Die Aufdach-Photovoltaik-Anlage ist die Standardform der Modulbefestigung auf dem Hausdach: Solarmodule werden über der bestehenden Dacheindeckung montiert und lassen sich dadurch flexibel bei Bestandsbauten nachrüsten oder direkt beim Neubau einplanen. Für jede Dacheindeckung, ob Ziegel-, Bitumen- oder Metalldach, gibt es passende, standardisierte Montagesysteme, was die Anschaffungskosten im Vergleich zu Alternativen wie der Indach-Montage moderat hält. Alle Montagearten im Überblick behandelt der Ratgeber zur Photovoltaik-Montage.
- Aufdach vs. Indach: Aufdach ist deutlich günstiger, Indach punktet optisch
- Hinterlüftung beeinflusst die Zelltemperatur; kein fester Minderertrag für alle Indach-Systeme
- Montage: Dachhaken aus Aluminium oder Edelstahl, verschraubt mit statisch bemessenen Schrauben
- Montagedauer für ein Einfamilienhaus: 1 bis 4 Tage
- Kostenorientierung: 10-kWp-Referenzmodell 17.000 € , mit 10 kWh Speicher 21.100 €
- Nullsteuersatz und Einkommensteuerbefreiung haben unterschiedliche Voraussetzungen
Photovoltaik: Indach oder Aufdach?
Aufdach-Photovoltaik wird hauptsächlich für Bestandshäuser eingesetzt, weil die meisten Einfamilienhäuser ursprünglich ohne Berücksichtigung einer künftigen PV-Anlage geplant wurden. Die Nachrüstung kann jederzeit erfolgen, solange das Dach nicht sanierungsbedürftig ist und ausreichende Restnutzungsdauer besitzt; 20–30 Jahre sind eine Planungsperspektive, keine feste Mindestvorgabe. Auch auf einem Neubau sind Aufdach-Module ohne Probleme einsetzbar.
Indach-Photovoltaik wird, im Gegensatz zur Aufdach-Photovoltaik, direkt in das Dach integriert und fungiert dabei als eigene Dachhaut. An der Stelle, wo Indach-Module installiert werden, entfällt die Ziegeleindeckung, das spart Eindeckungsmaterial und führt zu einer eleganteren Dachansicht.
Die dachintegrierte PV-Anlage erfordert einen hohen Planungsaufwand und besondere Kenntnisse vom Solarteur bzw. Dachdecker. Die Installation der Aufdach-PV-Anlage ist dagegen vom Fachmann einfach durchführbar: Bei einem intakten Hausdach sind die Montagekosten für die Aufdach-Photovoltaik deutlich geringer als bei der Indach-PV, weil keine zeitaufwendige Demontage der Dachdeckung stattfinden muss. Bei Neubau und Sanierung ist die eingesparte Eindeckung gegenzurechnen; gleiche Gesamtkosten sind nicht garantiert.
Ein großer Vorteil der Aufdach-Solaranlage ist die gute Hinterlüftung der PV-Module. Diese werden mit einem Abstand von etwa 10 cm zu den Dachziegeln befestigt, wodurch eine gute Luftzirkulation hinter den Modulen stattfindet. Dieser stetige Luftzug bringt eine Kühlleistung mit sich, die spürbaren Einfluss auf Leistung, Wirkungsgrad und Ertrag hat. Auch Indach kann hinterlüftet sein. Die ältere Spanne von 3–10 % Mehrverlust ist kein universeller Vergleichswert; Dachaufbau, Luftspalt und Temperaturkoeffizient müssen in die Planung einfließen.
Aufdachmontage der PV-Anlage: das ist zu beachten
Das Steildach bzw. Schrägdach ist gut für Photovoltaik geeignet, weil es meistens einen günstigen Neigungswinkel (30 bis 50°) zur Stromerzeugung mit sich bringt. Die Solarmodule können also flach bzw. parallel zum Dach aufliegend montiert werden, was die beste Flächenausnutzung ermöglicht.
Es gibt verschiedene Dacharten vom Typ Schrägdach, wie das Satteldach, das Walmdach oder das Pultdach. Egal um welche Art es sich handelt, der Lastabtrag muss zur Eindeckung und Tragkonstruktion passen. Bei geeigneten Falzdächern sind auch Klemmsysteme möglich. Die Bausubstanz vom Dach wird dabei kaum beschädigt, das Dach kann auch nach einem Rückbau der PV-Anlage weiter verwendet werden.
Die Aufdach-Anlage bietet Windkräften, also Windsog und Winddruck, eine große Angriffsfläche. Daher muss die Aufdachmontage ausreichend stabil sein, um auch starken Windböen bei Sturm zu widerstehen. Um das zu gewährleisten, gibt es vom Hersteller der PV-Unterkonstruktion spezifische Anforderungen:
- Für die Verankerung mit dem Sparren werden Dachhaken aus Aluminium oder Edelstahl verwendet.
- Der Abstand zwischen einzelnen Dachhaken darf nicht zu groß sein, 1,6 m ist jedoch keine allgemein zulässige Grenze.
- Zur Verschraubung werden Spezialschrauben eingesetzt, deren Länge und Einschraubtiefe zur Systemstatik und zum tragenden Holz passen.
Bei der Montage werden zunächst die verstellbaren Dachhaken befestigt. Dazu muss zunächst jeweils ein oder zwei Dachziegel entfernt werden, sodass die Konterlattung sichtbar wird.
Jetzt wird der Dachanker aufgesetzt und mit statisch bemessenen Schrauben im Dachsparren befestigt. Der Ziegel wird mithilfe eines Winkelschleifers angepasst, damit er trotz des Dachhakens wieder eingesetzt werden kann und die Dichtigkeit vom Dach erhalten bleibt.
Sind die Dachhaken eingesetzt, werden diese mit Aluminiumschienen verbunden. Da ein Ziegeldach selten perfekt gerade ist, werden Ungleichheiten mit höhenverstellbaren Dachhaken ausgeglichen, damit später ein einheitliches und ästhetisches Modulfeld entsteht.
Werden die Solarmodule hochkant montiert, sind pro Modulreihe jeweils 2 Metallschienen zur Befestigung notwendig. Bei der Quermontage werden weitere Schienen in vertikaler Dachausrichtung benötigt, die zulässige Schienenanordnung hängt vom System und den freigegebenen Klemmzonen ab.
Ist das Metallgestell fertig aufgebaut, werden die Module verlegt. Dazu werden diese zunächst untereinander verkabelt und dann mit vier Modulklemmen auf den Schienen befestigt. Der gesamte Prozess der Aufdachmontage dauert je nach Anlagengröße und Teamstärke der Installateure ein bis vier Tage.
Bei der Aufdachmontage auf dem Flachdach ändern sich einige Dinge: Die Module werden nicht flach aufgelegt, sondern auf einem speziellen Montagesystem aufgeständert. Die Flachdach-Photovoltaik ist daher sehr flexibel einsetzbar und kann oftmals nur durch Ballastierung, also ohne Dachdurchdringung, fixiert werden.
Kosten Aufdach-PV-Anlage
Die früher genannten 1.500–1.900 €/kWp und rund 26.000 € für 10 kWp mit Speicher sind ältere Orientierungen, keine aktuelle separate Aufdach-Auswertung. Der pauschale Speicheransatz von 1.000 €/kWh ist überholt; vergleichen Sie stattdessen das aktuelle Modell für dieselbe PV-Leistung und Batteriekapazität.
Generell sinkt der Preis pro Leistungseinheit, je größer die PV-Anlage wird. Eine größere Belegung ist deshalb prüfenswert; zusätzliche Kosten, Verschattung und Mehrertrag entscheiden über jede weitere Teilfläche. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann es auch sinnvoll sein, mehrere Dachseiten zur Stromproduktion einzusetzen.
Lohnt sich eine PV-Anlage auf dem Dach?
Ob sich eine Aufdach-Photovoltaik-Anlage lohnt, hängt von den Anschaffungskosten, der Einspeisevergütung und dem eigenen Stromverbrauch ab. Wie sich die Preise für Aufdach-Anlagen über die Zeit entwickelt haben, zeigt die PV-Preisentwicklung.
Der Nullsteuersatz gilt unter den Voraussetzungen des § 12 Abs. 3 UStG. Davon getrennt ist die Einkommensteuerbefreiung zu prüfen: Für neue Fälle ab 2025 gelten grundsätzlich 30 kWp je Wohn-/Gewerbeeinheit und 100 kWp je Steuerpflichtigem; ältere Anlagen können anderen Objektgrenzen unterliegen. Details erläutert der Steuerratgeber.
Auf dem Nebengebäude gelten eigene Regeln: Photovoltaik auf dem Garagendach.
Aufdach-PV planen: schnell zum Angebotsvergleich
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