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Vor- und Nachteile von Photovoltaik

Letztes Update: 18. Februar 2021

Von Jens Burkhardt 

Lesedauer: 8 Minuten

Jens Burkhardt

Von Jens Burkhardt 

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Jens Burkhardt

Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage sollte gut überlegt sein. Es gibt viele Einflussfaktoren, die bestimmen, ob sich Photovoltaik-Strom vom eigenen Dach lohnt oder nicht. Welche Vor- und Nachteile von Photovoltaik gibt es? Dieser Artikel analysiert die wichtigsten Punkte der Technologie Photovoltaik.

Einfamilienhaus und Photovoltaikanlage

Photovolteikanlage: welche Vorteile und Nachteile gibt es zu beachten?

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Die Vorteile und Nachteile einer Photovoltaikanlage

Der Vergleich ist in verschiedenen Testkategorien eingeteilt, damit ein verbesserter Überblick entsteht. Los geht es:

Vorteile Photovoltaik Energie

Nachteile PV-Anlage Energie

  • Im Sommer erzeugt die Anlage etwa 450 % mehr Strom als im Winter. Der Energieverbrauch ist im Winter aber höher.
  • Tagsüber sind die meisten Menschen nicht zu Hause, doch gerade jetzt scheint die Sonne und es wird viel Strom der Solarzellen erzeugt.
  • Eine hohe Unabhängigkeit vom Stromanbieter (Autarkiegrad) ist nur schwer erreichbar.
  • Der Batteriespeicher kann den Strom vom Sommer nicht bis in den Winter speichern, dafür ist die Speicherkapazität einfach zu gering.

Vorteile Finanzen der Solaranlage

  • Die Anschaffungskosten sind mittlerweile sehr erschwinglich. Eine Photovoltaikanlage mit 5 kWp kostet heute nur noch etwa 6000 Euro. Das ist im Verglich zu den Anfängen vom EEG nicht viel Geld.
  • Wird Strom selbst verbraucht, entsteht eine Ersparnis der Stromrechnung. Gerade bei steigenden Strompreisen verstärkt sich der finanzielle Vorteil für die Anlagenbesitzer.
  • Der Überschuss an Sonnenstrom wird verkauft. Die Höhe des Entgeltes ist durch die Einspeisevergütung festgelegt und wird für 20 Jahre (plus Installationsjahr) garantiert.
  • Es besteht eine hohe der Planungssicherheit der Investition aufgrund der Einspeisevergütung, welche im Erneuerbare Energien Gesetz festgeschrieben ist.
  • Photovoltaikanlagen gelten als wartungsfrei und die laufenden Kosten sind gering.
  • Die PV-Anlage ist nach ungefähr 10 Jahren amortisiert, d.h. die Investitionskosten sind wieder reingeholt.
  • Die typische Rendite von 3 bis 5 Prozent pro Jahr ist deutlich besser als andere finanzielle Anlagen, insbesondere in dieser Zeit der Negativzinsen.
  • Es gibt günstige Photovoltaik-Kredite, die sich lohnen.
  • Photovoltaikanlagen können steuerlich abgesetzt werden. Eine Sonderabschreibung ist möglich, aber auch eine lineare Abschreibung über 20 Jahre.
  • Auf den selbst erzeugten Strom fällt keine EEG-Umlage mehr an.

Finanzielle Nachteile Photovoltaik

  • Die Anschaffung der Photovoltaik-Anlage benötigt eine gewisse Summe an Eigenkapital, die auch anders verwendet werden könnte. Eine Alternative bietet das Mieten von Photovoltaikanlagen.
  • Nachteile der Photovoltaik sind zudem das Ausfallrisiko von einzelnen Komponenten der Solaranlage und die dafür benötigten Rückstellungen. Nicht ungewöhnlich ist der Defekt vom Wechselrichter vor Ende der Lebensdauer der Solarmodule.
  • Wird die Erzeugung der Photovoltaikanlage nicht regelmäßig überwacht kann es zu Ertragsverlusten führen, die erst später auffallen.
  • Die Photovoltaikmodule liefern im Laufe der Zeit immer weniger Strom. Allerdings ist diese Degradation eher gering. Die Photovoltaik-Hersteller geben durchschnittlich eine Leistungsgarantie von 80 Prozent auf 25 Jahre an.
  • Die Erlöse der Photovoltaikanlage müssen, wie bei jeder Wertschöpfung, versteuert werden.
Angebot Solaranlage mit Speicher

Der Preis entscheidet letzten Endes über die Rendite.

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Die Vorteile für die Umwelt von PV-Anlagen

  • Die Sonne liefert Energie, die frei von Kohlenstoffdioxid (CO2) ist. Daher ist diese Energieform für den Umweltschutz bestens geeignet.
  • Alle Solaranlagen (Photovoltaik und Solarthermie) leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende mit dem Ziel von 100 Prozent erneuerbaren Energien.
  • Sonnenenergie benötigt keine Brennstoffe, die transportiert werden müssen und schädliche Umwelteinflüsse mit sich bringen.
  • Bei der Produktion von Solarmodulen wird viel Strom verbraucht. Allerdings sind die Sonnenstrahlen so energieintensiv, dass der Ertrag um ein vielfaches übertroffen wird. Nach wenigen Jahren hat sich die Solaranlage auch energetisch amortisiert.
  • Konventionelle Kraftwerke, wie Kohlen - oder Atomkraftwerk werden langfristig überflüssig gemacht.
  • Der ökologische Fußabdruck vom Anlagenbesitzer wird deutlich reduziert.

Nachteil für die Umwelt

  • Bei der Herstellung wird einer Photovoltaikanlage wir viel Strom gebraucht. Diese muss erst einmal wieder hereingeholt werden. Die positiven Effekte treten also verzögert ein.
  • Durch die dezentrale Stromerzeugung von Solaranlagen wird das Stromnetz stärker gefordert. Dafür müssen die Leitungen verstärkt werden.
  • Langfrist gesehen muss Strom aus der Sonneneinstrahlung zwischengespeichert werden. Lithium-Ion oder Bleibatterien sind aufgrund der Bestandteile nicht umweltfreundlich. Die Entsorgung ist kompliziert und Recycling funktioniert nicht perfekt. Bei der Herstellung werden problematische Stoffe, wie Kobalt benötigt.

Vorteile Photovoltaik - Standort

  • Ein wichtiger Vorteil ist, dass Solarmodule an jedem Standort funktionieren und zur Stromversorgung eingesetzt werden können.
  • Die Nutzung vom Süddach ist optimal. Doch auch die Entscheidung einer PV-Anlage mit einer Ost- oder Westausrichtung ist gut geeignet. Es können beide Seiten mit Solarmodulen belegt werden.
  • In Deutschland stehen uns riesige Flächen frei zur Verfügung. Dieses bestehende Potenzial kann einfach genutzt werden.
  • Der Flächenbedarf für die PV-Anlage eines Einfamilienhaus ist nicht sehr groß. Etwa 50 m² reichen für eine 10 kWp -Anlage aus. Damit wird mehr Energie erzeugt, als durch Licht und alle weiteren Verbraucher benötigt.
  • Die Sonneneinstrahlung liegt in unseren Breitengraden bei etwa 1000 kW pro Quadratmeter.
  • Mieter mit eigenem Balkon können mit einer Mini-Solaranlage eigenen Strom produzieren. Die Preise für so eine Anlage sind sehr erschwinglich.
  • Standorte ohne Stromanschluss können sich mithilfe einer Photovoltaik-Inselanlage selbst versorgen.

Nachteile Solarenergie am Standort

  • Eine PV-Anlage im Norden lohnt sich weniger, als im Süden, weil die Globalstrahlung der Sonne niedriger ist. Das kann ein Nachteil sein, allerdings ist auch in diesen Regionen der Betrieb Photovoltaikanlagen wirtschaftlich möglich.
  • Die Dachneigung hat maßgeblichen Einfluss auf die Erzeugung von Solarstrom. Das Haus kann aber nachträglich nicht so verändert werden, dass die optimale Stromproduktion gewährleistet ist. Wie ist es an ihrem Standort? Testen Sie es mal mit dem Photovoltaik-Rechner für den Neigungswinkel aus.

Vorteile und Nachteile Photovoltaik für die Gesundheit

  • Bei der Umwandlung von Gleichstrom und Wechselstrom entstehen elektrische und magnetische Wellen nahe dem Wechselrichter. Allerdings sind diese nicht sonderlich stark, sodass es keinen Einfluss auf die Gesundheit geben sollte. Auch da der Wechselrichter im Hausanschlussraum montiert wird, ist eine Gefährdung auszuschließen.
  • Die Solarzellen geben keine erhöhte Strahlung ab, vor Elektrosmog muss sich deshalb nicht gefürchtet werden.
  • Gemäß einer Studie haben Besitzer von PV-Anlagen auf dem Dach mehr Vitamin-D im Körper. Das Sonnenvitamin gilt als ein wichtiger Faktor für gute Gesundheit. In den Atomen des Solarstroms speichert sich das Vitamin-D laut Wissenschaftlern ein. Bei Verbrauch z.B. kochen oder Föhnen wird es dann wieder freigesetzt.

Sonstige Vor-und Nachteile von Photovoltaik

  • Die Optik auf dem Dach finden einige Menschen ästhetisch, andere nicht. Das kann also ein Vorteil oder ein Nachteil sein.
  • Als Interessent ist es schwierig die Kompetenz vom Photovoltaik-Anbieter einzuschätzen. Eine mangelhafte Installation der Photovoltaikanlage kann mittelfristig zu Problemen führen. Besonders bei der Kabelverlegung werden häufige Fehler gemacht.
  • Das eigene E-Auto kann mir Strom vom Dach geladen werden. Teure Spritkosten können vermieden werden.
  • PV-Anlagen sind nicht gefährlich. Eine erhöhte Brandgefahr bei fachgerechter Installation besteht nicht.
  • Solarmodule können kostenlos entsorgt werden. Bei der Abgabe am nächsten Wertstoffhof werden diese über das Programm PV-Cycle wiederverwertet.
  • Die Stromproduktion ist nahezu Geräuschlos. Einzig der Lüfter vom Wechselrichter kann ein leises Hintergrundrauschen erzeugen.
  • Soll auch Wärme durch Solarstrom erzeugt werden, ist eine Anlage mit hoher Leistung erforderlich.

Fazit: Ist eine Photovoltaikanlage empfehlenswert?

Wie Sie sehen, gibt es viel Vorteile und Nachteile von Photovoltaikanlagen. Insgesamt überwiegen die Vorteile die Nachteile bei weitem.

Gemäß meiner Erfahrung im Bereich Photovoltaik, und der mir vorliegenden Daten von diversen Solaranlagen, empfehle ich jedem Eigenheimbesitzer den Kauf einer PV-Anlage. Doch natürlich liegt die Entscheidung ganz bei Ihnen.

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