Solarmodule im Sonnenlicht vor grüner Vegetation

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage? (Jahr, Tag, Stunde)

Jens Burkhardt
LESEDAUER: 7 MINUTEN
Aktualisiert: 5. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Wie viel Strom eine PV-Anlage erzeugt, ergibt sich aus Nennleistung und standortabhängigem Ertrag: Mit der gesetzten Jahresreferenz von 965 kWh/kWp liefert eine 10-kWp-Anlage rechnerisch 9.650 kWh. Dieser Wert ist eine Planungsannahme, keine Garantie. Die Produktion verteilt sich zudem ungleich auf Jahreszeiten und Tagesstunden.

Das Wichtigste in Kürze
  • Jahresrechnung: Nennleistung × spezifischer Ertrag.
  • Beispiel 10 kWp: 9.650 kWh/Jahr bei gesetzten 965 kWh/kWp.
  • Monatsverlauf: separate feste Referenz mit 9.260 kWh bei 10 kWp.
  • Pro Stunde: mittlere Leistung × Zeit, kein konstanter Stundenwert.
  • Quadratmeterangaben unterscheiden Modulfläche und Dachfläche.
  • Jahreserzeugung oberhalb des Verbrauchs bedeutet noch keine vollständige Selbstversorgung.

Wie viel Strom erzeugt eine Photovoltaik-Anlage im Jahr?

Eine Anlage mit 8 kWp ergibt unter unserer festen Annahme von 965 kWh/kWp einen Jahresertrag von 7.720 kWh. Für andere Anlagengrößen wird dieselbe Referenz mit der jeweiligen Nennleistung multipliziert.

NennleistungSzenario 770 kWh/kWpReferenz 965 kWh/kWpSzenario 1.060 kWh/kWp
5 kWp3.850 kWh4.825 kWh5.300 kWh
6 kWp4.620 kWh5.790 kWh6.360 kWh
7 kWp5.390 kWh6.755 kWh7.420 kWh
8 kWp6.160 kWh7.720 kWh8.480 kWh
9 kWp6.930 kWh8.685 kWh9.540 kWh
10 kWp7.700 kWh9.650 kWh10.600 kWh
11 kWp8.470 kWh10.615 kWh11.660 kWh
12 kWp9.240 kWh11.580 kWh12.720 kWh
13 kWp10.010 kWh12.545 kWh13.780 kWh
14 kWp10.780 kWh13.510 kWh14.840 kWh
15 kWp11.550 kWh14.475 kWh15.900 kWh
16 kWp12.320 kWh15.440 kWh16.960 kWh
17 kWp13.090 kWh16.405 kWh18.020 kWh
18 kWp13.860 kWh17.370 kWh19.080 kWh
19 kWp14.630 kWh18.335 kWh20.140 kWh
20 kWp15.400 kWh19.300 kWh21.200 kWh

Die drei Spalten sind Rechenszenarien, keine statistischen Unter- und Obergrenzen. Auch Werte außerhalb dieser Spanne sind möglich. Insbesondere bezeichnet 1.060 kWh/kWp kein allgemein erreichbares „Optimum“.

Die Referenz 965 kWh/kWp stammt aus einer früheren dokumentierten SFV-Auswertung und bleibt für unsere Modellbeispiele festgesetzt. Aktuell abgerufene Jahresdaten und spätere Nachmeldungen stehen im Photovoltaik-Ertragsartikel. Für ein konkretes Dach ist eine individuelle Prognose geeigneter als ein ungefilterter Durchschnitt.

Eine Anlagenklasse von ungefähr 10 kWp ist außerdem nicht immer exakt 10 kWp groß. 21 Module à 470 Wp ergeben 9,87 kWp und bei derselben Annahme 9.524,55 kWh. Für die eigene Rechnung ist die tatsächlich angebotene Modulsumme einzusetzen.

Wie verteilt sich die Stromproduktion auf die Monate?

Sommermonate liefern in der Regel wesentlich mehr Energie als Wintermonate. Die folgende Grafik zeigt unsere festgelegte Monats-Rechenreihe bei 10 kWp, keine Messung eines einzelnen Dachs.

Monatliche Rechenerträge für 10 kWp Jan: 230 kWh; Feb: 420 kWh; Mär: 780 kWh; Apr: 1.040 kWh; Mai: 1.270 kWh; Jun: 1.330 kWh; Jul: 1.200 kWh; Aug: 1.160 kWh; Sep: 910 kWh; Okt: 500 kWh; Nov: 250 kWh; Dez: 170 kWh. Summe: 9.260 kWh. Rechenreihe, keine Messung einer Einzelanlage. 0 350 700 1.050 1.400 kWh Jan: 230 kWh Jan Feb: 420 kWh Feb Mär: 780 kWh Mär Apr: 1.040 kWh Apr Mai: 1.270 kWh Mai Jun: 1.330 kWh Jun Jul: 1.200 kWh Jul Aug: 1.160 kWh Aug Sep: 910 kWh Sep Okt: 500 kWh Okt Nov: 250 kWh Nov Dez: 170 kWh Dez
Festgelegtes Rechenbeispiel 10 kWp: frühere Monatsbasis 2023–2025 mit 9.260 kWh Jahressumme, kein aktueller Datenbankabruf. Die Jahresannahme von 965 kWh/kWp ist davon getrennt.

Die Monatsbasis wurde aus der früher dokumentierten Auswertung 2023–2025 abgeleitet und auf ganze kWh/kWp gerundet. Sie summiert sich auf 926 kWh/kWp beziehungsweise 9.260 kWh bei 10 kWp. Sie unterscheidet sich bewusst von der langfristigen Jahresannahme 965 kWh/kWp und ist nicht als aktueller SFV-Datenabzug zu lesen.

Die aktualisierten Originaljahre und das laufende Jahr werden im Ertragsartikel getrennt dargestellt. Monatswerte können sich nachträglich ändern, weil Betreiber weitere Daten melden.

Was liefern die Jahreszeiten?

Für die saisonale Modellrechnung werden die zwölf festgelegten Monatswerte gruppiert. Winter bedeutet hier Dezember, Januar und Februar; eine Heizperiode von November bis Februar umfasst einen zusätzlichen Monat.

JahreszeitReferenz je kWpRechenwert bei 10 kWpAnteil an 9.260 kWh
Frühling, März bis Mai309 kWh3.090 kWh33,4 %
Sommer, Juni bis August369 kWh3.690 kWh39,8 %
Herbst, September bis November166 kWh1.660 kWh17,9 %
Winter, Dezember bis Februar82 kWh820 kWh8,9 %

Der Winter trägt in dieser Reihe rund ein Elftel zur Jahresproduktion bei. Ein bestimmtes Dach oder Wetterjahr kann anders ausfallen. Hinweise zu Schnee und Heizstrom stehen bei Photovoltaik im Winter.

Wie viel kWh produziert eine Photovoltaik-Anlage pro Tag?

Ein Tagesmittel ergibt sich aus dem Ertrag des betrachteten Zeitraums geteilt durch seine Tage. Bei 9.650 kWh Jahresannahme sind das für 10 kWp rund 26,4 kWh pro Tag, auf 365 Tage normiert.

Basis bei 10 kWpBerechnungTagesmittel
Langfristige Jahresannahme9.650 / 36526,4 kWh
Festgelegte Monatsreihe, ganzes Jahr9.260 / 36525,4 kWh
Juni derselben Monatsreihe1.330 / 3044,3 kWh
Dezember derselben Monatsreihe170 / 315,5 kWh

Das Tagesmittel ist kein täglich verfügbarer Stromvorrat. Eine sonnige Woche kann den Durchschnitt deutlich überschreiten, eine trübe darunterliegen. Für die Auslegung eines Speichers reicht die Jahressumme deshalb nicht.

Auch der Hausverbrauch verteilt sich zeitlich. Ob der Solarstrom direkt genutzt werden kann, hängt davon ab, wann Geräte laufen und wie die Anlage ausgerichtet ist.

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage pro Stunde?

Die Energie einer Stunde entspricht der mittleren Leistung dieser Stunde multipliziert mit einer Stunde. Liefert die Anlage im Mittel 3 kW, entstehen 3 kWh.

Angenommener VerlaufErzeugte Energie
2 kW im Mittel über eine Stunde2 kWh
6 kW für eine halbe Stunde, danach 2 kW für eine halbe Stunde4 kWh
Keine nutzbare PV-Leistung während der gesamten Stunde0 kWh

Eine momentane Anzeige von 6 kW bedeutet nicht, dass bereits 6 kWh erzeugt wurden. Die Leistung der Photovoltaik-Anlage schwankt während des Tages; Wolken, Schatten und Regelung beeinflussen sie.

Eine unverschattete Südanlage kann an einem klaren Tag eine annähernd glockenförmige Leistungskurve zeigen. Bei Ost-West-Belegung verteilt sich die Produktion anders. Eine feste Uhrzeit für das Maximum gilt nicht für jedes Dach und jede Jahreszeit.

Wie viel Strom entsteht pro Quadratmeter?

Bei angenommenen 235 Wp je Quadratmeter Modulfläche und 965 kWh/kWp ergibt sich ein Jahresertrag von rund 227 kWh je Quadratmeter Modulfläche. Für Dachfläche mit angesetzten 200 Wp/m² ergibt dieselbe Rechnung 193 kWh/m².

Das Rechenmodul mit 470 Wp und 1.762 × 1.134 mm hat knapp 2 m² Fläche. Randabstände, Gauben, Schornsteine und ungünstige Flächenzuschnitte können die Belegung verringern. Modulfläche und gesamtes Dach sind daher keine austauschbaren Größen.

50 m² nutzbare Dachfläche × 0,2 kWp/m² ergeben überschlägig 10 kWp und 9.650 kWh Jahresertrag. Ob tatsächlich ausreichend Module passen, muss ein Belegungsplan zeigen. Die genauere Abgrenzung steht bei kWp pro m².

Was beeinflusst die tatsächlich erzeugte Strommenge?

Standort, Dachgeometrie, Verschattung und Anlagenbetrieb bestimmen den konkreten Ertrag. Die Nennleistung allein sagt nicht, wie günstig die Module zur Sonne stehen oder wie oft die Anlage begrenzt wird.

Eine standortbezogene Simulation sollte Wetterdaten, Ausrichtung, Neigung und Verluste offenlegen. Die PV-Ertragsdatenbanken und PVGIS helfen dabei, Messvergleiche und Prognosen auseinanderzuhalten.

Auch ein Norddach ist nicht allein anhand einer festen Neigungsgrenze wirtschaftlich oder unwirtschaftlich. Verfügbare Fläche, spezifischer Ertrag, zusätzliche Kosten und Nutzung entscheiden gemeinsam. Optimierer können fehlendes Licht nicht ersetzen.

Deckt die Jahresproduktion den eigenen Strombedarf?

Eine PV-Anlage kann im Jahr mehr Strom erzeugen, als der Haushalt verbraucht, und dennoch regelmäßig Netzstrom benötigen. Erzeugung und Verbrauch müssen für direkte Selbstversorgung zeitgleich zusammenpassen.

Bei angenommenen 9.650 kWh Erzeugung und 4.500 kWh Hausverbrauch gibt es rechnerisch einen Jahresüberschuss. Daraus folgt aber kein Autarkiegrad von 100 %. Nacht, Winter und Speicherverluste sind in dieser bloßen Mengenbilanz nicht abgebildet.

Für die Investitionsentscheidung gehören deshalb Ertragsprognose, Verbrauchsprofil, vollständige Kosten und eine nachvollziehbare Speicherrechnung zusammen.

Stromproduktion und Anlagenpreis gemeinsam vergleichen

9.650 kWh bei 10 kWp sind ein verständliches Rechenbeispiel. Ein belastbares Angebot ersetzt die pauschale Annahme durch eine zum Dach passende Prognose und weist die Kosten vollständig aus.

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