Solarmodule auf einem roten Ziegeldach

Preise für Solarmodule 2026: was PV-Module aktuell kosten

Jens Burkhardt
LESEDAUER: 13 MINUTEN
Aktualisiert: 10. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Die durchschnittlichen Indexpreise für Solarmodule liegen im Großhandel im September 2026 zwischen 0,070 €/Wp und 0,155 €/Wp . Ein Rechenbeispiel mit 470 Wp entspricht damit 33 € bis 73 € pro Stück, je nach Kategorie.

Dieser Artikel zeigt die aktuellen Preise der vier Modulkategorien, was ein einzelnes Modul und eine komplette Modulbelegung kosten, welchen Anteil die Module am Gesamtpreis einer PV-Anlage haben und woran die Preisunterschiede liegen. Alle übrigen Posten stehen im Überblick zu den Kosten einer Photovoltaik-Anlage.

Das Wichtigste in Kürze
  • Mainstream-Module, der Marktstandard auf Hausdächern, kosten 0,130 €/Wp oder 130 €/kWp
  • Der Indexwert für Low Cost liegt bei 0,070 €/Wp , der für Full Black bei 0,155 €/Wp
  • Die Module einer 10-kWp-Anlage kosten rund 1.300 € und machen damit nur etwa 8 % im 10-kWp-Modell ohne Speicher aus
  • Ein einzelnes Modul mit 470 Wp kostet in der Mainstream-Klasse 61 €
  • Indexpreise sind Netto-Großhandelspreise; Endkundenpreise hängen zusätzlich von Bezugsmenge, Versand und Händlerkalkulation ab
  • Nach Jahren des Preisverfalls liegen die Modulpreise weiterhin über dem Vorjahr, aktuell um +30,0 %

Was kosten Solarmodule aktuell?

Ein Solarmodul kostet im europäischen Großhandel aktuell 0,130 €/Wp in der Mainstream-Klasse, das entspricht 130 €/kWp . Andere Kategorien haben abweichende Durchschnittswerte: Low Cost liegt bei 0,070 €/Wp , für Full Black werden im Index 0,155 €/Wp aufgerufen.

Der Großhändler pvXchange erhebt diese Preise monatlich für vier Kategorien, die sich nach Zelltechnologie, Wirkungsgrad und Optik unterscheiden.

KategorieMerkmalPreis pro WpPreis pro kWpModul mit 470 Wp
Low CostRestposten, B-Ware, Gebrauchtmodule 0,070 €/Wp 70 €/kWp 33 €
MainstreamTOPCon, HJT oder xBC bis 23,5 % Wirkungsgrad 0,130 €/Wp 130 €/kWp 61 €
High Efficiencydieselben Zelltypen über 23,5 % Wirkungsgrad 0,145 €/Wp 145 €/kWp 68 €
Full Blackschwarzer Rahmen und schwarze Rückseite 0,155 €/Wp 155 €/kWp 73 €

Daten aus dem Preisindex von pvXchange, europäischer Spotmarkt, netto.

Auffällig ist die Reihenfolge: Full-Black-Module sind derzeit teurer als Hocheffizienzmodule. Der Full-Black-Index liegt rund 19 Prozent über Mainstream. Das ist ein Vergleich verschiedener Produktgruppen, kein isolierter Aufpreis für schwarze Optik. Einzelne Modelle können deutlich von diesen Durchschnittswerten abweichen.

Am unteren Ende stehen die Low-Cost-Module. Darunter fallen Restposten, Minderleistungsmodule, B-Ware, Insolvenzware und Gebrauchtmodule, oft mit eingeschränkter oder ganz ohne Garantie. Für eine Anlage, die 25 Jahre laufen soll, ist das selten die richtige Wahl.

Was kostet ein einzelnes Solarmodul?

Der Preis eines einzelnen Moduls ergibt sich aus seiner Nennleistung multipliziert mit dem Preis pro Watt-Peak. Für das folgende Beispiel verwenden wir ein Modul mit 470 Wp Nennleistung.

Modulpreis = Nennleistung × Preis pro Wp

470 Wp × 0,130 €/Wp = 61 €

Die Illustration ordnet die Modulpreise ein; für die Kalkulation sind Nennleistung und Preis pro Watt-Peak maßgeblich.

Illustration zu den Kosten von Solarmodulen
Illustration PV-Modulkosten © echtsolar.de

Für eine komplette Anlage summiert sich das auf überschaubare Beträge. Eine PV-Anlage mit 10 kWp braucht rund 21 Module dieser Größe, die Modulkosten liegen bei etwa 1.300 € . Bei einer kleinen Anlage mit 5 kWp sind es 650 € .

Dünnschicht- und polykristalline Module können günstiger sein, spielen für Privatanwender aber praktisch keine Rolle mehr.

Großhandel oder Einzelhandel: wo kaufen?

Der Index bildet europäische Netto-Großhandelspreise ab. Beim Einzelkauf können Kleinmengen, Versand und Händlerkalkulation den Stückpreis verändern. Ein pauschaler Aufschlag lässt sich daraus nicht ableiten.

Bei einer schlüsselfertigen Dachanlage beschafft in der Regel der Fachbetrieb die Module. Für den Vergleich zählt dessen vollständiges Angebot einschließlich Montage und Gewährleistung. Der Index ist eine Orientierung für den Komponentenwert, kein Anspruch auf diesen Einkaufspreis.

Wie viel machen die Module am Preis der PV-Anlage aus?

Im Kostenmodell für 10 kWp ohne Speicher machen die Solarmodule rund 8 Prozent des Gesamtpreises aus. Bei einer 10-kWp-Anlage stehen 1.300 € Modulkosten einem Anlagenpreis von etwa 1.695 € pro kWp gegenüber.

Der Kaufpreis kompletter Anlagen schwankt dabei erheblich: Für 10 kWp ohne Speicher reichen die modellhaften Preisgrenzen von 1.450 € bis 1.980 € pro kWp; dies sind keine absoluten Marktgrenzen. Wie sich der Preis auf die einzelnen Posten verteilt, zeigt die folgende Aufstellung.

Kostenfaktor Kosten Anteil
Solarmodule 1.300 € 7,7 %
Wechselrichter 1.100 € 6,5 %
Montagekosten 4.000 € 23,6 %
Montagesystem 1.000 € 5,9 %
Baugerüst 1.090 € 6,4 %
Solarkabel 400 € 2,4 %
AC-Installation 800 € 4,7 %
Deckungsbeitrag 7.264 € 42,8 %
Gesamt 16.954 € 100,0 %

* Modellhafte Aufteilung für 10 kWp PV-Anlage ohne Speicher. Material und Arbeitsleistungen sind getrennte Positionen; die Gesamtsumme enthält die Installation bei anwendbarem Nullsteuersatz.

Montage, Montagesystem und der Deckungsbeitrag des Fachbetriebs übersteigen die Modulkosten deutlich. Das hat eine praktische Folge für die Angebotsprüfung: Ein Aufpreis von 20 Prozent auf die Module verteuert die Gesamtanlage um weniger als 2 Prozent. An den Modulen zu sparen bringt also wenig, an der Auswahl des Fachbetriebs sehr viel.

Was kosten PV-Module verschiedener Bauarten?

Moderne Anlagen setzen fast ausschließlich auf monokristalline Module, weil sie das beste Verhältnis aus Wirkungsgrad und Preis bieten. Die anderen Bauarten sind Nischenprodukte.

Für monokristalline Module dienen die Kategorie-Indexmittel als Orientierung, nicht als günstigster und teuerster Marktpreis. Low Cost liegt bei 70 €/kWp , Full Black bei 155 €/kWp . Bei 470 Wp entsprechen diese Indexwerte 33 € beziehungsweise 73 € pro Modul. Konkrete Produkte und ihre Wirkungsgrade zeigt unser Solarmodul-Vergleich.

Polykristalline Module werden kaum noch produziert und sind für Neuanlagen praktisch nicht mehr zu bekommen. Ihr Wirkungsgrad liegt bei 17 bis 20 Prozent.

Dünnschichtmodule werden unter anderem aus Cadmium-Tellurid (CdTe) oder CIGS hergestellt. Sie sind vor allem bei großen Solarparks und besonderen Anwendungen verbreitet. Der Wirkungsgrad hängt von Technologie und Ausführung ab und kann bei leistungsfähigen Serienmodulen rund 20 Prozent erreichen. Für ein Hausdach müssen Format, Montagesystem und Verfügbarkeit zum Projekt passen.

Was kosten PV-Module pro Quadratmeter?

Ein Beispielmodul mit 22,5 Prozent Wirkungsgrad liefert 225 Wp pro Quadratmeter Modulfläche. Bei einem Mainstream-Preis von 0,130 €/Wp ergibt das rund 29 € pro Quadratmeter Modulfläche.

Diese Angabe ist unüblich, für grobe Dachkalkulationen aber praktisch. Entscheidend ist dabei nicht der Preis allein, sondern das Verhältnis von Leistung pro Quadratmeter zu den Anschaffungskosten. Ein gutes Modul holt viel Nennleistung aus wenig Fläche.

WirkungsgradLeistung pro m²Preis pro WpPreis pro m² Modulfläche
niedrig (~20 %)200 Wp 0,070 €/Wp 14 €
gewöhnlich (~22,5 %)225 Wp 0,130 €/Wp 29 €
hoch (~25 %)250 Wp 0,145 €/Wp 36 €

Der Vorteil teurer Module liegt in der Fläche: Auf ein begrenztes Dach passt mehr Leistung. Bei der Auswahl eines Modulherstellers sollten deshalb die konkreten Datenblätter verglichen werden. Ein höherer Preis allein garantiert keine höhere Leistungsdichte.

Warum sind Solarmodule unterschiedlich teuer?

Der höchste Kategorie-Indexwert ist mehr als doppelt so hoch wie der niedrigste. Bei einzelnen Produkten beeinflussen Technik, Design und Einkaufsbedingungen den Preis.

Zelltechnologie und Wirkungsgrad

Zelltechnologie und Wirkungsgrad beeinflussen die Einordnung im Preisindex. Module mit N-Typ-TOPCon, Heterojunction (HJT) oder Rückkontaktzellen (xBC) über 23,5 Prozent laufen als High Efficiency und kosten 0,145 €/Wp , während dieselben Zelltypen bis einschließlich dieser Grenze als Mainstream für 0,130 €/Wp zu haben sind. Wer das jeweils neueste Spitzenmodul will, zahlt einen deutlichen Aufschlag.

Auch die Modulgröße wirkt mit: Größere Formate senken die Herstellungskosten pro Watt, weil pro Kilowatt weniger Rahmen und Anschlussmaterial nötig sind.

Hersteller und Herkunft

Hersteller unterscheiden sich bei Fertigung, Vertriebswegen, Garantiebedingungen und Service. Aus dem Produktionsland allein lässt sich weder ein verlässlicher Preisrang noch die Qualität eines Moduls ableiten. Für einen Vergleich sind konkrete Modelle mit ähnlicher Leistung und Ausstattung sinnvoll.

Design

Das Standardmodul hat einen silbernen Rahmen und eine weiße Rückseitenfolie. Full-Black-Module mit schwarzem Rahmen und schwarzer Rückseite kosten 0,155 €/Wp statt 0,130 €/Wp , also rund 19 Prozent Unterschied zwischen den Indexkategorien. Die Modelle können sich neben der Optik auch technisch unterscheiden.

Bestellmenge und Bezugsweg

Händler und Onlineshops arbeiten mit Staffelpreisen, größere Mengen sind günstiger. Deshalb sollten Angebote auf dieselbe Stückzahl, Leistung und Lieferbedingung bezogen werden.

Angebot und Nachfrage

Module unterliegen wie jedes andere Gut dem Markt. Wird mehr produziert als abgenommen, fallen die Preise, bei Knappheit steigen sie. Im September 2026 liegen die Indexwerte unter dem Vormonat, aber weiterhin über Dezember 2025.

Wie haben sich die Modulpreise entwickelt?

Nach dem Anstieg im ersten Halbjahr geben die Modulpreise im September 2026 in allen vier Kategorien gegenüber August nach. Das Niveau liegt aber weiterhin über dem Vorjahr. Im Jahresvergleich haben Mainstream-Module um +30,0 % zugelegt, gegenüber dem Tiefpunkt im Dezember 2025 sind es +30,0 % .

Langfristig bleibt der Rückgang trotzdem gewaltig. Der Abstand zum Jahresmittel 2016: -74,3 % .

Die ausführliche Analyse mit Jahreswerten, Ursachen und Prognose steht in der Preisentwicklung von Solarmodulen.

Lohnen sich gebrauchte Solarmodule?

Gebrauchte Module können beim Kauf günstiger sein, benötigen aber eine sorgfältige Prüfung von Zustand, Leistung und verbleibender Vergütung. Ein niedriger Stückpreis allein macht sie noch nicht wirtschaftlich.

Für die EEG-Einordnung ist grundsätzlich die ursprüngliche Inbetriebnahme maßgeblich, ein Standortwechsel startet keine neue volle Förderlaufzeit. Nach § 25 EEG umfasst die reguläre Laufzeit bei gesetzlich bestimmter Vergütung das Inbetriebnahmejahr und 20 weitere Kalenderjahre. Bei Ersatzmodulen können besondere Austauschregeln greifen.

Praktische Einsatzfälle sind der passende Ersatz eines defekten Moduls oder eine Inselanlage. Vor dem Kauf sollten elektrische Kennwerte, Montierbarkeit, Dokumentation und mögliche Garantien geklärt werden.

Wie sich das Preisniveau kompletter Anlagen bewegt, zeigt der Photovoltaik-Kostenindex.

Vom Modulpreis zum konkreten Angebot

Im 10-kWp-Kostenmodell ohne Speicher haben Module mit rund 8 Prozent nur einen kleinen Anteil. Über die Wirtschaftlichkeit entscheiden Montage, Wechselrichter und der Deckungsbeitrag des Betriebs, und genau diese Posten unterscheiden sich von Angebot zu Angebot am stärksten. Solange keine konkreten Angebote auf dem Tisch liegen, bleibt jede Kalkulation eine Schätzung.

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