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Die 5 besten Wege Strom selbst zu erzeugen

Letztes Update: 8. Dezember 2020

Lesedauer: 10 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

In diesem Artikel zeige ich Möglichkeiten auf, Strom selbst zu erzeugen. Doch das ist nicht alles. Eigenen Strom zu erzeugen ist nicht unbedenklich. Wissen Sie, mit welcher Rendite zu rechnen ist, was mit dem Überflüssigen Strom passiert, oder ob auf den Eigenverbrauch Steuern zu zahlen sind? In einigen Minuten wissen Sie mehr!

Welche Möglichkeiten gibt es Strom selbst zu erzeugen?

Es gibt mehrere Wege Strom selbst zu erzeugen. Die erste Variante ist die Photovoltaikanlage. Diese produziert mithilfe der Solarenergie elektrischen Strom. Eine 5 kWp Anlage, erzeugt so viel Strom, wie eine Familie verbraucht. Als zweite Variante gilt die Kleinwindkraftanlage, die Windenergie in Strom umwandelt. Ein Blockheizkraftwerk schafft Wärmeenergie und Strom.

Schauen wir uns die Möglichkeiten zur Stromversorgung im Detail an.

Photovoltaikanlage

Die PV-Anlage ist wohl jedem bekannt. Umgangssprachlich oft als Solaranlage bezeichnet, nutzt sie vorhandene Sonnenenergie, um eigenen Strom zu erzeugen. Auf dem Dach (oder der Freifläche) werden PV-Module installiert. Diese bestehen aus Solarzellen, einem Rahmen, einer Anschlussdose und Solarkabeln.

Eine typische Photovoltaikanlage

Eine typische Photovoltaikanlage

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Der erzeugte Strom wird mit einem Wechselrichter nutzbar gemacht, denn die PV-Anlage produziert im ersten Schritt Gleichstrom. Elektrische Geräte benötigen jedoch Wechselstrom.

Durch hohe Wirkungsgrade von etwa 20 Prozent der Module schafft es eine typische Photovoltaikanlage in etwa 10. 000 kWh Stunden pro Jahr zu erzeugen. Die großen Photovoltaik-Hersteller produzieren sehr verlässliche Komponenten. Eine PV-Anlage liefert deshalb über 20- bis 40 Jahre nachhaltigen Strom

Kleinwindkraftanlage

Windkraft kennt jeder. Doch auch in kleinen Maßstäben lässt sich diese Form der erneuerbaren Energien nutzen. Mit einer Kleinwindkraftanlage lässt sich auch zu Hause Strom erzeugen. Die Voraussetzung ist es, genug Wind zur Verfügung zu haben.

Das lässt sich durch eine Windmessung überprüfen, sowie anhand der Karte der mittleren jährlichen Windgeschwindigkeit abschätzen.

Eine durchschnittliche Anlage, mit einer Leistung von 5 kW, kann an einem optimalen Standort etwa 9 000 kWh Strom pro Jahr erzeugen.

Weitere Wege Energie, Strom und Wärme selbst zu erzeugen

Natürlich lohnt sich auch der Blick auf andere Formen der Energieerzeugung. Klar, Strom selbst zu erzeugen ist super, aber auch die Wärmeenergie lohnt sich.

Deshalb schauen wir uns jetzt weiter Möglichkeiten an:

Solarthermieanlage

Die "Warmwasseranlage" ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende in Deutschland. Die Sonne kann mehr, als nur Strom zu produzieren. Diese Form der Solaranlage liefert Wärme und kann sowohl für die Heizung, als auch zum Duschen und Baden verwendet werden.

Wer einen hohen Wärmebedarf hat, kann sich hier unabhängig vom Versorger machen.

Blockheizkraftwerk

Mit einem Blockheizkraftwerk (BHK) lässt sich gleichzeitig Wärme- und Strom selbst erzeugen. Diese Mischform ist deshalb sehr interessant. Immer mehr Häuser nutzen diese Möglichkeit, selber Strom und Energie zu produzieren.

Blockheizkraftwerk

Ein modernes Blockkraftheizwerk

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Dieses Kraftwerk funktioniert aufgrund des Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzips. Es gibt die Anlagen in verschiedenen Größen. Für Einfamilienhäuser kommt eine Mikro-KWK-Anlage in den Sinn. Diese haben eine Leistung von unter 10 Kilowatt und sind deshalb hervorragend dimensioniert.

Allerdings sollte klar sein, dass diese Form der Energieerzeugung auf dem Verbrennen eines Kraftstoffs (z.B.) Diesel oder Pflanzenöl) basiert. Der hohe Wirkungsgrad von bis zu 90 % führt dennoch zu einer effizienten Stromerzeugung mit einem niedrigen CO²-Ausstoß.

Wärmepumpe

Eine Wärmpepumpe erzeugt Wärme aus der thermischen Energie, die in der Umwelt vorhanden ist. Das kann über die Luft, die Erde oder Grundwasser geschehen. Mehr Strom erzeugt die Anlage nicht, im Gegenteil, sie benötigt etwas Strom.

Also, warum sprechen wir darüber? Die Ausbeute der Wärmeenergie ist um ein vielfaches höher, als der benötigte Strom. Die Nutzung hilft also nicht Strom selbst zu erzeugen, aber dabei den Energieverbrauch zu senken. Und darum geht es doch, oder?

Strom erzeugen und speichern

Jetzt kennen wir die wichtigsten Möglichkeiten Strom selbst zu erzeugen. Darüber hinaus gilt es eine weitere Frage zu klären: Wie sollten man den eigenen Strom verwenden? Lässt sich Strom produzieren und speichern?

Mithilfe eines Stromspeichers kann selbst erzeugter Strom zwischengespeichert werden. Häufig kommt ein Batteriespeicher in eine Größe von ca. 10 kWh zum Einsatz. Es gibt aber auch andere Speicher, wie Redox-Flow oder Salzwasserspeicher. Gibt es keine Möglichkeit zur Speicherung, wird der Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Stromspeicher Solaranlage

Stromspeicher für Solaranlagen

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Ein Stromspeicher ist also immer optional. Die Stromerzeugung wird zunächst selbst verbraucht. Im Moment des Eigenverbrauchs muss kein Strom gekauft werden. Übersteigt die Produktion den Verbrauch geht dieser Überschuss in die Batterie.

Was passiert mit dem überflüssigen Strom?

Ist kein Speicher vorhanden, oder ist dieser voll wird der überflüssige Solarstrom verkauft bzw. vergütet. Das Erneuerbare Energien Gesetz regelt die Vergütung vom selbst erzeugten und verkauften Strom über 20 Jahre. Aktuell gibt es als Einspeisevergütung laut EEG etwa 9 Cent je Kilowatt-Stunde.

Was kostet selbst produzierter Strom?

Bisher ist klar, eigener Strom spart Kosten und bringt sogar zusätzliche Einnahmen mit sich. Nicht vergessen werden sollte, dass Solaranlagen (oder andere Techniken) immer einen Preis haben. Die Anschaffungskosten müssen auch mit Geld bezahlt werden.

Wenn man die Einnahmen und Ausgaben ins Verhältnis setzt, lässt sich ein Preis pro Kilowattstunde herausfinden.

Selbst produzierter Strom kostet zwischen 7- und 15 Cent pro kWh. Besonders die Stromerzeugung durch Photovoltaik lohnt sich. Haben Sie eine geeignete Fläche auf ihrem Haus? Dann lassen Sie das Thema Photovoltaikanlage nicht mehr aus den Augen! Wer Strom vom Dach direkt verbraucht versorgt sich sehr günstig selbst.

Strom produzieren ohne Eigenheim

Schon klar, ein typisches Haus hat viele Voraussetzungen, sich selbst zu versorgen. Aber was ist, wenn kein eigenes Dach verfügbar ist? Kann in diesem Fall Strom produziert werden?

Mini Solaranlage bei Mietwohnungen

Die gute Nachricht lautet: absolut! Steht ein Balkon zur Verfügung kann mit einer Mini-Solaranlage Strom selbst erzeugt werden. Die gesamte Photovoltaikanlage besteht hierbei aus ein- bis zwei Modulen und ist ausschließlich für den Eigenverbrauch vorgesehen.

Photovoltaikanlage an Balkon

Mini PV-Anlage auf Balkon

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Da die Bürokratie bei diesen Anlagen wegfällt, ist die eigenen Stromerzeugung jetzt auch in Mietwohnungen möglich. Wie viel Strom pro Jahr produziert wird, hängt von der Größe der PV-Anlage ab.

Mit 200- bis 700 kWh kann gerechnet werden. Verbrauchen Sie einen Großteil der Energie direkt, sinken die Stromkosten deutlich. Das ist eine gute Alternative zu den ständig steigenden Preisen der Netzbetreiber.

PV-Inselanlage für den Garten

Viele Hausbesitzer haben im Gartenhaus keinen Stromanschluss. Eine nachträgliche Installation ist zu kostspielig und aufwändig. Der Markt bietet dafür eine geeignete Lösung. Mir einer kleinen PV-Inselanlage kann der Garten mit Strom versorgt werden.

Benötigt wird eine PV-Anlage mit einem inselfähigem Wechselrichter -und einer geeigneten Batterie.

Achtung mit Recht und Steuern bei der Stromproduktion

Ein ganz anderes, aber wichtiges Thema, ist das deutsche Recht.

Häufig kommt die Frage auf: "Darf man in Deutschland Strom selbst erzeugen?" Die Antwort ist: Ja, jeder Mensch darf Strom erzeugen. Allerdings muss das immer angemeldet werden. So muss der PV-Anlagenbetreiber seine Solar-Anlage im Marktstammdatenregister eintragen. Der Netzbetreiber muss zudem die Anlage (kostenlos) abnehmen.

Immer, wenn etwas von Wert hergestellt wird, muss in Deutschland darauf eine Steuer bezahlt werden. Es ist völlig egal, ob es sich um eine Dienstleistung, ein Produkt oder Energie handelt.

Das gilt selbst, wenn keine Gewinnerzielungsabsicht besteht und nur das eigene Wasser erwärmt oder der Kühlschrank betrieben werden soll.

Also immer darauf achten: auch selbst verbrauchter Strom ist steuerpflichtig. Bei Solaranlagen über der 10 kWp-Grenze kommt sogar noch die EEG-Umlage mit darauf. Das sind aktuell rund 0,026 Euro pro Kilowattstunde.

Welche Gründe sprechen dafür Strom selbst zu erzeugen?

Grünen Strom Selbst-erzeugen und Geld sparen

Grünen Strom Selbst-erzeugen und Geld sparen

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Es gibt diverse Gründe für die eigene Stromproduktion. Sind Sie sich immer noch unsicher? Dann schauen wir uns jetzt die wichtigsten Punkte an.

Unabhängigkeit vom Stromversorger

Viele Menschen streben nach einem Gefühl der Unabhängigkeit. Da jeder Mensch Energie benötigt, besteht aber immer eine gewisse Abhängigkeit. Die Nutzung von einer Solaranlage bietet deshalb gewissen Freiheit. Im Zuge der Photovoltaik spricht man dabei von der Autarkie.

Steigende Strompreis hat nur geringere Auswirkung

Der Strompreis steigt stetig. Bei Kosten von über 0,3 Euro je kWh lohnt es sich Strom selbst zu erzeugen. Damit die Stromrechnung nicht Jahr für Jahr höher wird, sollte jedes Haus die Sonne oder den Wind nutzen.

Mit einer PV-Anlage bleiben ihre Kosten stabil.

Unweltschutz

Der Umweltschutz sollte für jeden Menschen ein wichtiges Motto sein. Der Klimawandel macht es nötig, dass wir alle unseren Beitrag leisten. Treibgase, wie C0² tragen zur Erwärmung der Erde bei. Wir haben nun mal einen hohen Strombedarf.

Warum also nicht, diesen Strom selber erzeugen? Die Erde bedankt sich.

Gute Investition

Wenn Sie mit Strom Geld verdienen wollen, sollten Sie selber einen Blick auf eine eigene Photovoltaikanlage werfen. Bei den niedrigen Zinsen auf der Bank, und risikoreichen Börsengeschäften, lohnt sich diese Investition, in den eigenen Strom, umso mehr.

Eine Rendite von 4- bis 6 Prozent ist schon möglich und zudem sehr sicher, aufgrund der Einspeisevergütung über 20 Jahre.

Strom selbst erzeugen - Nachteile

Gibt es auch Nachteile, den eigenen Strom zu erzeugen? Ja, natürlich:

  • Hohe Kosten entstehen bei der Anschaffung
  • Es ist einiges an Aufwand
  • Es sind tiefgreifende bauliche Maßnahmen nötig (macht der Photvoltaik-Berater oder die Fachfirma)
  • Eventuell ist ein Steuerberater nötig

Insgesamt lohnt es sich meistens, sich selbst zu versorgen, sich an der Energiewende zu beteiligen und Strom selbst zu erzeugen.

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