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Betriebskosten PV-Anlage: konkrete Zahlen [2021]

Letztes Update: 5. Oktober 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

Photovoltaikanlagen verursachen neben den einmaligen Anschaffungskosten auch laufenden Kosten. Doch was gehört alles zu den Betriebskosten der PV-Anlage? Wie hoch sind diese? 

Was sind Betriebskosten einer PV-Anlage?

Die Betriebskosten einer PV-Anlage sind anfallende Kosten, damit die langfristige Funktion der Solarstromanlage gewährleistet ist. Dazu zählen Reparaturen und Rücklagen für Defekte, Wartungskosten und die PV-Versicherung. Die Photovoltaik-Betriebskosten liegen bei ca. 1 bis 2 Prozent der Investitionssumme pro Jahr. 

Allerdings ist die Abgrenzung, was genau zu den Betriebskosten zählt und was nicht, nicht ganz klar. Neben den typischen anfallenden Kosten, gibt es noch weitere wiederkehrende Kosten. Dazu zählt die Reinigung der Solaranlage, die jährlichen Gebühren für den PV-Zähler und eventuell Kontoführungsgebühren.

Die erwirtschafteten Gewinne aus den Erträgen der Photovoltaikanlage unterliegen generell der Steuerpflicht. 

Steuerabgaben zählen allerdings nicht zu den Betriebskosten der PV-Anlage, denn sie haben keinen Kostencharakter (Geldleistung ohne Anspruch auf individuelle Gegenleistung).  

Nichtsdestotrotz sind diese Abgaben jährlich zu entrichten und sollten vom Anlagenbesitzer eingeplant sein.

Höhe der Photovoltaik-Betriebskosten

Die Betriebskosten der Photovoltaikanlage liegen im Durchschnitt bei 1,5 %. Je nach Projekt gibt es eine gewöhnliche Spannbreite von 1 bis 2 Prozent. Bei einer 10-kWp-Photovoltaikanlage zu einem Nettopreis von 12.000 € sind das 120 bis 240 € pro Jahr. Doch schauen wir uns alle laufenden Kostenträger einmal an.

Tabelle mit laufenden Kosten der PV-Anlage

Kosten-Faktor

Betriebs-Kosten

10-kWp-Anlage

Kategorie

Turnus

Rücklage/ Defekte

0,55 %

66 €

variable Kosten

jährlich

Stromzähler

0,33 - 0,83 %

40 - 100 €

Fixkosten

jährlich

Wartung

0,30 %

36 €

variable Kosten

alle 2 bis 4 Jahre

Reinigung

0 - 0,5 %

0 - 125 €

variable Kosten

alle 1 bis 5 Jahre (optional)

Versicherung

0,65 %

78 €

Fixkosten

jährlich

Kontoführung

0 - 1,5 %

0-15 €

Fixkosten

monatlich (optional)

Wie hoch die tatsächlichen Betriebskosten ausfallen, hängt davon ab, wie hoch die Fixkosten und die variablen Kosten wirklich sind. Mit etwas Glück hält der Wechselrichter über 20 Jahre und es gibt auch sonst keinen Defekt, dann sind die PV-Betriebskosten deutlich geringer.

Schauen wir uns nun die einzelnen Kostenfaktoren der Betriebskosten an.

Fixe Betriebskosten

PV-Versicherung

Jede Photovoltaikanlage muss versichert werden. Es gibt diverse Probleme die auftreten könnten:

  • Umweltschäden (z.B. durch Hagel oder Sturm)
  • Kabelschäden durch Tierbisse
  • Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag
  • Brandschaden durch fehlerhafte Photovoltaik-Montage
  • Diebstahl oder Vandalismus
  • Ertragsausfälle durch kurzfristige Probleme oder Defekte

Typische Kosten einer PV-Versicherung liegen zwischen 50 und 150 Euro im Jahr.

Als Alternative für eine separate Versicherung gilt die Zusatzoption der bestehenden Wohngebäudeversicherung.  Das kann ggf. etwas günstiger sein.

Wichtig ist auch der Haftpflichtschutz. Sollte der (sehr unwahrscheinliche) Fall eines Brandes eintreten, könnte auch das Nachbarhaus in Mitleidenschaft gezogen werden. Prüfen Sie daher, ob Ihre Haftpflichtversicherungen dieses Risiko mit abdeckt. 

Stromzählergebühren

Jeder Haushalt (mit Stromanschluss) zahlt eine Gebühr für die Miete vom Stromzähler, sofern dieser nicht gekauft ist. Um die Stromflüsse einer Photovoltaikanlage zu messen, bedarf es einen Zweirichtungszähler, in diesem Kontext oft auch als PV-Zähler bezeichnet.

Die Gebühren dieses Zählers liegen zwischen 20 Euro (einfacher digitaler Zähler) und 40 - 100 € (intelligenter Zähler).

Hat die PV-Anlage eine Nennleistung von über 7 kWp, so ist der Smart-Meter seit 2021 Pflicht. Analoge Zähler werden nicht mehr verbaut, sind aber teilweise noch in Betrieb.

Ferraris-Zähler

Schaubild Stromzähler

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Kontoführungsgebühren

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage hat in der Regel eine Gewinnerzielungsabsicht, deshalb handelt er gewerblich. Damit ergibt sich die Möglichkeit für ein eigenes Girokonto für die Solaranlage.

Der Vorteil: mehr Übersichtlichkeit und Trennung von privaten Ausgaben. Das macht vor allem die Steuererklärung leichter.

Der Nachteil: die anfallenden Kosten. Mit Preisen von 5 bis 15 Euro pro Monat sollte man sich gut überlegen, ob ein eigenes Geschäftskonto sinnvoll ist. Generell ist es nicht unbedingt notwendig.

Variable Betriebskosten

Wartungskosten

Obwohl Solaranlagen als wartungsarm gelten, sollte ein Fachbetrieb regelmäßig eine Wartung der Photovoltaikanlage durchführen. Das Wartungsintervall liegt bei 2 bis 4 Jahren. Der Preis liegt etwa 80 und 200 Euro, je nach Dimensionierung der PV-Anlage und Aufwand.

Es werden mögliche Probleme und alle Teile, die zum Aufbau der Photovoltaikanlage gehören, überprüft.

Dazu gehören die PV-Module, Solarkabel, Kabelsteckverbindungen, das Montagesystem, Undichtigkeiten, Wechselrichter, Stromspeicher, Zähleranschluss, Überspannungsschutz, etc.

Wartung PV-Anlage

Wartung PV-Anlage

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Reparaturen und Rücklagen für Defekte

Sollte der Wechselrichter den Geist aufgeben und ist die Garantie abgelaufen, dann muss diese Reparatur der PV-Anlage schnellstmöglich erfolgen. Anderenfalls drohen Einbußen der Solarstrom-Erträge.

Die meisten Wechselrichterhersteller geben 10 Jahre Produktgarantie. Da eine Photovoltaikanlage eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahre hat, steht der Wechselrichter-Austausch definitiv irgendwann an. Es lohnt sich hier bereits von Anfang an eine Rückstellung einzurichten.

Reinigung

Die Reinigung der Photovoltaikanlage ist nicht unbedingt notwendig. Wenn die Photovoltaikanlage einen Neigungswinkel von mehr als 16° hat, sollte eine Eigenreinigung durch Regen stattfinden.

Bei Flachdach-Photovoltaikanlagen, oder auch bei Standorten mit hoher Verschmutzung (z.B. in Nähe von Agrar-Betrieben) ist eine Reinigung aber oftmals sehr positiv.

Generell kostet eine PV-Reinigung etwa 1 bis 2,5 € pro m².

Steuern und Betriebskosten der Photovoltaikanlage

Neben den essenziellen und optionalen Betriebskosten der Photovoltaikanlage sind auch Steuern zu entrichten. 

Allerdings sind diese nicht immer fällig. Im Jahr 2021 beschloss der Gesetzgeber, dass für PV-Anlagen kleiner als 10 kWp die "Liebhaber-Regel" angewandt werden kann.

Dabei geht das Finanzamt davon aus, dass kein Gewinn erzielt werden soll und die Erträge bleiben steuerfrei. Hier finden Sie eine gute Erklärung zur Regelung.

Der Nachteil dieser Regel ist, dass keine Kosten abgesetzt werden können. Deshalb lohnt es sich für die meisten Eigenheimbesitzer bei der Anschaffung zunächst auf die Regel zu verzichten und über die Steuererklärung die Mehrwertsteuer zurückzuholen. 

Pauschale Betriebskosten PV-Anlage absetzen

In der Steuererklärung können auch Betriebsausgaben der PV-Anlage abgesetzt werden. Dazu zählen alle oben genannten Betriebskosten, welche ihren Jahresüberschuss mindern.

Darüber hinaus können die Anschaffungskosten (Netto) abgeschrieben werden. Bei der linearen AfA können 5 % pauschal als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Welchen Einfluss haben laufende Kosten der PV-Anlage auf das wirtschaftliche Ergebnis?

Für viele Solaranlagen-Betreiber steht die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage nicht an erster Stelle. Dennoch soll die PV-Anlage ein gutes Investment darstellen. Die typische Netto-Rendite von 3 bis 5 % (nach Abschreibungen) kann sich durchaus sehen lassen.

Sind die Betriebskosten der PV-Anlage besonders hoch (2 % und mehr), senkt das die Rendite um mindestens 0,5 % ab. Die Amortisation der Photovoltaikanlage verschlechtert sich um 6 bis 9 Monate.

Im Gegensatz dazu führen günstige Betriebskosten zu einer verbesserten Rendite. Daher lauten meine Tipps:

  • Vergleichen Sie Angebote für die PV-Versicherung
  • setzen Sie auf Markenprodukte bei Wechselrichter und Modulen
  • verzichten Sie auf Reinigungen, wenn es keine starke Verschmutzung gibt
  • verzichten Sie auf das optionale Geschäftskonto (eine Excel-Tabelle reicht auch)
  • schließen Sie keinen teuren Wartungsvertrag ab

Neben die Photovoltaik-Betriebskosten sind die Investitionskosten besonders entscheiden. Es ist empfehlenswert dafür mehrere Angebote für Photovoltaikanlagen zu vergleichen. Nutzen Sie dafür unseren kostenlosen Service.

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