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Mit Photovoltaik Geld verdienen – 5 mögliche Wege im Test

Letztes Update: 18. Februar 2021

Von Jens Burkhardt 

Lesedauer: 9 Minuten

Jens Burkhardt

Von Jens Burkhardt 

Lesedauer: 9 Minuten

Jens Burkhardt

Mit Photovoltaik Geld zu verdienen ist theoretisch ganz einfach. Praktisch gibt es viele Fallstricke, die eine Investition unwirtschaftlich machen. Sind die Anschaffungskosten je kWp zu hoch und die Dachausrichtung schlecht, verlieren Sie Geld. Stimmt alles, lässt sich eine Rendite von 5 Prozent erwirtschaften.

In diesem Artikel schauen wir uns genau an, welche Kenngrößen bei einer Investition am wichtigsten sind. Danach und in welche Arten von Photovoltaik-Investitionen sich lohnen.

Die wichtigsten Kennzahlen die in jede Wirtschaftlichkeitsrechnung gehören

Jede Investition in Photovoltaik setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen. Es ist wichtig jeden einzelnen Punkt zu analysieren, um zu sehen, ob sie damit Geld verdienen können oder nicht.

Ertrag/Erzeugung

Die erste Kenngröße ist die Menge der Stromerzeugung bzw. der Ertrag der PV-Anlage. Sie müssen für ihre Rechnung wissen, wie die ungefähre Jahresproduktion in kWh ist.

PV Anlage auf dem eigenen Dach

PV-Anlage auf dem eigenen Dach

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Das hängt von diversen Faktoren ab. Vom Standort der Anlage, von der Ausrichtung der Anlage und von der Dachneigung. Wie sieht es genau an ihrem Standort aus? Nutzen Sie den Neigungswinkel Rechner für ihre PV-Anlage. 

Eine gute Photovoltaikanlage hat einen spezifischen Ertrag von über 1000 kWh/kWp. Das bedeutet eine Anlage mit 100 kWp produziert pro Jahr ca. 100.000 kWh.

Standort der Anlage

Je näher die Photovoltaikanlage am Äquator ist, desto mehr Strom wird sie produzieren. Das liegt darin begründet, weil die Sonnenstrahlung dort einfach stärker ist. Es lassen sich im Internet (z.B. hier) Klimadaten finden, wo man die jährliche Strahlung einsehen kann. 

In Deutschland lässt sich, im Durchschnitt, mit einer Strahlung von etwas über 1000 Watt je Quadratmeter kalkulieren.

In südlichen Regionen, wie Bayern strahlt die Sonne etwas intensiver.

Ausrichtung (Azimut)

Eine Ausrichtung nach Süden ist optimal. Doch nicht jedes Objekt ist genau so angeordnet. Wenn das Dach zu 90 Grad nach Westen oder Osten abweicht, bedeutet das einen Verlust von etwa 20 Prozent. Bei 45 Grad sind es nur 5 Prozent.

Dachneigung und Aufstellwinkel

Der optimale Aufstellwinkel liegt zwischen 30 und 45 Grad. Die meisten Einfamilienhäuser haben damit eine gute Dachneigung.

Bei großen Anlagen auf Flachdächern kommt in der Regel eine Aufständerung zum Einsatz. Der Winkel liegt oft zwischen 10 und 25 Grad. Das liefert zwar weniger Ertrag, bringt aber kleinere Reihenabstände mit sich. Es können also mehr Solarmodule installiert werden. 

Hohe Aufstellwinkel bringen mehr Schattenwurf mit sich. Die Reihenabstände müssen größer sein.

Einnahmen

Die Einnahmen sind sehr wichtig. Es gibt verschiedene Arten von Einnahmen. Der Strom, der nicht selbst verkauft wird, fließt ins öffentliche Netz.


Dafür wird gemäß EEG vergütet. Abhängig vom Jahr und Monat der Inbetriebnahme gibt es einen unterschiedlichen Satz der Vergütung. Jeden Monat sinkt die, für 20 Jahre festgesetzte, Vergütung.

Solarpark als Investment

Solarpark als Investment

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Was viele nicht wissen: Das Jahr der Installation gibt es immer zusätzlich. Geht die PV-Anlage also am ersten Januar in Betrieb, gibt es faktisch 21 Jahre lang die Einspeisevergütung.

Bei großen Projekten kann es auch sein, dass diese der Strom direkt vermarktet wird. Seit 2016 müssen alle Anlagen größer als 100 kWp direkt vermarktet werden. 

Der Strom wird über das Marktprämienmodell direkt an Strombörsen, wie die EEX verkauft. Das können Sie nicht selbst machen. Es benötigt einen spezialisierten Dienstleister in diesem Bereich.

Ersparnisse

Verbrauchen Sie einen Teil ihres produzierten Stroms selbst, müssen Sie das berücksichtigen. Sie verdienen damit kein direktes Geld, sparen aber einen Teil der Stromrechnung. Photovoltaik Eigenverbrauch lohnt sich.

Die Stromkosten steigen stetig und die Einspeisevergütung sinkt. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde lohnt sich deshalb immer mehr.

Anschaffungskosten

Ein wichtiger Bestandteil der Kalkulation sind die Anschaffungskosten. Sind die Kosten für ihre Photovoltaikanlage zu hoch schmälert das ihre Rendite. Die Fehlertoleranz sinkt.

Die Kosten hängen vor allem von den verbauten Komponenten und der Größe der Anlage ab. Es empfiehlt sich gut etablierte Photovoltaik Hersteller für die einzelnen Komponenten einzusetzen. Allerdings ist es fraglich, ob es ein Premium Modul sein muss. 


Praktisch stehen günstigere Module diesen kaum nach und sind auch sehr langlebig.

Angebot Solaranlage mit Speicher

Angebot für Solaranlage

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Wichtiger ist der Wechselrichter. Es kann vorkommen, dass dieser während der Laufzeit ausfällt. Die meisten Produkte haben nur 5 bis 10 Jahre Garantie. Es sollte deshalb eine Rückstellung für einen etwaigen Austausch gebildet werden.

Meiner Erfahrung nach gibt es bei den bekannten Marken, wie SMA, Fronius oder Solaredge nur wenige Ausfälle.

Eine 10 kWp PV-Anlage kosten derzeit etwa 11000- bis 13000 Euro. Es ist immer ratsam mehrere Angebote zu vergleichen. So lässt sich mit einer Photovoltaikanlage Geld verdienen.

Nebenkosten

Beim Bau einer PV-Anlage kommen in der Regel Nebenkosten hinzu. Muss ihr Dach vorher saniert werden? Soll das Dach vorher von einem Statiker überprüft werden? Muss ein Gerüst gestellt werden? Gibt es besonderen Aufwand bei der Kabelverlegung (z.B. lange Strecken)? Muss der Zählerschrank erneuert werden?

Jede dieser Fragen sollte von ihnen beantwortet werden.

Laufende Kosten

Laufende Kosten dürfen nicht vergessen werden. Es ist sinnvoll mit 1- bis 1,5 Prozent laufender Kosten vom Anschaffungspreis zu rechnen.

Darin enthalten ist die Wartung der PV-Anlage (alle 2 bis 4 Jahre), die Versicherung und Kosten für die Buchhaltung. Schließlich ist eine Solaranlage normalerweise ein Gewerbe und der Gewinn muss versteuert werden.

Geld verdienen mit Photovoltaik

Es gibt viele Möglichkeiten mit Photovoltaik Geld zu verdienen.

Je nach Voraussetzungen und Zielen wird die ein- oder andere Alternative besser zu ihnen passen.

Eigene Photovoltaikanlage

Sind Sie Eigenheimbesitzer? Dann bietet sich die Chance eine eigene Photovoltaikanalage auf ihr Dach montieren zu lassen. Diese einfache Variante liefert meistens eine sehr gute Rendite und ist millionenfach erprobt. 

Strom sparen mit Photovoltaik

Stromkosten sparen mit Photovoltaik

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Ist ihr Dach nach Süden ausgerichtet? Perfekt. Aber, keine Sorge, falls Sie ein Ost-West Dach haben. Zwar wird der Ertrag etwas geringer ausfallen, dafür können beide Dachhälften belegt werden. Eine größere Anlage führt zu geringeren spezifischen Kosten (Kosten je kWp).

Durch die staatlich garantierte Einspeisevergütung über 20 Jahre ist diese Form der Photovoltaik-Investition sehr sicher. Da der Strompreis immer weiter steigt, lohnt es sich viel Sonnenenergie selbst zu verbrauchen. Damit lassen die Stromkosten drastisch senken. 

So macht es wirklich Spaß mit Photovoltaik Geld zu verdienen.

Mini Solaranlage

Sollten Sie in einer Wohnung mit Balkon wohnen, gibt es eine andere Möglichkeit Geld zu verdienen. Mit einer Mini Solaranlage speisen Sie den Strom direkt in ihre Steckdose ein. Das Ganze kann ohne viel Aufwand betrieben werden. 

Insgesamt können bis zu zwei PV-Module montiert werden. Diese schaffen bis zu 600 Wp und liefern pro Jahr 400- bis 700 kWh. 

Zu bedenken ist: Für eine Mini PV-Anlage gibt es keine Einspeisevergütung. Die Energie wird entweder direkt verbraucht oder geht ins Netz (ohne Vergütung).

Mit dieser Variante lässt sich nicht sonderlich viel Geld verdienen. Eine gute Einsparung ihrer Stromkosten ist aber allemal drinnen.

Investieren in große PV-Anlagen

Wenn sie richtig viel Geld mit Photovoltaik verdienen wollen, sollten sie sich Direktinvestitionen anschauen. Es geht hierbei um große PV-Anlagen über 100kWp.

Es gibt zwei Typen:

  1. Freiflächenanlagen
  2. Dachanlagen

Bei diesen PV-Anlagen handelt es sich fast immer um Volleinspeisungen. Entweder finanzieren sich diese über das EEG oder über die Direktvermarktung.

Bei so einer Anlage muss wirklich alles stimmen. Prüfen Sie alle mögliche Probleme. Handelt es sich z.B. um eine Dachanlage auf einem Kuhstall, müssen Sie eine regelmäßige Reinigung der PV-Anlage einkalkulieren.

Investition in Photovoltaik prüfen

Investition in Photovoltaik genau prüfen

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Der Markt ist sehr umkämpft, weil es sich um eine gute Investition handelt.

Eine neue PV-Anlage zu planen ist sehr zeitaufwändig und kostspielig. Die Alternative ist es eine schlüsselfertige Solaranlage zu kaufen. Die gibt es zum Beispiel bei Milk the Sun.

Schwarmfinanzierungen (Crowd-Funding)

Die wohl einfachste Möglichkeit mit Solaranlagen Geld zu verdienen ist die Schwarmfinanzierung. Dabei gibt es ein Investitionsprojekt. Das kann sowohl eine geplante, als auch eine betriebsbereite PV-Anlage sein.

Auf der Crowdfundig-Plattform gibt es die Möglichkeit Anteile an diesen PV-Projekten zu erwerben. Es gibt unterschiedliche Arten der Tilgungsraten, Zinsraten und Laufzeiten. 

Es ist empfehlenswert sich detaillierte ins Projekt einzulesen und zu prüfen. Oftmals locken hohe Renditen von über 6 Prozent. Klar sollte bei jeder Investition sein: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko.

Dach vermieten

Die letzte Möglichkeit ist es, ein Dach zu vermieten. Wenn sie große Dachflächen besitzen, wie eine große Scheune, können Sie diese an einen Investor verpachten.

Freilich können sie mehr Geld verdienen, wenn Sie selbst einen Photovoltaikanlage kaufen. Haben Sie das benötigte Kapital nicht zur Verfügung oder scheuen Sie das Risiko, ist es immer noch eine gute Option indirekt mit Photovoltaik Geld zu verdienen.

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