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Photovoltaik-Ausrichtung: Tabelle und Ertrag (2026)

Jens Burkhardt
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Aktualisiert: 6. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Die optimale Photovoltaik-Ausrichtung für einen hohen Jahresertrag liegt in Deutschland meist nahe Süden. Auch Ost- und Westdächer können wirtschaftlich sein: In unserem festen Rechenbeispiel liefern sie bei 35° Neigung rund 20 % weniger Ertrag pro kWp als Süd. Das Ergebnis am eigenen Haus hängt zusätzlich von Standort und Schatten ab.

Dieser Ratgeber zeigt mit Tabellen, wie stark jede Himmelsrichtung den Ertrag beeinflusst, wie Ausrichtung und Neigungswinkel zusammenspielen und wie sich die Ausrichtung des eigenen Dachs ermitteln lässt. Alle übrigen Grundfragen von Kosten bis Ablauf stehen im Überblick zur Photovoltaik-Anlage.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beste Ausrichtung: Süden (Azimut 0°), optimal kombiniert mit 30 bis 35 Grad Dachneigung
  • Ertragsverluste: Südwest/Südost nur rund 6 %, Ost/West rund 20 % (bei 35° Neigung), flacher geneigt deutlich weniger
  • Historische Bestandsauswertung, Stand 01.08.2026: Süd 985, West 882, Ost 879, Nord 804 kWh/kWp; kein kontrollierter Dachvergleich
  • Ost-West-Dächer können die Produktion zeitlich verteilen; zusätzlicher Eigenverbrauch hängt vom Lastprofil ab
  • Die eigene Dachausrichtung lässt sich per Kompass-App oder Google Earth ermitteln

Was bedeutet Ausrichtung einer Photovoltaik-Anlage?

Die Ausrichtung beschreibt, in welche Himmelsrichtung die Vorderseite der Module zeigt. Hier gilt der Solar-Azimut: 0° = Süd, −90° = Ost, +90° = West, ±180° = Nord. Bei einer PV-Anlage mit Südausrichtung ist die Abweichung von Süden somit null.

Ein Kompass zählt anders: Nord 0°, Ost 90°, Süd 180°, West 270°. Aus einer Kompassrichtung zwischen 0° und 360° wird der hier verwendete Solar-Azimut durch Abzug von 180°. Auch das PVGIS-5-Handbuch der EU-Kommission verwendet Süden als Nullrichtung.

Der Sonnenstand bestimmt die generierte Leistung der PV-Anlage, jedoch ändert sich dieser im Laufe des Tages und Jahres ständig. Für jeden Standort lässt sich die perfekte Photovoltaik-Ausrichtung ermitteln, um den durchschnittlichen PV-Jahresertrag zu maximieren.

Was ist die beste Ausrichtung für Photovoltaik?

Für maximalen Jahresertrag ist eine Ausrichtung nahe Süden meist günstig. Das genaue Optimum kann durch örtliches Wetter und den Horizont etwas abweichen. Die Verbraucherzentrale nennt Süd mit etwa 30° Neigung als gute Orientierung.

Weicht die Ausrichtung der PV-Anlage bzw. des Hausdachs von Süd ab, verringert sich der mögliche Energieertrag entsprechend.

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Photovoltaik-Anlage mit einer Südwest-Ausrichtung © Lars Gieger – stock.adobe.com

Bei Abweichungen, beispielsweise bei einer Ausrichtung nach Osten (-90°) oder Westen (90°), trifft die Sonne mit einem flacheren Winkel auf die PV-Module.

Bei schrägem Lichteinfall trifft weniger direkte Strahlung auf jeden Quadratmeter Modulfläche. Die Modulausrichtung selbst verlängert den Weg durch die Atmosphäre nicht: Dieser hängt von der Sonnenhöhe ab. Diffuse Himmelsstrahlung trägt ebenfalls zum Ertrag bei.

Solarpanels sind in der Regel fest mit dem Dach verbunden, sodass sich die optimale Ausrichtung jeden Tag nur kurzzeitig einstellt.

Im Gegensatz zu Aufdachanlagen gibt es für die Freiflächenphotovoltaik Nachführsysteme, welche die Ausrichtung der Solarmodule ständig optimieren. Das bringt allerdings erhöhte Kosten und Wartungsbedarf mit sich und ist keine geeignete Option für das Einfamilienhaus.

Viele Hausdächer haben keine perfekte Dachausrichtung

Auch Südost-, Südwest-, Ost- und Westdächer kommen für Photovoltaik infrage. Ob der geringere spezifische Ertrag wirtschaftlich vertretbar ist, entscheidet der Vergleich von Anlagenkosten, nutzbarer Fläche und Stromnutzung.

Ein unverschattetes Westdach kann günstiger sein als ein stark verschattetes Süddach. Eine pauschale Rentabilitätszusage allein aus der Himmelsrichtung wäre deshalb irreführend.

Einfluss einer suboptimalen Ausrichtung der PV-Anlage

Die Tabelle isoliert die Ausrichtung in einer festen Beispielrechnung bei 35° Neigung. Basis ist das bisherige CLI-Modell „Deutschland zentral“, Stand August 2026, mit 1.014 kWh/kWp für Süd. Das sind Modellwerte, kein gemessener Deutschlanddurchschnitt und keine aktuelle Standortprognose:

Ausrichtung der PV-AnlageAzimutJahresertrag pro kWpAbweichung zum Optimum
Süd0°1.014 kWh0 %
Südwest45°956 kWh-5,7 %
West90°813 kWh-19,8 %
Südost-45°956 kWh-5,7 %
Ost-90°813 kWh-19,8 %
Nordwest135°646 kWh-36,3 %
Nordost-135°646 kWh-36,3 %
Nord180°579 kWh-42,9 %

Wie in der Tabelle zu sehen ist, beläuft sich die Ertragsminderung bei einer Abweichung um 45° auf nur knapp 6 Prozent. Je schlechter die PV-Ausrichtung wird, desto höher fällt die Ertragseinbuße aus.

Die historische Bestandsauswertung 2011–2025, Stand 01.08.2026, enthält dagegen 985 kWh/kWp für Süd, 882 für West, 879 für Ost und 804 für Nord. Diese Werte bleiben als frühere Auswertung erhalten. Die Anlagengruppen unterscheiden sich auch bei Standort, Neigung und Alter. Aus der Differenz lässt sich weder ein reiner Ausrichtungsverlust noch eine belegte Ursache wie „überwiegend flache Norddächer“ ableiten.

Wichtiger Hinweis: Moderne Häuser haben oftmals ein Sattel- oder Walmdach und daher mehrere Dachflächen zur Verfügung. Mehrere Seiten können belegt werden, wenn Statik, Verschattung, Montage und elektrische Auslegung dies zulassen. Die Ost-West-Ausrichtung eignet sich dafür hervorragend.

Mehrere Ausrichtungen können die Produktion über mehr Tagesstunden verteilen. Ob Eigenverbrauchsmenge und Eigenverbrauchsquote steigen, hängt vom zeitgleichen Verbrauch ab. Zusätzliche Module können Fixkosten auf mehr kWp verteilen; weitere Dachflächen verursachen aber auch Montageaufwand.

Die Nordseite vom Dach für die PV-Anlage zu nutzen ist nur in bestimmten Fällen sinnvoll, vor allem bei sehr geringem Neigungswinkel, denn der erhöht den Ertrag deutlich.

Ausrichtung und Neigungswinkel des PV-Moduls beeinflussen einander

Der Jahresertrag einer PV-Anlage hängt vom Zusammenspiel aus Dachausrichtung und Neigungswinkel ab. Beide Faktoren beeinflussen sich gegenseitig: Ein guter Neigungswinkel bringt wenig, wenn die Ausrichtung gleichzeitig schlecht ist.

In folgender Grafik ist die Tabelle für verschiedene PV-Ausrichtungen dargestellt:

Ausrichtungstabelle Photovoltaik In Deutschland.DxTCq73V
Grafik: Tabelle Ausrichtung für PV-Anlagen © Daten von Konrad Mertens – Eigene Darstellung

Im vereinfachten CLI-Modell sind Ost und West spiegelbildlich gleichgesetzt. Am realen Standort können Morgen-/Nachmittagswetter, Schatten und Temperatur unterschiedliche Jahreserträge verursachen.

Wie die Ausrichtungstabelle zeigt, hat auch der Neigungswinkel der Photovoltaik-Anlage einen elementaren Einfluss auf den Ertrag.

Bei Südausrichtung ist ein breiter Bereich um 30–35° günstig. Für Ost-, West- und besonders Nordflächen verbessern flachere Neigungen im Vergleichsmodell den Jahresertrag. Das ertragreichste Modul ist aber nicht automatisch die wirtschaftlichste Belegung der gesamten Dachfläche.

Bei sehr flachen Modulen können Wasser und Schmutz schlechter ablaufen. Eine allgemeine 12°-Grenze für zuverlässige Selbstreinigung gibt es nicht; maßgeblich sind Modulhersteller, Montage und Standort.

Unser Neigungs- und Ausrichtungsrechner verwendet eine separat gespeicherte regionale Matrix und rundet auf die nächsten 5°-Schritte. Deshalb müssen seine Ergebnisse nicht mit der älteren CLI-Tabelle oben übereinstimmen. Für konkrete Koordinaten eignet sich der PV-Ertragsrechner; eine detaillierte Nahverschattungsplanung bleibt zusätzlich nötig.

Wie lässt sich die Ausrichtung (Azimut) ermitteln?

Die Dachausrichtung lässt sich mit Kompass-App oder einer genordeten Karten-Draufsicht näherungsweise bestimmen. Gemessen wird die Richtung vom First zur Traufe, senkrecht zum First, nicht die Firstrichtung selbst. Für die Planung einer Photovoltaik-Anlage bestätigt der Fachbetrieb das Aufmaß.

1. Kompass nutzen

Vom sicheren Boden aus die Blickrichtung der Dachfläche bestimmen. Metall und elektrische Geräte können die Kompassmessung stören; geografisch Nord und die Anzeigeeinstellung beachten. Für diese Messung nicht aufs Dach steigen.

2. Google Maps einsetzen

Die zweite Möglichkeit ist Google Maps. Mithilfe von Satellitenbildern lässt sich das eigene Haus finden und die Ausrichtung ermitteln, allerdings lässt sich der Winkel nicht direkt ablesen. Mit einem Hilfsmittel, z. B. einem Winkelmesser, klappt es dennoch.

3. Mit Google Earth die Dachausrichtung ermitteln

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Dachausrichtung ermitteln © Google Earth – google.com

In Google Earth das Haus in einer genordeten Draufsicht suchen. Die Google-Hilfe weist auf Ungenauigkeiten von 3D-Messungen hin; verfügbare Werkzeuge unterscheiden sich zwischen Web, App und Pro.

  • Norden und die zu belegende Dachfläche identifizieren.
  • Die horizontale Richtung vom First zur Traufe bestimmen.
  • Falls eine Kompasspeilung angezeigt wird: Solar-Azimut = Kompasspeilung − 180°.
  • Beispiel: Südwest ist am Kompass 225°, im Solar-Azimut +45°. Ein pauschales „90° minus Messwert“ funktioniert nicht für alle Dachseiten.

Einflussfaktoren neben Neigung und Ausrichtung für PV-Ertrag

Neben Ausrichtung und Neigung bestimmen vor allem Jahreszeit, Verschattung, Standort und Wirkungsgrad die Leistung einer Photovoltaik-Anlage.

Die Jahreszeit verändert Tageslänge und Sonnenhöhe. Frühjahr und Sommer liefern gewöhnlich den größeren Anteil; konkrete Monatsanteile hängen von Dach und Standort ab.

Schatten wirkt sich ebenfalls auf den Ertrag aus, da ein verschattetes Modul den gesamten Stromkreis beeinträchtigen kann.

Der geografische Standort der Anlage und die entsprechende Globalstrahlung bestimmen die jährliche Sonnenenergie, welche auf die Modulfläche trifft. Breitengrad allein genügt nicht als Prognose: Bewölkung, Höhenlage und Horizont wirken ebenfalls mit.

Ein höherer Modulwirkungsgrad erlaubt mehr kWp auf gleicher Fläche. Bei gleicher installierter kWp-Leistung steigt der Jahresertrag dagegen nicht automatisch proportional zum Wirkungsgrad. Wechselrichter- und Leitungsverluste sind separat zu berücksichtigen.

Auch ohne Süddach zur eigenen PV-Anlage

Eine Ausrichtung außerhalb von Süd ist kein Ausschlussgrund. Entscheidend sind eine nachvollziehbare Ertragsprognose und die Kosten der tatsächlich nutzbaren Dachflächen. Lassen Sie dabei auch Verschattung und mehrere Belegungsvarianten vergleichen.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel können Sie kostenlos und unverbindlich bis zu fünf Angebote regionaler Fachbetriebe anfragen. Die Vermittlung hängt von Standort, Vorhaben und Partnerverfügbarkeit ab. Bitten Sie um die verwendeten Annahmen zu Neigung, Ausrichtung und Ertrag.