWh/kWp

4,99 % 

99,8 %

800 kWh/kWp

3,77 %

75,4 %

1100 €/kWp

1000 kWh/kWp

5,11 %

102,2 %

900 kWh/kWp

3,99 % 

79,8 %

800 kWh/kWp

2,88 %

57,6 %

1200 €/kWp

1000 kWh/kWp

4,18 %

83,6 %

900 kWh/kWp

3,16 %

63,2 %

800 kWh/kWp

2,14 %

42,8 %

1300 €/kWp

1000 kWh/kWp

3,40 %

68,0 %

900 kWh/kWp

2,46 %

49,2 %

800 kWh/kWp

1,52 %

30,4 %

1400 €/kWp

1000 kWh/kWp

2,73 %

54,6 %

900 kWh/kWp

1,85 %

37,0%

800 kWh/kWp

0,98 %

18,6 %

In der Tabelle ist zu sehen, dass die Rendite einer Photovoltaikanlage durchaus über fünf Prozent betragen kann. Bei einem schlechten Angebot (hohe Investitionskosten) sind aber auch Renditen von unter 2 Prozent möglich. 

Im Vergleich zu Negativzinsen auf dem Girokonto lohnt sich eine PV-Anlage in den meisten Fällen. Das zu erwartend Risiko ist gering, aufgrund der staatlich garantierten Einspeisevergütung über 20 Jahr.

Übrigens hängt die tatsächliche Rendite ihres individuellen Falls von vielen Einflussfaktoren ab (siehe weiter unten). 

Wie beeinflusst eine Finanzierung die Rendite?

Bei der Anschaffung von PV-Anlagen ist es nicht ungewöhnlich einen Solarkredit in Anspruch zu nehmen. Dieser hat zwei Einflüsse auf die Wirtschaftlichkeit:

  1. Der Gesamtgewinn sinkt, aufgrund des zusätzlichen Zinsaufwand.
  2. Die Eigenkapitalrendite steigt an, das eingesparte Kapital kann anderweitig angelegt werden.

Für Personen oder Unternehmen mit guten Kenntnissen im Finanzsektor ist der Kredit deshalb eine gute Möglichkeit, die Rendite zu maximieren.

Schauen wir uns den Einfluss einer Fremdfinanzierung auf die Photovoltaik-Rendite noch genauer in der nachfolgenden Tabelle an.

Folgende Annahmen wurden getroffen:

  • Spezifischer Ertrag: 1000 kWh pro kWp
  • Laufzeit: 20 Jahre
  • Kaufpreis: 1200 Euro pro kWp
  • Nennleistung: 10 kWp
  • Sollzins jährlich: 2 Prozent

Fremdfinanzierung

Eigenkapital-Rendite
Gesamt-Rendite
Gewinn

0 %

5,11 %

5,11 %

12.272 Euro

50 %

9,54 %

4,77 %

11.448 Euro

70 %

14,56 %

4,35 %

10.482 Euro

90 %

41,54 %

4,15 %

9.970 Euro

In der Tabelle ist gut zu erkennen, wie sich der sogenannte Leverage-Effekt von Fremdkapital auswirkt. Je niedriger der Einsatz von Eigenkapital für die Anschaffung der PV-Anlage, desto höher die Eigenkapitalrentabilität!

Andere Möglichkeiten zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit

Schauen wir uns jetzt andere Optionen zur Abschätzung der Ökonomie einer Solaranlage an.

Amortisationszeit

Die Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage gibt an, wie lange es dauert bis die Investitionskosten (und laufende Kosten) erwirtschaftet sind. Also wann das gezahlte Geld wieder vollständig beim Anlagenbesitzer zurück ist. Wenn die schwarze Null erreicht ist, bringt jede erzeugte Kilowattstunde Solarstrom zusätzliches Einkommen. 

Eine gute Amortisationszeit einer PV-Anlage  liegt bei ca. 10 Jahren.  

Wirtschaftlichkeitsrechner für Excel

Wollen Sie den Gewinn, die Amortisation und die Photovoltaik-Rendite berechnen? Echtsolar hat einen Excel-Wirtschaftlichkeitsrechner erstellt (hier klicken).

Mit dem Rechner müssen Sie nur die alle Daten eintragen und schon haben Sie einen guten Überblick der Finanzen der Photovoltaikanlage. Um welche Parameter es dabei genau geht schauen wir uns jetzt an.

Einflussfaktoren auf die Rendite einer PV-Anlage

Die Berechnung der Rendite ist ein bisschen kompliziert, weil es so viele Einflussfaktoren gibt:

Kaufpreis der Anlage

Die Anschaffungskosten sind entscheidend. Dabei liegt das Augenmerk auf den spezifischen Kosten pro Kilowatt Peak installierter Leistung der Photovoltaikanlage, einfach um die Preise vergleichbar zu machen. 

Dachneigung berechnen

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Wichtig zu wissen ist, dass die spezifischen Kosten mit der Größe der Photovoltaikanlage sinken.

Eine 5 kWp Anlage wird pro kWp spürbar mehr Kosten, als eine 10 kWp Anlage. Warum ist das so? Aufgrund von Skaleneffekten.

Auch bei einer kleinen PV-Anlage muss ein Gerüst gestellt werden. Ist die Bestellung größer sinken die Preise beim Händler usw.

Deshalb meine Empfehlung: Versuchen Sie ihr komplettes Dach mit Solarmodulen zu belegen. Da die 10 kWp Grenze für Photovoltaikanlagen gefallen ist, muss bei großen Anlagen auch keine EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch gezahlt werden. 

Ertrag in kWh

Der Jahresertrag von PV-Anlagen gibt an wie viel Solarstrom produziert wurde. Interessant ist der spezifische Ertrag pro Kilowatt Leistung.

Je größer dieser ist, desto effizienter kann die Anlage die Sonnenenergie in elektrischen Strom verwandeln. Doch von welchen Faktoren ist das abhängig?

Der durchschnittliche Ertrag von Photovoltaikanlagen beträgt 1000 kWh pro Kilowatt Peak Leistung. Damit lässt sich eine gute Rendite erzielen.

Laufzeit in Jahren

Die Betrachtung der Laufzeit ist wichtig, weil sich die Rendite immer auf einen bestimmten Zeitraum bezieht. Die bisher angegebenen Prozentsätze der Jahresrendite sind immer auf eine Laufzeit von 20 Jahren bezogen. 

Photovoltaik ist in der Realität aber sehr langlebig. Die Lebensdauer von Solarmodule beträgt in der Regel über 30 Jahre

Aber weil die Einspeisevergütung nach 20 Jahren wegfällt ist es einfacher nur diesen Zeitraum zu betrachten. Letzten Endes weiß niemand genau, wie ihre Einnahmen so weit in der Zukunft aussehen werden.

Stromkosten pro kWh 

Der Netzbezug von Strom kann durch den erzeugten Solarstrom gesenkt werden. Die Stromkosten sinken. Der Effekt dieser Ersparnis ist deutlich. Der selbst verbrauchte Strom macht mittlerweile den Großteil der Rendite von Solaranlagen aus.

In den letzten Jahren ist der Strompreis immer weiter gestiegen. Je höher diese Steigerung ausfällt, desto mehr werden Sie im Vergleich einsparen.

Beachten Sie bei der Berechnung der Rendite darauf, den Nettostrompreis zu nutzen, weil auf den Eigenverbrauch die Umsatzsteuer zu entrichten ist. 

Einspeisevergütung in Euro

Die Einspeisevergütung ist ein festes Entgelt, dass pro Kilowattstunde eingespeisten Strom gezahlt wird.

Die genaue Höhe der Vergütung ist im EEG festgelegt und richtet sich an das Datum der Inbetriebnahme. Ist die Photovoltaikanlage einmal am öffentlichen Netz, wird für 20 Jahre, und dem Installationsjahr, die Einspeisevergütung gezahlt.

Da die Einspeisevergütung immer weiter sinkt, wird der Einfluss auf die Photovoltaik-Rendite immer geringer. Aktuell (Stand März 2021) liegt diese bei 7,92 Cent pro kWh.

Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage

Wie viel vom produzierten Solarstrom selbst konsumiert wird, ist sehr entscheidend. Bei einem hohen Anteil Eigenverbrauch der PV-Anlage steigt die Rendite automatisch. Es gibt einige Wege, die Eigenverbrauchsquote zu verbessern. 

Dazu zählt zum Beispiel:

  • Große Stromverbraucher nach aktuellen Wetter zuschalten (z.B. mit Zeitschaltuhr oder Smart-Energy-Meter)
  • Im Sommer etwas früher das Abendessen zubereiten
  • Am Mittag duschen oder baden
  • Stromspeicher nutzen

Der typische Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage liegt bei 15 bis 30 Prozent (ohne Speicher).

Laufende Kosten

Die Betriebskosten der Photovoltaikanlage, auch laufende Kosten genannt, werden bei der Renditeberechnung häufig übersehen, dabei haben sie großen Einfluss auf das Ergebnis. Die Betriebskosten liegen durchschnittlich bei jährlich 1,5 Prozent der Gesamtkosten der Anschaffung.

Was gehört in die laufenden Kosten?

Stromspeicher ja oder nein

Ob ein Stromspeicher, z.B. ein Lithium-Ion-Batteriespeicher, genutzt wird oder nicht ist wichtig. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch der Solaranlage stark, die Betreiber können mehr Solarstrom direkt verbrauchen.

Das kann sich positiv auf die Rendite auswirken, im Normalfall ist das aber (noch) nicht typisch. Damit sich der Speicher rentiert, müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Der Kaufpreis im Marktvergleich sehr günstig.
  • Der Haushalt hat einen hohen Stromverbrauch, damit genügend Zyklen genutzt werden können (200+).
  • Die installierte PV-Anlage ist groß. Je mehr Module, desto besser.
  • Die Lebensdauer beträgt ca. 20 Jahre.

Einfluss von Steuern

Bei der Bewertung der Rendite schaut man sich immer den Nettowert an, also den Wert vor Abzug der Steuern. Das ist das normale Vorgehen bei der Finanzrechnung.


Bedenken Sie aber, dass alle Einkünfte in Deutschland der Steuerpflicht unterliegen, so auch die Erträge von Photovoltaikanlagen.

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