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Photovoltaik Ost-West – Erträge, Rendite & Fakten

Letztes Update: 2. April 2021

Lesedauer: 6 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

Dieser Artikel handelt von Photovoltaik mit Ost und Westdach. Es werden alle relevanten Fragen beantwortet. Unter anderem, wie hoch die Erträge ausfallen, ob sich das finanziell lohnt und auf was geachtet werden muss.

Was ist überhaupt eine Photovoltaikanlage mit Ost-West-Dach?

Eine Ost-West-PV-Anlage ist ein Solardach mit zwei Teilanlagen. Die Solarmodule befinden sich auf der West-, aber auch auf der Ostseite. Der Ertrag pro installierter Leistung fällt im Vergleich zur einem Süddach etwa 20 Prozent geringer aus. Der Vorteil ist die Ausschöpfung der gesamten Dachfläche.

Lohnt sich Photovoltaik mit Ausrichtung nach Ost-West?

Eine Photovoltaikanlage mit einer Ost-West-Ausrichtung ist lohnenswert. Zwar fällt der spezifische Ertrag pro kWp niedriger aus, dafür erhöht sich der Anteil von nutzbarem Solarstrom für den Eigenverbrauch. Eine Ost-West-Anlage bietet ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Ost-West Flachdach-Photovoltaik-System

Ost-West-Flachdachsystem

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Die Rendite einer Solaranlage ist sehr abhängig von selbst verbrauchten Strom der PV-Anlage (Eigenverbrauch). Das Ost-West-Dach lohnt sich vor allem für Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch. 

Bei Verwendung eines Elektroautos oder dem heizen mit Strom sollte die Photovoltaikanlage so groß, wie Möglich sein. Beide Dachseiten zu belegen ist deshalb ein klarer Vorteil für die Zukunft.

Ost-West PV-Anlagen sind günstiger in der Anschaffung

Der Kauf einer Photovoltaikanlage wird kostengünstiger, je mehr Solarmodule installiert werden. Ein paar Solarplatten mehr machen keinen großen zusätzlichen Aufwand. Wenn die Ost - und die Westseite belegt wird, kann 10 - bis 20 kWp an Solarleistung montiert werden. Die Preise sollten 5 - bis 14 Prozent tiefer ausfallen.

Wie hoch ist der Ertrag einer Photovoltaikanlage mit Ost-West Ausrichtung?

Es gibt keinen Unterschied zwischen einer Abweichung vom Dach nach Osten oder Westen. Das heißt im Jahresverlauf erzeugen beide Dächer den gleichen Photovoltaik-Ertrag (bei gleicher Abweichung von Süden).

Doch wie sieht der typische Ertrag einer Ost-West-Anlage in Deutschland aus? Der Neigungswinkel beträgt in der Tabelle immer 35 Grad.

Himmelsrichtung

Abweichung

Verlust zum Optimum

Ost

90°
19,3 %

West

-90°
19,3 %

Südost

45°
5,1 %

Nordost

135°
36,5 %

Südwest

-45°
5,1 %

Nordwest

-135°
36,5 %

Einflussfaktoren für den Ertrag von Ost-West-Dachflächen

Welche Faktoren beeinflussen den Ertrag eines West-Ostdachs?

Dachausrichtung

Die Ausrichtung der PV-Anlage hat erheblichen Einfluss, wie bereits in der Tabelle zu sehen war. Doch warum ist das so? Je weiter das Dach von der Südausrichtung entfernt, desto ungünstiger ist der Winkel, mit dem Sonnenstrahlen auf das Solarpanel scheinen. Die schlechteste Ausrichtung ist Norden.

Dachneigung

Der optimale Neigungswinkel einer Solaranlage ist immer in Abhängigkeit zur Dachausrichtung zu sehen. Für ein genaues Bild empfehle ich den PV-Ausrichtung-Rechner einzusetzen.

Standort der PV-Anlage

Jeder Standort ist unterschiedlich. Überall auf der Welt scheint die Sonne unterschiedlich stark. Weiter südlicher ist die eintreffende Sonnenenergie pro Quadratmeter, man spricht dabei auch von der Globalstrahlung, höher als im Norden.

Das macht sogar in Deutschland schon viel aus. In Bayern kann der Ertrag 20 Prozent höher ausfallen, als in Flensburg.

Ost-West-Dächer im Vergleich

Nehmen wir nun einen Blick auf verschiedenen Konstellationen dieser Photovoltaikanlagen.

Ostdach

Ostdach Photovoltaik

Ein PV-Ostdach © ArTo – stock.adobe.com

Ein reines Ostdach erzielt einen mittelmäßigen Jahresertrag. Das Besondere am Ostdach ist, dass besonders viel Strom am frühen Morgen zur Verfügung steht.

Das liegt daran, dass die Sonne "im Osten aufgeht" und dann im Tagesverlauf gen Westen wandert. 

Für Frühaufsteher lohnt sich das, weil der Strombedarf dann direkt vom eigenen Dach gesättigt werden kann.

Westdach

Ein Westdach ist gut für Photovoltaikanlagen geeignet. Der einzige Unterschied zum Ostdach? Es steht viel Solarstrom am Nachmittag und frühen Abend zur Verfügung. Für Familien, die viel Strom nach der Arbeit benötigen, ist die Westseite gut geeignet.

Ost-West-Dach

Viele Besitzer eines Satteldaches entscheiden sich für die Kombination aus Ost und West. Der verfügbare Solarstrom ist dabei maximal gleichmäßig über den Tag verteilt. Das macht die Planbarkeit leichter.

Zudem wirkt es für die Netzstabilität entlastend, wenn nicht alle Photovoltaikanlagen hauptsächlich zur Mittagszeit einspeisen.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit der Unterdimensionierung vom Wechselrichter, da nie die Maximalleistung der Solarmodule erreicht werden kann. Das spart Kosten.

Welchen Einfluss hat die Ost-West-Anlage auf den Eigenverbrauch?

Die Einspeisevergütung für PV-Anlagen ist nur noch gering. Gleichzeitig steigen die Stromkosten von Jahr zu Jahr. Den erzeugten Strom dezentral, also direkt vor Ort, zu verbrauchen ist wichtiger denn je. 

Mit einer Ost-West-Photovoltaikanlage steht am gesamten Tag relativ gleichmäßig Strom zur Verfügung. Die Grundlast vom Stromverbrauch kann somit besser, als bei einem Süddach gedeckt werden.

Die Folge: der Eigenverbrauchsanteil kann gesteigert werden und die ein Ost-West-Dach wird für Solaranlagen attraktiver.

Welchen Wechselrichter für eine Solaranlage mit Ost-West Ausrichtung?

Früher benötigte man immer 2 Wechselrichter bei einer Ost-West-Ausrichtung, einen für jede Teilfläche. Heutzutage haben Wechselrichter mehrere MPP-Tracker integriert. Das bedeutet die einzelnen Strings (zusammengeschaltete Solarmodule) können unabhängig voneinander agieren.

Der Wechselrichter benötigt also mindestens 2 MPP-Tracker für ein Ost-West-Dach. Je nach Größe der geplanten Photovoltaikanlage können auch 3- bis 4 benötigt werden.

Die Leistung vom Wechselrichter kann bewusst etwas kleiner gewählt werden. Da eine Dachseite immer suboptimale Bedingungen haben wird, kann nie die Maximalleistung aller Solarmodule erreicht werden. 

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