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Größe der Solaranlage für ein Einfamilienhaus

Letztes Update: 2. Dezember 2020

Lesedauer: 4 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

In diesem Artikel schauen wir uns an, was die optimale Größe der Photovoltaikanlage für ein Eigenheim ist.

Wie groß muss eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus sein?

Eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus sollte zwischen 5- und 10 kWp (Kilowatt Peak) groß sein. Moderne PV-Anlagen benötigen etwa 3 Solarmodule für 1 kWp Leistung. Demzufolge kommen 15- bis 30 Solarpaneele auf das Dach. Dafür ist eine Dachfläche von ca. 25- bis 60 m² notwendig.

Das typische Dach eines Einfamilienhauses ist für eine optimale Photovoltaikanlage geeignet. Es gibt allerdings mehrere mögliche Entscheidungsgrundlagen für die Größe der Anlage. 

Haben Sie ein sehr großes Dach oder mehrere passende Dachflächen? Dann stellt sich immer die Frage:

Das Dach komplett belegen, oder nicht?

Ob die Dachfläche komplett mit Solarmodulen belegt werden soll, ist nicht leicht zu beantworten. Prinzipiell sinken die Kosten pro kWp, je größer die Solaranlage wird. 

Einfamilienhaus und Photovoltaikanlage

Einfamilienhaus und Photovoltaikanlage

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Also ist es sinnvoll alles zu belegen?

Das kommt ganz darauf an. Zwar sind die spezifischen Kosten bei großen Anlagen geringer. Allerdings sinkt auch ihre Eigenverbrauchsquote. Da die Einspeisevergütung stetig sinkt, lohnen sich PV-Anlagen, die viel Strom einspeisen immer weniger. Der Kostenvorteil verpufft. Trotzdem empfehle ich das Dach komplett vollzumachen.

Auch, wenn Sie mit Photovoltaik Geld machen wollen, bringen Anlagen bis zur 10 kWp Grenze eine gute Rendite.

Klar lohnt es sich, wenn besonders viel produzierter Strom selbst verbraucht wird. Doch auch wenn der Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage relativ gering ist, helfen Sie ein Stückchen mit, die Energiewende mit Sonnenenergie zu beschleunigen.

Doch was, wenn über 10 kWp auf das Dach passen?

Vielleicht haben Sie schon mal davon gehört. Viele Installateure raten von Solaranlagen über 10 kWp ab. Das liegt darin begründet, dass nun der Eigenverbrauch mit einem Teil der EEG-Umlage belastet wird.

Sie zahlen also auf den produzierten Strom, den Sie selbst verbrauchen, eine Abgabe, die zur Zahlung der Einspeisevergütung genutzt wird. Somit zahlen Sie sich selbst ein Stückchen der Einspeisevergütung. 

Klingt Paradox? Ja, so ist das wohl in der deutschen Energiepolitik. Gut zu wissen ist aber, dass die Grenze laut einer europäischen Richtlinie auf 30 kWp angehoben werden soll. Diese wurde aber noch nicht in das nationale Gesetz übernommen.

Ich empfehle daher, die Anlagengröße knapp unter 10 kWp zu wählen. Haben Sie deutlich mehr Dachfläche zur Verfügung, dann sollte die Anlage mindesten 12 kWp und höchstens 30 kWp haben. Damit können Sie mit der besten Rendite rechnen.

Dass sich Photovoltaik nicht mehr lohnt, ist ein Mythos und kann getrost widerlegt werden.

Wie viel kWp kann ich aus meiner Dachfläche herausholen?

Es kommt darauf an, welches Modul verwendet wird. Je höher der Wirkungsgrad vom Modul ist, desto mehr kWp pro m² passen auf das Dach. Ein klassisches PV-Modul mit 60 Zellen und 350 Wp benötigt etwa 0,2 m² für ein kWp. Die Photovoltaik Hersteller arbeiten natürlich daran, dass Leistung immer weiter zu steigern.

Lieber eine kleine Solaranlage, dafür mit Stromspeicher?

Wie vorhin besprochen, lohnt sich der Eigenverbrauch besonders. Lohnt es dann nicht, eine kleine Dachfläche inklusive Batteriespeicher zu nutzen?

Das mag auf den ersten Blick tatsächlich so wirken. 

Aber: Der Speicher ist immer noch zu teuer, sodass er sich oftmals nicht lohnt. Die Rendite wird, zum Beispiel durch Umwandlungsverluste, geringer ausfallen, als bei einem vollen Dach.

Deshalb rate ich ihnen dazu, die volle Größe ihres Einfamilienhauses für die Solaranlage auszunutzen.

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  1. Gut zu wissen, dass die Rendite bei kleineren Solaranlagen etwa durch Umwandlungsverluste geringer ausfallen wird, als bei einem vollen Dach. Mein Onkel möchte sich eine neue Solaranlage auf dem Dach seines Hauses auf dem Lande installieren lassen. Er wird den Tipp beherzigen und sich zu einer möglichst hohen Rendite eine große Solaranlage auf dem ganzen Dach installieren lassen.

  2. Danke für diesen hilfreichen Artikel über die passende Solaranlage für ein Einfamilienhaus. Mein Mann und ich haben uns auch für Solarstrom entschieden und uns wurde von Bekannten zu einem kompetenten Installateur geraten. Ich denke auch, dass es am besten sein wird, die volle Größe unseres Hauses für die Solaranlage auszunutzen.

  3. Gut zu wissen, dass die Kosten pro kWp sinken, je größer die Solaranlage ist. Da unser Haus nicht so groß ist und dementsprechend auch unser Dach, sollte es eigentlich sinnvoll sein, alles zu belegen. Die Eigenverbrauchsquote werden wir berechnen lassen, um zu entscheiden, ob es sich tatsächlich lohnen würde.

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