Solarstrom ist elektrischer Strom aus Sonnenlicht. Auf dem eigenen Dach kann er den Netzbezug senken; die Erzeugungskosten hängen von Anschaffung, Ertrag, Finanzierung und Betrieb ab. Wie die Anlage geplant wird, erklärt der Überblick zur Photovoltaik-Anlage.
- Solarstrom entsteht über den photovoltaischen Effekt in Solarzellen, der Wechselrichter macht ihn im Haus nutzbar
- Eigenverbrauch lohnt am meisten: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt im Rechenbeispiel 37 Cent Netzstrombezug
- Überschüsse bringen die Einspeisevergütung von 7,70 Cent/kWh (bis 10 kWp, Stand August 2026), für neue Teileinspeisung August–Dezember 2026; Förderbedingungen beachten
- Ein Stromspeicher verschiebt Überschüsse in die Nacht, verursacht aber Kosten und Verluste
- Solarstrom boomt: 2025 deckte Photovoltaik rund 16,0 % der inländischen Netzeinspeisung
Wie entsteht Solarstrom?
Solarstrom entsteht durch den photovoltaischen Effekt: Trifft Licht auf eine Solarzelle, setzt es dort Elektronen in Bewegung, ein Gleichstrom fließt. Viele Zellen bilden zusammen ein Solarmodul, mehrere Module eine Photovoltaik-Anlage.
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom um. Über den Zählerschrank fließt der Strom zuerst zu den Verbrauchern im Haus, der Überschuss geht automatisch ins öffentliche Netz. Wie alle Komponenten zusammenspielen, erklärt der Artikel zum Aufbau einer Photovoltaik-Anlage.
Was kostet Solarstrom im Vergleich zu Netzstrom?
Direkt verbrauchter PV-Strom vermeidet den Arbeitspreis für Netzstrom; der Grundpreis bleibt in der Regel bestehen. Gegenüber Einspeisung beträgt der zusätzliche Bruttovorteil bei 37 ct Bezug und 7,70 ct Vergütung 29,30 ct/kWh. Davon sind gegebenenfalls zusätzliche Kosten für Speicher oder Verbrauchssteuerung abzuziehen.
Wohin mit dem Solarstrom?
Selbst verbrauchen
Der Eigenverbrauch ist der wertvollste Weg, denn er ersetzt teuren Netzstrom. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil je nach Dimensionierung und Lastprofil unterschiedlich; im 10-kWp-/4.500-kWh-Referenzfall bei 16,8 %. Wer Verbraucher wie Waschmaschine, Wärmepumpe oder Wallbox in die Sonnenstunden verschiebt, holt mehr heraus.
Einspeisen
Überschüssiger Solarstrom kann ins öffentliche Netz fließen. Für neue Gebäudedachanlagen in Teileinspeisung vom 1. August bis 31. Dezember 2026 gelten 7,70 ct/kWh für die ersten 10 kWp. Der Inbetriebnahmesatz gilt grundsätzlich für das restliche Inbetriebnahmejahr plus 20 Kalenderjahre; Ausnahmen etwa bei negativen Strompreisen beachten. Einzelheiten stehen unter Einspeisevergütung.
Speichern
Ein Batteriespeicher verschiebt Überschüsse in den Abend. Im Referenzfall mit 10 kWp, 4.500 kWh Verbrauch und 10 kWh Speicher sind 73,8 % Autarkie erreichbar; dies ist ein Modell, keine allgemeine Zusage. Bereits im Mai 2025 meldete der BSW-Solar zwei Millionen Solarstromspeicher. Cloud-Tarife speichern dagegen keine Energie physisch und ersetzen keinen Saisonspeicher.
Welche Wege führen zum eigenen Solarstrom?
Der klassische Weg ist der Kauf einer eigenen Dachanlage, es geht aber auch ohne großes Eigenkapital und sogar ohne eigenes Dach:
- Kaufen: Investition und laufende Kosten selbst tragen; die Wirtschaftlichkeit individuell berechnen.
- Finanzieren oder mieten: Eine Finanzierung über einen Anbieter oder eine Bank verteilt die Investition auf Raten. Mietmodelle nehmen die Anfangsinvestition ab, kosten über 20 Jahre aber deutlich mehr als der Kauf.
- Balkonkraftwerk: Mieter erzeugen mit einer Mini-Solaranlage aus ein bis zwei Modulen eigenen Solarstrom, angemeldet ist sie in wenigen Minuten.
- Inselanlage: Für Gartenhaus, Camper oder Wochenendgrundstück ohne Netzanschluss reicht eine kleine Anlage mit Speicher, ohne Netzanschluss, aber weiterhin mit Sicherheits- und gegebenenfalls baurechtlichen Anforderungen.
- Ökostrom beziehen: Wer gar keine Fläche hat, kann einen Ökostromtarif wählen; ein zusätzlicher Ausbau ist nicht bei jedem Tarif gewährleistet oder beteiligt sich an Bürgerenergieprojekten.
Welche Flächen eignen sich für Solarstrom?
Am wirtschaftlichsten ist fast immer das eigene Hausdach, ob Steildach oder Flachdach. Auch Ost-West-Dächer liefern gute Erträge und verteilen die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag; oft lohnt es sich, gleich mehrere Dachseiten zu belegen, weil die Installationskosten pro kWp sinken.
Darüber hinaus eignen sich Garage und Carport mit passend geplanter Befestigung, Fassaden mit etwas geringerem Ertrag sowie Freiflächen für große Solarparks. Entscheidend für den Ertrag sind Standort (Globalstrahlung), Ausrichtung und Neigungswinkel der Fläche.
Solarstrom in Deutschland: Zahlen und Potenzial
Das Wachstum geht weiter: Das EEG-Ziel liegt bei 215 GW bis 2030 und 400 GW bis 2040. Dafür müsste der jährliche Zubau gegenüber den vergangenen Jahren allerdings noch steigen. Klar ist: Mit dem wachsenden Strombedarf durch E-Autos und Wärmepumpen wird günstiger Solarstrom zur tragenden Säule der Stromversorgung, und jedes belegte Dach trägt dazu bei.
Woher die Energie stammt, erklärt der Artikel zur Sonnenenergie; worin sich die Begriffe unterscheiden, der Unterschied zwischen Solar und Photovoltaik. Wie viel davon in Deutschland installiert ist, zeigt die installierte PV-Leistung.
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