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Photovoltaik-Montage (8 Schritte) | Aufbau, Kosten, Dauer

Letztes Update: 13. Juli 2021

Lesedauer: 11 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

In diesem Artikel dreht sich alles um die Photovoltaik Montage. Wir schauen uns genau an, wie der Ablauf der Montage funktioniert, welche verschiedenen Montagearten und Montagesysteme es gibt und vieles mehr.

Wie lange dauert der Aufbau einer Photovoltaikanlage?

Photovoltaik-Montage

Photovoltaik-Montage

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Die Montage und der Aufbau der gesamten Photovoltaikanlage dauert ein bis fünf Tage. Das ist abhängig nach der Anlagengröße, Anzahl der Monteure und dem Schwierigkeitsgrad der örtlichen Gegebenheiten. Ein zusätzlicher Stromspeicher verlängert die Dauer der Installation um einen bis zwei Tage.

Was kostet die Montage einer Photovoltaikanlage?

Die Montagekosten einer Photovoltaik-Anlage betragen ca. 15 bis 25 % der Gesamtsumme. Bei einer typischen Anlage mit 10 kWp entspricht das etwa 2000 €. Darin enthalten sind alle Dacharbeiten, Montage der Module, Kabelverlegung und Elektroinstallation. Je größer die PV-Anlage, desto niedriger sind die Kosten pro m².

Der Ablauf der Montage einer Photovoltaikanlage

Bevor die Montage der Photovoltaik-Anlage beginnt, muss vom Fachbetrieb eine entsprechende Planung stattfinden. Haben Sie das Angebot für eine Photovoltaik-Anlage unterschrieben und ist der Kauf abgeschlossen, gibt es eine kleine Warteperiode. 

Zunächst wird das Material bestellt, außerdem muss die Anmeldung der elektrischen Anlage beim Netzbetreiber erfolgen. Ist alles erledigt, beginnt die Montage.

1. Lieferung der Bestandteile der PV-Anlage

Der Aufbau einer Photovoltaikanlage setzt sich aus vielen verschiedenen Komponenten zusammen. Darunter zählen Solarmodule, Wechselrichter, Solarkabel, Überspannungsschutz, Befestigungsmaterial und vieles mehr.

Solarpanelsystem

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Entweder werden alle Komponenten direkt von einer Spedition geliefert oder das Montageteam bringt diese zum Start der Installation mit. 

Bei einer Spedition-Lieferung sollten Sie genau kontrollieren, ob alle Teile in einwandfreiem sind.

2. Ausmessen und planen

Bevor die Arbeit anfängt, müssen die Monteure vor Ort genau überprüfen wie die Solaranlage installiert wird. Zwar gibt es schon einen Vorab-Plan, der muss allerdings nun penibel in die Tat umgesetzt werden.

Wichtig dabei sind die Abmessungen, also wo genau die Modulfläche anfangen und enden soll, und wo die Dachhaken eingesetzt werden müssen. 

Weiterhin wird der genaue Platz für den Wechselrichter festgelegt und es wird überlegt und geprüft, wie genau die Kabel vom Dach bis zum Anschlusspunkt verlegt werden. Das alles gehört zur Arbeitsvorbereitung.

Ist der exakte Plan zwischen den Handwerkern besprochen, geht es an die eigentliche Montage der Photovoltaikanlage. Beachten Sie, dass je nach Anzahl der Monteure auch mehrere Schritte parallel ablaufen können.

3. Montage der Unterkonstruktion

Die Montage der PV-Unterkonstruktion ist sehr arbeitsintensiv, doch ist das Montagegestell einmal fest verankert geht es danach sehr flott voran.

Die Unterkonstruktion sieht je Dachtyp und verwendeten Montagesystem unterschiedlich aus. Die wichtigsten Bestandteile sind:

  • Dachhaken (Höhenverstellbar)
  • Befestigungsschrauben
  • Aluminium-Schienen/Profile oder Gestell

Beim klassischen Ziegeldach werden pro PV-Modul 2 Trägerschienen verwendet. Bei einem typischen Dach mit 3 Modulreihen müssen also 6 Reihen mit Dachhaken und Aluprofilen bestückt werden.

Der Abstand der Befestigungshaken ist wichtig und darf nicht zu groß oder zu klein sein. Die genaue Größe richtet sich nach dem verwendeten PV-Modul-Hersteller und spezifischen Modultyp.

Normalerweise gilt:

  • Überhang kleiner als 45 cm
  • Schiene bis zum Ende vom Modulrahmen größer als 20 cm

Die Dachhaken werden direkt mit den Dachbalken verankert. Zunächst müssen ein bis zwei Dachziegel entfernt werden. Der Haken wird auf dem aufliegenden Dachsparren mit zwei bis drei langen (normalerweise 100 mm) Tellerkopfschrauben befestigt.

Der Ziegel muss anschließend bearbeitet werden, weil er sonst auf dem Haken aufliegen würde. Dazu wird, mithilfe eines Winkelschleifer, eine kleine Ausfräsung eingefügt. Die Oberseite vom Dachziegel bleibt dabei intakt, sodass die Dachabdichtung gewährleistet ist.

Sind alle Haken auf dem Dach montiert, werden die Befestigungsprofile angebracht. Dazu werden meistens Hammerkopfschrauben verwendet. Die Schienen werden nun ausgerichtet, damit zum Schluss eine glatte Modulfläche entsteht.

4. DC-Verkabelung anschließen

Befestigung- der Solarmodule  und Kabel am Montagesystem

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Bevor die Solarmodule montiert werden muss das Solarkabel an Ort und Stelle sein (zumindest auf dem Dach).

Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern werden in mehrere Stränge aufgeteilt und die Module in Reihe geschaltet.

Typisch sind zwei bis drei Strings. Jeder Solarstring benötigt ein Plus- und ein Minuskabel. Jeweils ein Kabel muss an den Anfang und ans Ende der zusammengeschlossenen PV-Module (String). 

Die Gleichstromkabel werden mit Kabelbinder am Montagegestell befestigt.

Das Solarkabel verläuft vom Modul bis zum Wechselrichter, welcher sich meistens im Anschlussraum befindet. 

Dazu wird das Kabel durch das Dach geführt. Es kann sein, dass die Dachhaut durchbrochen werden muss. In diesem Fall wird die Stell anschließend wieder dicht gemacht. Das Kabel wird in Kabelrohr oder Kabelkanal geschützt und installiert.

5. Montage der Photovoltaik-Module

Die Solarmodule müssen auf das Gerüst gebracht werden. Dafür gibt es verschiedenen Methoden. Mit einigen Monteure vor Ort kann das per Hand geschehen. Bei größeren Objekten kommt oft eine Hebebühne zum Einsatz.

Handhabung Solarmodul

Verschmutzte Photovoltaikanlage

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Das Solarpanel wird von ein oder zwei Handwerkern bis zur passenden Stelle auf dem Dach gebracht.

Dann werden die 2 Solarkabel von der Unterseite über Steckkontakte bzw. Solarstecker (MC4) mit dem vorherigen und nachfolgenden Modulen verbunden und mit Kabelbinder befestigt. Danach wird das Solarmodul mithilfe von Mittelklemmen oder Endklemmen montiert. 

Sehr wichtig bei der Montage ist es, die Ausrichtung der PV-Module zu beachten, sonst ergibt sich am Ende ein schiefes Bild.

Nach der Montage erfolgt eine Messung, um sicherzustellen, dass alle Module richtig angeschlossen sind.

6. Installation von Wechselrichter und Überspannungsschutz

Der Photovoltaik-Wechselrichter wird in der Regel im Anschlussraum montiert. 

Je näher der Wechselrichter zum Zählerschrank ist, desto leichter wird später die Installation des Wechselstromkabels. Prinzipiell kann der Wechselrichter aber auch an anderen Orten montiert werden, wie z.B. auf dem Dachboden oder in der Garage.

Direkt in der Nähe vom Wechselrichter wird der Überspannungsschutz verbaut. Dafür bietet sich ein Kleinverteiler an, welcher allerdings feuerfest sein sollte, weil hier erhöhte Brandgefahr besteht.

An den Wechselrichter werden die Solarkabel angeschlossen. Das geschieht häufig über eine Steckverbindung, ist aber je nach Wechselrichter-Hersteller unterschiedlich. 

7. AC-Verkabelung

Nachdem der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wurde muss dieser zum Zählerschrank geleitet werden. 

Das AC-Kabel hat entweder drei oder fünf Adern , je nachdem ob es sich um ein einphasiges oder dreiphasiges Photovoltaik-System handelt. 

Das Kabel wird an den Wechselrichter angeschlossen und bis zum Zählerschrank im Kabelkanal verlegt. Dort angekommen wird es vom Elektroinstallateur an den Zählerschrank angeschlossen. 

8. (optional) Stromspeicher montieren

Wird ein Stromspeicher verwendet, erhöht dies den Montageaufwand deutlich. Bei den meisten Systemen benötigt der Batteriespeicher einen zusätzlichen Wechselrichter. Mittlerweile gibt es aber auch Hybridwechselrichter, die beide Aufgaben in einem Gerät vereinen. 

9. Überprüfung und Messung

Ist die Montage der Photovoltaikanlage abgeschlossen, gilt es alles zu überprüfen, zu messen und einen Probebetrieb durchzuführen. Die Anlage muss aber wieder vom Netz genommen werden, weil sich der alte Zähler sonst rückwärts dreht. 

Was passiert nach der Montage?

Nach der Montage meldet der Solarteur die Fertigstellung beim Netzbetreiber an und macht einen Termin für die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage aus.

Der Netzbetreiber nimmt die technische Anlage ab und wechselt den Zähler aus. Bis dieser Termin stattfindet, können allerdings mehrere Wochen vergehen. 

Darüber hinaus muss der Hausbesitzer die PV-Anlage im Marktstammdatenregister eintragen. 

Verschiedene Arten der Photovoltaik-Montage

Schauen wir uns nun die verschiedenen Arten der Montage einer Solaranlage an:

Schrägdach-Aufdach-Montage

Mittelklemmen um PV-Modul festziehen

Mittelklemmen werden festgezogen. Schrägdach-Montagesystem

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Die meisten Dächer haben ein Schrägdach. Es gibt ganz verschiedenen Dacheindeckungen, z. B.

  • Ziegel
  • Beton
  • Schiefer
  • Kupfer
  • Faserzementplatten

Für alle Varianten gibt es spezielle Montagesysteme für die PV-Anlage. Die Solarmodule werden auf das Dach gebaut, d.h. das Dach bleibt fast vollständig unverändert und die Photovoltaikanlage kann ohne weitere Probleme auch wieder demontiert werden.

Indach-Montage

Die Indach-Montage ist etwas aufwendiger. Hierbei werden die Module nahtlos in das Dach integriert. Die PV-Anlage wird also selbst ein Teil der Dachhaut bzw. zum Solardach. Das hat für manche Menschen einen optischen Vorteil.

Wirklich sinnvoll ist die Indach-Montage nur bei einem Neubau, wenn das Dach noch nicht gebaut wurde.

Flachdach-Montage

Die Dachhaut eines Flachdaches kann aus diversen Materialien bestehen. Am häufigsten sind folgende Materialien:

  • Bitumen
  • Blech
  • Folie

Eine Solaranlage auf dem Flachdach wird den meisten Fällen aufgeständert, damit sich der PV-Neigungswinkel verbessert. Dafür gibt es eine riesige Anzahl an Flachdach-Montage-Systemen.

Häufig wird keine Dachdurchdringung benötigt. Man spricht dann von PV-Anlagen mit Ballastierung. Durch zusätzliches Gewicht (z.B. durch Bordsteine oder Sand) wird die Anlage erschwert. Zusätzlich sorgen Windabweiserbleche für einen geringeren Windsog und die PV-Anlage bleibt an Ort und Stelle. 

Freiflächen-Montage

Zur Montage einer Freiflächen-Photovoltaikanlage wird eine Unterkonstruktion eingesetzt, die fest im Boden verankert wird. Meistens werden die Anlage nach Süden ausgerichtet. Es gibt allerdings auch Nachführsysteme, welche der Sonne folgen.

Solarziegel-Montage

Solarziegel sind ähnlich zu der Indach-Montage. Einzelne Ziegel haben integrierte Solarzellen, welche zusammengeschlossen werden. Der Mehraufwand bei der Installation lohnt sich aktuell noch nicht. Durch neue Anbieter, wie Tesla Solar Roof könnte sich das aber in Zukunft ändern.

Häufige Fehler bei der PV-Montage

Eine Photovoltaikanlage besteht aus vielen Einzelteilen. Dementsprechend gibt es viele Fehlerquellen, welche bei der Montage auftreten können. Wirklich häufig sieht man folgende 3 Fehler:

1. Schlechte Ausrichtung der PV-Module

Werden die Solarmodule nicht exakt ausgerichtet, ergibt sich zum Schluss ein schlechter Gesamteindruck. Die Anlage wirklich schief oder wellig. 

Ist das Dach krumm und schief wird das Ergebnis logischerweise schlechter ausfallen, als bei einem sehr geraden Dach. Dennoch sollte die Justierung einen zufriedenstellenden Anblick hervorbringen.

2. Gefährliche Kabelverlegung

Die Kabelverlegung stellt eine potenzielle Gefahr dar. Durch die Solarkabel fließen teilweise sehr hohe Ströme. Die Isolation der Kabel kann durch scharfe Ecken und Kanten verletzt werden. 

Kommt es zu einem Isolationsfehler, wird sich der Wechselrichter abschalten und es kommt zu einem Ertragsverlust mit einer Minderung der Photovoltaik-Rendite.

Die Solarkabel sollten niemals auf dem Dach aufliegen, um den Kontakt mit Wasser und Sonne zu vermeiden.

Fehler bei Kabelverlegung

Schaubild Solarpanel

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3. Mangelhafte Dachdurchdringung

Die Durchdringung vom Dach ist eine potenzielle Fehlerquelle. Vor allem bei Flachdächern müssen die Stellen nachher fachgerecht abgedichtet werden, sonst wird Feuchtigkeit ins Innere eindringen.

Bei der Befestigung der Dachhaken muss sichergestellt werden, dass die Schrauben in die Dachsparren eindringen, damit richtiger Halt garantiert ist.

Kann man eine Solaranlage selbst montieren?

Wenn Sie handwerklich geschickt sind und gute Grundkenntnisse haben, ist die selbständige Montage der PV-Anlage möglich. 

Allerdings sollten Sie sich vorher klarmachen, welchen Teil der Installation Sie selbst hinbekommen und welchen nicht.

Am Ende muss die Abnahme bzw. der elektrische Anschluss von einem Fachmann gemacht werden. Viele Fachbetriebe sind dazu aber nicht bereit. Deshalb klären Sie das bitte vor dem Projektstart.

Wie findet man eine Photovoltaik-Montage-Firma?

Und die Montage der Photovoltaikanlage kümmert sich der Solarteur bzw. die Fachfirma, bei der der Kauf getätigt wird. In der Regel bekommen Sie also ein Komplettpaket bzw. eine schlüsselfertige Anlage.

Einen geeigneten Photovoltaik-Anbieter zur Montage finden Sie hier.

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  1. Gut zu wissen, dass die Montagekosten einer Photovoltaik-Anlage ungefähr 15 bis 25 % der Gesamtsumme betragen. Mein Onkel möchte sich auch eine solche Anlage in seinem neuen Haus installieren lassen. Er findet den prozentualen Anteil der Montagekosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten total gerecht.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag zum Aufbau einer PV-Anlage. Gut zu wissen, dass die verschiedenen Paneele über Steckverbindungen miteinander verbunden werden. Ich arbeite in der Automatisierungstechnik, dort nutzen wir auch solche Verbindungen, ich werde prüfen, ob unsere Stecker sich auch für die PV-Anlage eignet.

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