Symbolbild zu PV-Kosten: Geldscheine vor einem Haus mit Solarmodulen

Preisentwicklung von Photovoltaik 2026: Charts, Ursachen und Prognose

Jens Burkhardt
LESEDAUER: 48 MINUTEN
Aktualisiert: 10. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Die Preise für Photovoltaik-Anlagen sind 2026 wieder gestiegen. Eine 10-kWp-Anlage kostet aktuell 1.695 € /kWp, im Mittel über die gängigen Größen liegt der Index bei 1.796 €/kWp und damit +10,9 % über dem Vorjahresmonat. Das Zwischentief lag im April 2026 bei 1.637 €/kWp.

Auf den Rückgang ab Sommer 2023 folgte bereits im Laufe des Jahres 2025 eine Erholung. Nach einem erneuten Rückgang Anfang 2026 stiegen die Preise vom Frühjahr bis September wieder; die Oktober-Veröffentlichung liegt etwas darunter. Dieser Artikel zeigt die Entwicklung seit 2006 in Jahres- und Monatswerten, ordnet die Ursachen des Anstiegs ein und stellt drei Prognoseszenarien bis 2030 gegenüber. Wie sich der aktuelle Preis auf die einzelnen Posten verteilt, steht im Überblick zu den Photovoltaik-Kosten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Aktueller Preis: 1.695 € /kWp bei 10 kWp, entspricht 17.000 € für die komplette Anlage
  • Bisheriges Jahresmittel 2026: 1.729 €/kWp nach 1.576 €/kWp (2025) und 2.018 €/kWp im Hoch der jüngeren Marktphase 2023
  • Höchstwert 2006: 5.440 €/kWp, seither ein Rückgang um rund 68 %
  • Aktuelle Jahresrate: +10,9 % , nach zwei Jahren mit Rückgängen um 15 %
  • Ursachen: mögliche Einflüsse sind Beschaffungskosten und vorgezogene Nachfrage; ihre Anteile sind nicht getrennt messbar
  • Module und Speicher: Module +30,0 % zum Vorjahr, Speicher dagegen -6,5 %
  • Prognose bis 2030: drei Modellszenarien, keine verlässliche punktgenaue Preisvorhersage

Wie haben sich die Photovoltaik-Preise entwickelt?

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen sind von 5.440 €/kWp (2006) auf 1.729 €/kWp im laufenden Jahr 2026 gefallen, ein Rückgang um rund 68 Prozent. Der Weg dorthin verlief in klar unterscheidbaren Phasen, und seit 2020 zeigt die Kurve nicht mehr nur nach unten.

Das folgende Diagramm zeigt die Jahresmittelwerte und die Marktphasen. Das vorläufige Jahresmittel 2026 umfasst die Indexveröffentlichungen Januar bis Oktober mit Angebotsdaten bis einschließlich September.

Phase I: Einführung (2006–2012)

Die Preise fielen von 5.440 auf 1.792 €/kWp, ein Rückgang um 67 Prozent in sechs Jahren. Treiber waren rasche Effizienzgewinne bei den Zellen, der massive Aufbau von Produktionskapazität in China und eine Einspeisevergütung, die in Deutschland genug Nachfrage für Skaleneffekte erzeugte.

Phase II: Skalierung (2012–2016)

Von 1.792 auf 1.529 €/kWp, also rund 15 Prozent. Die Herstellerlandschaft konsolidierte sich, viele europäische Produzenten schieden aus. Standardisierte Komponenten und automatisierte Fertigung senkten die Kosten weiter, allerdings deutlich langsamer als zuvor.

Phase III: Stabilisierung (2016–2020)

Von 1.529 €/kWp im Jahr 2016 sanken die Preise zunächst auf 1.294 €/kWp in den Jahren 2018 und 2019. Im Jahr 2020 stieg der Wert wieder auf 1.411 €/kWp. Effizienzgewinne wurden teurer zu erkaufen, gleichzeitig etablierten sich Qualitätsstandards und regionale Märkte differenzierten sich.

Phase IV: Globale Probleme (2020–2023)

Von 1.434 €/kWp im Jahr 2020 stiegen die Preise auf 2.018 €/kWp im Jahr 2023, ein Plus von rund 41 Prozent. Gegenüber dem Tiefpunkt 2018/2019 mit 1.294 €/kWp beträgt der Anstieg rund 56 Prozent. Ursachen waren die Pandemie und die daraus folgenden Lieferkettenprobleme, explodierende Frachtraten, die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und eine gleichzeitig sprunghaft steigende Nachfrage.

Phase V: Marktreife (seit 2023)

Nach dem Höchststand 2023 sanken die Preise auf 1.576 €/kWp im Jahresmittel 2025. Lieferketten normalisierten sich, die weltweite Produktionskapazität übertraf die Nachfrage deutlich. Seit dem Frühjahr 2026 dreht die Kurve wieder nach oben, das Jahresmittel liegt aktuell bei 1.729 €/kWp.

Monatliche Preisentwicklung seit 2021

Der Monatsindex zeigt nach 1.637 €/kWp im April 2026 einen Anstieg auf 1.833 €/kWp im September. In der Oktober-Veröffentlichung sinkt er auf 1.796 €/kWp, rund 2 Prozent weniger als im Vormonat und knapp 10 Prozent mehr als im April. Die jüngste Veröffentlichung basiert auf den Angebotsdaten bis einschließlich September.

Monatliche Photovoltaik-Kosten 2026
MonatKosten PV-Anlage (€/kWp)Änderung zum Vormonat (%)Änderung zum Vorjahr (%)
Oktober 2026 1.796 € -2,0 % +10,9 %
September 2026 1.833 € +1,0 % +16,0 %
August 2026 1.815 € +4,0 % +18,4 %
Juli 2026 1.745 € +4,5 % +15,3 %
Juni 2026 1.669 € +0,5 % +10,1 %
Mai 2026 1.660 € +1,4 % +8,8 %
April 2026 1.637 € -2,6 % +9,9 %
März 2026 1.680 € -1,5 % +12,8 %
Februar 2026 1.706 € -2,2 % +10,0 %
Januar 2026 1.744 € -1,6 % +8,3 %

Der Echtsolar Photovoltaik-Kostenindex wertet dafür laufend reale Angebote deutscher Fachbetriebe aus. Gut zu erkennen sind der Höchststand von 2.101 €/kWp im August 2023, der anschließende Rückgang, die Erholung im Laufe von 2025 und der erneute Anstieg seit Frühjahr 2026.

Ein Hinweis zur Lesart: Der Index bildet Angebotspreise ab, nicht Abschlusspreise. Er reagiert damit schneller auf Marktstimmung als die tatsächlich gezahlten Preise, weil Verhandlungsspielraum je nach Auslastung der Betriebe unterschiedlich groß ist.

Warum steigen die PV-Preise 2026 wieder?

Als mögliche Treiber kommen veränderte Beschaffungskosten und vorgezogene Nachfrage infrage. Wie stark sie den deutschen Angebotspreisindex beeinflussen, lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht getrennt bestimmen.

Die Modulpreise liegen über Ende 2025, obwohl sie im September zuletzt nachgegeben haben. Der Indexautor pvXchange beschreibt zugleich Überangebot bei bestimmten Modulen und Unsicherheit über die weitere Nachfrage. Ein höherer Modulindex bedeutet daher nicht automatisch einen entsprechenden Aufschlag auf komplette Anlagen.

Der BSW-Solar meldete für das erste Halbjahr 2026 rund 7,4 GWp Zubau gegenüber 6,8 GWp im Vorjahr beim vergleichbaren Meldestand und nannte Vorzieheffekte als mögliche Erklärung. Zubau ist allerdings keine direkte Messung der aktuellen Auftragslage aller Fachbetriebe.

EEG-Novelle 2027, Stand 01.10.2026: Der Bundestag hat den Entwurf am 24. September in erster Lesung beraten und an den Ausschuss überwiesen. Geplant sind Änderungen der Förderung neuer Anlagen, mit unterschiedlichen Regeln nach Anlagengröße. Der Entwurf ist noch kein geltendes Recht und begründet keine sichere allgemeine Kaufdeadline.

Wie entwickeln sich Module und Speicher?

Die beiden wichtigsten Komponenten laufen 2026 in entgegengesetzte Richtungen: Module liegen über dem Vorjahr, Speicher darunter. Kurzfristig ist der Verlauf weniger eindeutig: Die Modulpreise sind im September gegenüber August gesunken.

Solarmodule kosten im Großhandel aktuell 0,130 €/Wp pro Watt-Peak in der Mainstream-Kategorie. Gegenüber dem Vorjahr sind das +30,0 % , gegenüber dem Tiefpunkt im Dezember 2025 sogar +30,0 % . Der Abstand zum Jahresmittel 2016 beträgt weiterhin -74,3 % , Module sind also historisch betrachtet nach wie vor extrem billig. Details stehen im Beitrag zur Preisentwicklung von Solarmodulen.

Stromspeicher liegen bei 411 € /kWh für einen 10-kWh-Speicher, -6,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang hat sich allerdings abgeschwächt, Mitte 2024 waren es noch rund 30 Prozent. Die Fortschritte in der Lithium-Eisenphosphat-Technik und die Skaleneffekte aus der Elektromobilität wirken weiter, mehr dazu in der Preisentwicklung von Stromspeichern.

Im 10-kWp-Kostenmodell ohne Speicher entfallen rund 8 Prozent auf Module. Mit 10-kWh-Speicher sind es rund 6 Prozent für Module und 19 Prozent für den Speicher. Preisänderungen dieser Komponenten übertragen sich deshalb nicht im selben Prozentsatz auf das Komplettangebot.

Inflation bei Photovoltaik: Wie verändern sich die PV-Preise?

Die Jahresrate liegt aktuell bei +10,9 % . Zum Vergleich: Im Oktober 2024 fielen die Preise um 17,2 Prozent; das war ein etwas stärkerer Ausschlag als der heutige Anstieg.

Die Kurve zeigt drei Regime: eine Hochinflationsphase Anfang 2023 mit über 30 Prozent Preissteigerung, eine ausgeprägte Deflationsphase von Ende 2023 bis Mitte 2025 mit Rückgängen um 15 Prozent und seit Herbst 2025 den Umschwung zurück in den positiven Bereich.

Monatsraten schwanken dabei stärker als Jahresraten, weil einzelne Angebote in einem Monat mit wenigen Datenpunkten durchschlagen. Aussagekräftig ist deshalb vor allem der Vergleich zum Vorjahresmonat.

Welchen Einfluss hat die Anlagengröße?

Kleine Anlagen kosten pro Kilowatt-Peak deutlich mehr als große. Eine 5-kWp-Anlage liegt bei 2.259 € /kWp, eine 10-kWp-Anlage bei 1.695 € /kWp und eine 15-kWp-Anlage nur noch bei 1.433 € /kWp.

Zeige:

Der Abstand zwischen den Größenklassen ist über die Jahre bemerkenswert stabil geblieben. Er entsteht durch Fixkosten wie Anfahrt, Gerüst, Zählerschrank und Netzanmeldung, die unabhängig von der Modulzahl anfallen. Wer den Preis für eine bestimmte Größe nachschlagen will, findet die aktuellen Werte im PV-Kostenrechner.

Prognose: PV-Preise bis 2030

Bis 2030 sind sowohl sinkende als auch steigende Angebotspreise möglich. Eine punktgenaue Vorhersage wäre angesichts wechselnder Komponentenpreise, Arbeitskosten und Förderbedingungen nicht belastbar.

Die folgenden Szenarien zeigen mögliche Entwicklungen, keine berechneten Eintrittswahrscheinlichkeiten oder garantierten Endpreise.

SzenarioMögliche VoraussetzungenWirkung auf Anlagenpreise
Sinkende PreiseKomponentenüberschüsse und stärkerer Wettbewerb zwischen FachbetriebenGünstigere Angebote möglich
SeitwärtsbewegungGünstigere Technik gleicht höhere Montage- und Betriebskosten ausGesamtniveau verändert sich wenig
Steigende PreiseHöhere Beschaffungskosten oder knappe InstallationskapazitätHöhere Angebotspreise möglich

Eine Erfahrungskurve für die Modulproduktion lässt sich nicht unverändert auf eine schlüsselfertige Dachanlage übertragen. Montage, Planung und die örtliche Dachsituation bestimmen einen erheblichen Teil des Endpreises.

Annahmen der Prognosegrafik

Die Modellkurven verwenden Lernraten von 10 %, 0,6 % und −6,9 % je Verdopplung der angenommenen kumulierten Installation. Ausgangspunkt ist das bisherige Jahresmittel 2026. Die hinterlegten Ausbaupfade sind Modellannahmen, keine gemessenen zukünftigen Installationen. Die Szenarien zeigen, wie diese Annahmen den Preis bis 2030 verändern; sie geben weder Eintrittswahrscheinlichkeiten noch garantierte Angebotspreise an.

Lohnt es sich, auf günstigere Preise zu warten?

Das hängt vom konkreten Angebot und dem Nutzen während der Wartezeit ab. Ein späterer Kauf kann günstiger werden; gleichzeitig entfallen bis dahin Eigenverbrauch und Einspeiseerlöse. Die jüngste Preisbewegung allein reicht für eine sichere Empfehlung nicht aus.

Für eine Entscheidung sollten der heutige Gesamtpreis und mehrere nachvollziehbare Zukunftsszenarien verglichen werden. Änderungen der Förderung sind erst mit dem jeweils geltenden Rechtsstand verbindlich; ein Gesetzentwurf ist keine Preis- oder Fördergarantie.

Vom Preisindex zum konkreten Angebot

Der Index liefert den Marktdurchschnitt: aktuell 1.695 € /kWp und damit rund 17.000 € für eine typische 10-kWp-Anlage. Für Ihr Dach entscheidend sind aber Dachform und Eindeckung, Kabelwege, Zählerschrank und die Auslastung der Betriebe in Ihrer Region. Die Spanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für dieselbe Anlage beträgt regelmäßig mehrere tausend Euro, der Abstand hängt vom Leistungsumfang und der Kalkulation der Betriebe ab.

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