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PV-Unterkonstruktion: Typen, Teile, Preise und Anbieter

Jens Burkhardt
LESEDAUER: 6 MINUTEN
Aktualisiert: 6. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Die PV-Unterkonstruktion ist das gesamte Befestigungsmaterial, das die Solarmodule sicher auf dem Dach oder im Freiland hält, ; ihr Kostenanteil hängt vom Dach und Leistungsumfang ab. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Bestandteile, die gängigen Systeme für Ziegel-, Flach- und Trapezblechdach sowie die Einordnung älterer Preisrichtwerte und eine Anbieterauswahl. Wie die Anlage anschließend montiert wird, beschreibt der Überblick zur Photovoltaik-Montage.

Das Wichtigste in Kürze
  • Definition: Dachhaken, Tellerkopfschrauben und Aluminiumschienen, Auslegung für langfristigen Betrieb
  • Montagesysteme gibt es für Ziegel-, Flach-, Trapezblech- und Freiflächenmontage
  • Flachdach-Standard heute: aerodynamische, ballastierte Systeme mit 10–15° Aufständerung ohne Dachdurchdringung
  • Preise: Material und Montage getrennt vergleichen, keine feste Preisquote
  • Selbstmontage: mechanische Mithilfe vorher abstimmen; Elektroarbeiten sind Facharbeit
  • Häufige Fehler betreffen Schienenabstand, Dachhaken-Auflage und Abdichtung

Was ist eine Photovoltaik Unterkonstruktion?

Die Unterkonstruktion hält die Solarmodule und überträgt Lasten in Bauwerk oder Untergrund. Zu diesen Anlagenbestandteilen zählen je nach Dach Haken, Schienen, Klemmen oder Aufständerungen. Aluminium und korrosionsbeständige Stähle sind verbreitet; über 30 Jahre sind eine mögliche Nutzungsdauer, keine pauschale Lebensdauer- oder Garantiezusage.

Welche Arten von PV-Unterkonstruktionen gibt es?

Für jeden Dachtyp gibt es eigene Montagesysteme, die exakt für diesen Einsatz konzipiert wurden, von der klassischen Ziegeldach-Verschraubung bis zur ballastierten Flachdach-Aufständerung. Auf geneigten Dächern sitzen die Module fast immer als Aufdach-Photovoltaik-Anlage über der bestehenden Eindeckung; bei einem Walmdach verteilen sie sich dabei auf mehrere kleinere Teilflächen.

Ziegeldach

Auf dem Markt gibt es unzählige Photovoltaik-Unterkonstruktionen für Ziegeldächer.

Das liegt daran, dass sich Photovoltaik-Anlagen vor allem für Einfamilienhäuser rentieren, und diese zu einem großen Teil mit Ziegeln belegt sind.

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Montierte PV-Unterkonstruktion auf einem Ziegeldach © Echtsolar.de

Beim Ziegeldach übertragen Haken die Last in die tragende Konstruktion. Schraubenanzahl, Einschraubtiefe und Hakenabstände ergeben sich aus der Systemstatik. Bearbeitete Ziegel oder systemgerechte Ersatzteile müssen die Regensicherheit erhalten; Haken dürfen unter Last nicht auf den Ziegel drücken.

Flachdach

Für das Flachdach gibt es mehrere Möglichkeiten der Montage. Standard sind heute aerodynamische, ballastierte Systeme mit einer Aufständerung von 10 bis 15 Grad ohne Dachdurchdringung. Die flach aufliegende Variante ist weniger gut geeignet, weil die Selbstreinigung durch Regen kaum stattfindet und die Fläche dadurch regelmäßig gereinigt werden muss. Alles Weitere dazu steht im Überblick zur Photovoltaik auf dem Flachdach.

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Bild 20 © Echtsolar.de

Bei ballastierten Systemen sorgt zusätzliches Gewicht, etwa durch Betonplatten, für den nötigen Halt, ohne dass eine Dachdurchdringung notwendig ist. Daneben gibt es Unterkonstruktionen, die fest im Dach verankert werden. Details zur passenden Aufständerung auf dem Flachdach gibt es im verlinkten Artikel.

Freifläche

Bei Freiflächenanlagen gibt es in der Praxis nur eine Variante: die Aufständerung. Die Module werden mit einem Pfostensystem in der Erde verankert.

Nicht immer ist ein Betonfundament notwendig. Häufig werden die Pfosten einfach in die Erde gerammt.

Trapezblech

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Montagebefestigung auf Trapezblechdach © Echtsolar.de

Auf Trapezblechdächern werden kurze Montageschienen oder Klemmprofile direkt auf die Hochsicken geschraubt, jeweils mit einer Dichtung gegen eindringende Feuchtigkeit. Dadurch geht die Montage sehr schnell und kommt mit vergleichsweise wenig Material aus.

Bei Stehfalzdächern sind freigegebene Falzklemmen möglich. Sandwichpaneele sind keine Falzdächer: Befestigung, Deckschalen, Kern und Lastabtrag müssen ausdrücklich zueinander passen. Blechstärke allein genügt nicht als Tragfähigkeitsnachweis.

Kann man die Unterkonstruktion selber bauen?

Mechanische Montage kann nach Abstimmung mit dem Fachbetrieb in Eigenleistung erfolgen, wenn Fachkunde, Statik, Anleitung und Arbeitsschutz gewährleistet sind. Selbst konstruierte Halterungen benötigen ebenfalls Tragfähigkeitsnachweise. DC-Kabel und Steckverbindungen gehören zur Elektroinstallation; für den Netzanschluss gilt § 13 NAV.

Mit handwerklichem Geschick und den nötigen Sicherheitsmaßnahmen, etwa einer Absturzsicherung auf dem Dach, kann die Montage der Unterkonstruktion gelingen und den Preis der Solaranlage senken. Viele Solarteure verkaufen allerdings nur schlüsselfertige Anlagen, sodass diese Option vorab abgeklärt werden sollte.

Häufige Fehler bei der Montage der Unterkonstruktion

Bei der Montage der Unterkonstruktion werden oft entscheidende Fehler gemacht, die später teuer werden können.

Fehler Nummer 1: Falscher Abstand der Schienen

Solarmodule werden im Normalfall auf zwei Trägerschienen aus Aluminium montiert. Von den Photovoltaikmodul-Herstellern gibt es genaue Angaben, wie weit diese auseinander sein dürfen.

Generell gilt: Der Überhang darf nicht zu groß sein, weil der Rahmen dafür nicht ausgelegt ist. Die Folge: Es drohen Schäden und der Verlust der Garantie.

Fehler Nummer 2: Der Dachhaken liegt auf dem Ziegel auf

Ein häufiger Fehler betrifft die Dachhaken. Liegen diese auf dem unteren Ziegel auf, oder ist der Abstand sehr knapp, kann der Ziegel durch den zusätzlichen Druck zerbersten. Auch kleine Haarrisse sind gefährlich, weil Wasser ins Innere gelangen kann.

Fehler Nummer 3: Schlechte Ausrichtung der Schienen

Die Montageschienen bestimmen am Ende das Erscheinungsbild der gesamten Photovoltaik-Anlage. Sind diese schlecht ausgerichtet, wirkt die Modulfläche nicht einheitlich, sehr zum Ärger der Anlagenbesitzer.

Fehler Nummer 4: Schlechte Abdichtung

Vor allem bei Flachdächern mit Durchdringung muss die Abdichtung perfekt sein. Ist das nicht der Fall, sammelt sich im Dach früher oder später Feuchtigkeit an. Das fällt oft erst viel zu spät auf und verursacht vermeidbare Kosten.

Preise der PV-Unterkonstruktion

Die bisher genannten 500–1.000 € für 10 kWp sind ältere grobe Materialorientierungen, keine aktuelle Marktauswertung und kein Komplettpreis mit Montage. Auch 5–10 % sind keine feste Quote: Bei 17.200 € Gesamtpreis entspräche dies rechnerisch 860–1.720 €. Angebote sollten Material, Arbeitsleistung und besondere Dacharbeiten trennen. Das Montagekostenmodell beschreibt den Arbeitsanteil.

Anbieter für Montagesysteme

Es gibt viele Anbieter für Montagesysteme und Unterkonstruktionen. Welches System zum Einsatz kommt, entscheidet in der Praxis der Fachbetrieb; die Auswahl bewertet der Photovoltaik-Anbieter-Vergleich. Zu den etablierten Herstellern zählen:

  • K2 Systems
  • Schletter
  • IBC Solar
  • Novotegra
  • Aerocompact
  • Renusol
  • Van der Valk
  • S

PV-Unterkonstruktion planen: einfach Angebote vergleichen

Die passende Unterkonstruktion folgt Dachaufbau, Modulen sowie Wind- und Schneelasten. Vergleichen Sie Angebote einschließlich Statik, Material und Montage, damit Einzelteile nicht mit vollständigen Systemleistungen verwechselt werden.

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