PV-Ertragsdatenbanken helfen beim Vergleich gemessener Solarerträge; PVGIS ergänzt diesen Blick durch standortbezogene Simulationen. Die SFV-Ertragsdatenbank und das kostenlose EU-Werkzeug erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben. Keine der beiden Quellen garantiert den Ertrag eines konkreten Dachs.
- SFV: freiwillig gemeldete Erträge realer Anlagen.
- PVGIS: modellierter Ertrag für eingegebene Standort- und Anlagenparameter.
- Vergleich nur bei passenden Zeiträumen, Bezugsgrößen und Dachbedingungen.
- Registrierte Anlagen sind nicht gleichbedeutend mit vollständigen Meldungen in jedem Monat.
- PVGIS 5 ist auch auf Deutsch verfügbar; nahe Hindernisse brauchen eine eigene Schattenprüfung.
Was zeigt die SFV-Ertragsdatenbank?
Die Ertragsdatenbank des Solarenergie-Fördervereins sammelt freiwillige Monatsmeldungen von Anlagenbetreibern. Daraus entstehen regionale und bundesweite Vergleiche, die kostenlos eingesehen werden können.
Am 05.10.2026 zeigte die Website 20.159 registrierte Anlagen. Die Ertragsdatenaufnahme startete laut Betreiber am 26.11.2001. Diese Gesamtzahl darf nicht als Stichprobengröße jedes ausgewerteten Monats verstanden werden: Für September 2026 lagen beim Abruf beispielsweise Meldungen von 1.663 Anlagen vor.
Die Seite zeigte zugleich einen Wartungshinweis. Die öffentlichen Ertragsübersichten ließen sich bei der Prüfung dennoch abrufen. Das ist eine Momentaufnahme, keine dauerhafte Verfügbarkeitszusage.
Wie funktioniert der Vergleich?
Die Auswertungsübersicht bietet unter anderem bundesweite Werte, PLZ-Gebiete sowie Filter nach Neigung und Orientierung. Zeitraum und Filter sollten beim Speichern eines Ergebnisses mit dokumentiert werden.
Für einen sinnvollen Vergleich werden die erzeugten Kilowattstunden durch die installierten kWp geteilt. Zusätzlich zählen Ausrichtung, Neigung, Standort und Anlagenverfügbarkeit. Eine ungefilterte Zusammenstellung sehr verschiedener Dächer ist kein Zielwert für jede einzelne Anlage.
Die Datenbank unterscheidet „Bundesweiter Durchschnitt“ und „Bundesweiter Anlagen-Durchschnitt“. Die Reihen sind unterschiedlich aggregiert und dürfen nicht unbemerkt vermischt werden. Der Ertragsartikel benennt die verwendete Reihe und den Abrufstand.
Was berechnet PVGIS?
PVGIS ist ein Planungswerkzeug der Gemeinsamen Forschungsstelle JRC der Europäischen Kommission. Es berechnet Solarstrahlung und mögliche PV-Produktion aus Standort, Wetterdaten und eingegebenen Anlagenparametern.
Die offizielle Projektseite nennt kostenfreien Zugang ohne Registrierung. Entgegen der früheren Aussage in diesem Artikel ist PVGIS 5 auch auf Deutsch verfügbar. Daneben gibt es eine neue öffentliche Beta; Ergebnisse verschiedener Versionen sollten nur mit dokumentierter Datenbasis verglichen werden.
Wichtige Eingaben sind Nennleistung, Montageart, Modultechnologie, Neigung, Ausrichtung und angenommene Systemverluste. Ein falsches Vorzeichen bei der Ausrichtung oder die Verwechslung von Watt und Kilowatt verändert das Ergebnis erheblich. Die Hilfetexte der jeweils verwendeten Version sind deshalb Teil der Eingabeprüfung.
Welche Grenzen hat die Simulation?
PVGIS bildet ein typisches beziehungsweise historisch modelliertes Ertragsniveau ab. Es ist weder eine Wettervorhersage für das nächste Jahr noch eine Messung der eigenen Anlage. Auch bei einer punktgenauen Adresse beruhen Wetter- und Geländedaten auf räumlichen Rastern.
Die JRC-Methodenbeschreibung weist auf Grenzen bei nahen Schattenquellen hin. Ein Schornstein, Baum oder Nachbarhaus muss gegebenenfalls separat im Belegungs- und Schattenmodell berücksichtigt werden.
Welche Quelle passt zu welcher Frage?
Für die Kontrolle einer bestehenden Anlage sind passende gemeldete Vergleichserträge hilfreich. Für ein noch unbelegtes Dach liefert eine Simulation die bessere Ausgangsbasis, sofern die Eingaben realistisch sind.
| Frage | Geeigneter Ansatz |
|---|---|
| War ein bestimmter Monat regional schwach? | SFV-Meldungen desselben Monats und passender Region |
| Was könnte ein bestimmtes Dach liefern? | PVGIS mit Standort, Geometrie und Verlustannahmen |
| Ist der eigene Ertrag auffällig niedrig? | Messdaten, Anlagenmeldungen und passend gefilterter Vergleich |
| Wie viel Netzstrom spart die Anlage? | Zusätzliche zeitliche Verbrauchs- und gegebenenfalls Speichersimulation |
Ein geringer Monatswert beweist für sich keinen Defekt. Umgekehrt schließt ein guter Jahressummenvergleich einzelne Ausfälle nicht aus. Neue Anlagen, fehlende Meldungen und spätere Korrekturen können Datenbankmittel verändern.
Unser PV-Ertragsrechner eignet sich für eine erste Orientierung. Eine Angebotsprüfung sollte zusätzlich die konkret verwendeten Wetterdaten, Verluste und Verschattungsannahmen enthalten. Ertrag und Eigenverbrauch sind verschiedene Größen: Aus der Jahresproduktion allein folgt noch keine Einsparung.
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