© rh2010 – stock.adobe.com

Photovoltaik 10 kWp Grenze – Infos & Umgehung

Letztes Update: 21. April 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Jens Burkhardt

Lesedauer: 7 Minuten

Jens Burkhardt

In diesem Artikel möchte ich erörtern, ob es sich lohnt Photovoltaikanlagen über 10kWp zu bauen und was es mit der 10 kWp Grenze auf sich hat.

Die 10 Kilowatt Peak Grenze entfällt mit dem EEG 2021

Mit dem neuen erneuerbaren Energien Gesetz für das Jahr 2021 (EEG 2021) wird ein wichtiges Problem für Betreiber von Photovoltaikanlagen gelöst. Die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch ist nun für die meisten Hausbesitzer obsolet. Die Grenze wird jetzt auf 30 kWp angehoben. 

Was ist die 10 kWp Grenze bei Photovoltaikanlagen?

Ab der 10 kWp Grenze einer Photovoltaikanlage, wird auf selbst verbrauchten Strom 40 Prozent der EEG-Umlage fällig. Im Jahr 2020 beträgt die abzuführende Umlage für PV-Anlagen (größer als 10 kWp) 2,7 Eurocent pro kWh. Zudem fällt die Einspeisevergütung für Solaranlagen zwischen 10- und 40 kWp geringer aus.

Die Grenze besteht aus zwei Teilen:

  1.  EEG-Umlagepflicht, 40 % auf Eigenverbrauch, seit 2021 erst ab 30 kWp
  2.  Weniger Vergütung gemäß Einspeisevergütung 7,59 statt 7,81 Cent pro kWh

Es handelt sich bei dieser Grenze, also keineswegs um eine rechtliche Begrenzung. Theoretisch ist es kein Problem eine 11 kWp Anlage zu installieren. Es ist nur ratsam zu prüfen, ob eine PV-Anlage die knapp über der Grenze liegt, nicht an Wirtschaftlichkeit verliert.

Aktuell muss nur noch die verringerte Einspeisevergütung beachtet werden. Die wir immer Anteilig berechnet. Das heißt für die ersten 10 kWp bekommen Sie die höchste Vergütung und für alles darüber Hinaus, wird nur minimal geringer vergütet. Das hat kaum einen Einfluss auf die Rendite der PV-Anlage.


Hinweis: Die nachfolgende Berechnung bezieht sich auf die alte Regelung. Aktuell lohnen sich wieder alle Größen und Leistungen für private Photovoltaikanlagen. Klicken Sie hier für ein kostenloses und unverbindliches Angebot von regionalen Anbietern.

Berechnung zur 10 kWp Grenze

In unserem Beispiel verbraucht der Haushalt 6000 kWh pro Jahr an Strom. Davon werden 2000 kWh direkt vom Solarstrom gespeist (Eigenverbrauch). Die Stromkosten betragen etwa 30 Cent pro kWh.

Beispiel Anlage A:

  • 9,8 kWp installierte Leistung
  • keine EEG-Umlage zahlbar
  • spezifische Kosten: 1200 Euro pro kWp

Beispiel Anlage B:

  • 11 kWp installierte Leistung
  • 40% EEG-Umlage
  • spezifische Kosten: 1180 Euro pro kWp

Beispiel Anlage C:

  • 13 kWp installierte Leistung
  • 40% EEG-Umlage
  • spezifische Kosten: 1160 Euro pro kWp

Produktion je Jahr

Einspeisung

Einsparung Stromkosten

Ertrag

lohnt es sich?

9.800 kWp

7.800 kWp = 636,48 €

600 €

1236,48 €

11.000 kWp

9.000 kWp = 732,33 €

600 € - 54 € EEG-Umlage

1278,33 €

13.000 kWp

11.000 kWp = 940,30 €

600 € - 54 € EEG-Umlage

1486,30 €

Eine Investition lohnt sich wenn:

Der zusätzliche Ertrag abzüglich der Kosten größer ist, als die jährliche Abschreibung der zusätzlichen Anlagengröße.

Das klingt erstmal sehr kompliziert. Aber schauen wir uns das an PV-Anlage C im Detail an:

  • zusätzliche Anlagengröße = 3,2 kWp
  • Zusätzliche Kosten = 3,2 * 1160 Euro = 3712 Euro
  • zusätzliche Kosten pro Jahr = 3712 / 20 Jahre = 185,6 Euro
  • zusätzliche Einnahmen = (200 kWh * 8,61 Cent) + (3000 kWh * 7,93 Cent) = 17,22 Euro + 237,9 Euro = 255,12 Euro
  • EEG-Umlage = 2,7 Cent * 2000 kWh = 54 Euro

Die Gesamtrechnung sieht dann so aus:

Zusätzliche Einnahmen - EEG-Umlage - Zusätzliche Anschaffungskosten pro Jahr = 255,12 Euro - 54 Euro -185,6 Euro = 15,52 Euro zusätzlicher Cashflow pro Jahr

Liegt der Cashflow (Gewinn) unter 0 Euro, dann machen Sie ein Verlustgeschäft. Dann lohnt es sich, die Anlage (in der Planung) auf unter 10 kWp zu verkleinern.

Wir sehen also, dass diese Grenze tatsächlich existiert. In der Regel lohnen sich deshalb PV-Anlagen zwischen 10- und 12 kWp nicht. Das hat sich mittlerweile geändert

Bitte rechnen Sie trotzdem ihren eigenen Fall selbst durch. Abhängig von der Eigenverbrauchsquote und Anschaffungskosten (Je größer, desto geringer werden Kosten je kWp) kann es sich für ihr Dach dennoch lohnen.

PV-Anlage größer als 10 kWp und EEG-Umlage

Die EEG-Umlage fällt erst auf Photovoltaik Anlagen von mehr als 30 Kilowatt-Peak an. Dabei ist diese auf 40 % begrenzt. Der Endverbraucher zahlte im Jahr 2020 eine EEG-Umlage von ca. 2,7 Cent pro kWh auf selbst verbrauchten Strom. Auf eingekauften Strom ist der volle Betrag von 6,756 Cent pro kWh zu zahlen. Mittlerweile lohnt es sich das Dach voll zu belegen.

EEG-Umlage und 10kwp Grenze

EEG-Umlage und 10 kWp Grenze

© Herr Loeffler – stock.adobe.com

Mit der EEG-Umlage werden die Kosten der Energiewende direkt auf den Verbraucher umgelagert. Davon wird dann die Einspeisevergütung der Anlagenbetreiber bezahlt.

Je nach Zubau der installierten Leistung der Photovoltaik Anlagen verändert sich die Höhe der Umlage. In manchen Jahren steigen die Kosten, in manchen sinken sie.

Eine EU-Richtlinie zu erneuerbaren Energien, die alle Prosumer stärken soll, sieht vor die EEG-Umlage erst bei PV-Anlagen ab 30 kWp zu erheben. Doch in der EEG-Novelle wurde dies bisher nicht umgesetzt. Es lässt sich also nur hoffen, dass dieser Stolperstein alsbald entfernt wird.

10 kWp Grenze umgehen

Update durch EEG 2021: die Grenze zur Zahlung der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wurde auf 30 kWp angehoben! Eine Umgehung der 10kWp Grenze ist also nicht mehr notwendig!


Wenn Sie eine Photovoltaik Anlage planen, die über 10 kW leisten soll, und zudem ihr Eigenverbrauch hoch ist, stehen Sie vor einem Problem: Es droht ein Verlustgeschäft.

Deshalb die Frage: Wie lässt sich die 10 kWp Grenze umgehen?

Es gibt prinzipiell nur eine gute Möglichkeit. Sie bauen auf ihrem Dach zwei Teil-Anlagen. Nachdem die erste Solaranlage in Betrieb gegangen ist, müssen Sie mindesten 12 Monate warten. Dann können Sie eine weitere Installation als Erweiterung beauftragen. Rechtlich haben Sie jetzt 2 PV-Anlagen in Betrieb.

Es ist rechtlich nicht möglich einen Teil der Anlage auf eine andere Person (z.B. Ehepartner) zu übertragen.

Wie groß ist eigentlich eine 10 Kilowatt Peak Anlage?

Eine 10 kWp Anlage besteht aus 28- bis 33 Solarmodulen. Das ist abhängig von Leistung, PV-Hersteller und Wirkungsgrad der Photovoltaikanlage. An Fläche benötigt es in etwa 50 bis 50 m² Dachfläche. Ein Modul hat heutzutage eine Leistung von etwa 0,2 kWp je m²

Zusätzlich benötigt es im Haus Platz für einen Wechselrichter. Der ist bei einer normal großen PV-Anlage für Einfamilienhäuser etwa so groß wie ein Hängeschrank in der Küche.

Was bringen 10kw PV-Anlagen an Leistung?

Die Sonnenenergie wird mit der Strahlungsenergie angegeben. Je nach Standort ist diese auf der Welt unterschiedlich. Gen Norden zu den Polkappen nimmt die nutzbare Energie ab. In Bayern produzieren PV-Anlagen deshalb mehr Strom, als in Hamburg. 

10 kWp Grenze umgehen

Eine  typische 10 kWp Anlage mit 31 Modulen

© manfredxy – stock.adobe.com

Der mittlere spezifische Photovoltaik-Ertrag pro kWp liegt in Deutschland bei 1000 kWh je kWp. Das bedeutet, dass eine Photovoltaikanlage mit 5.000 kWp genau 5.000 kWh pro Jahr produziert. 

Je nach Witterungsbedingungen kann es zu Abweichungen von bis zu 10 Prozent kommen. Erfahrungen zeigen, dass die Prognose vom Solarteur meistens eher zurückhaltend ist. 

Was kostet das Ganze?

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage sinken mit der Größe der installierten Leistung. Erneuerbare Energien, insbesondere Photovoltaik, haben in den letzten Jahren einen massiven Aufschwung erlebt. 

Der liegt darin begründet, dass die Preise für Solar stark gesunken sind. Da der Strom immer teuer wird, lohnt sich die dezentrale Stromproduktion immer mehr. Selbst für Mietwohnungen lohnen sich Mini Solar Anlagen.

Eine PV-Anlage kostet ohne Speicher ca. 1200 Euro pro kWp. Damit kann mittlerweile jeder der möchte an der Energiewende mitmachen.

Photovoltaik lässt sich heutzutage bezahlen. Durch günstige Kredite oder eine Förderung ist es noch einfacher zu partizipieren.

Weiterlesen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit markiert.

  1. Ein Haus Baujahr 1972
    Das Haus ist nach Süden ausgerichtet ist aber auch L-förmig angelegt weswegen die Südseite gegen Abend verschattet. Die Dachneigung beträgt ca. 50° und ist ziegelgedeckt. Die nutzbare Fläche sollte ca. 30-50 qm betragen.

    Wir hätten gern eine Wärmepumpe (vermutlich Tiefbohrung) zur Heizungsunterstützung. Die vorhandene Ölheizung ist relativ neu und hat einen hohen Wirkungsgrad. Für die Wintermonate soll die Heizung bleiben. Ggf. kann man die Öltanks reduzieren um Platz für einen Technikraum im Keller zu schaffen.

    Insgesamt hätten wir gern ein zukunftsweisendes System was die Heizkosten deutlich reduziert und setzen dabei auf Eigenverbrauch des produzierten Stroms. Ich lasse mich gern überzeugen dass ggf. andere Lösungen sinnvoller sind.

    Das Haus ist dämmtechnisch auf keinem guten Stand. Fenster, Haustür, Dachfenster sind größtenteils alt. Kellerdecke ist ungedämmt, Aussenwand 2-schalig ohne Dämmung, keine Zwischensparrendämmung nur 5 cm Aufsparrendämmung (innen aus Sauerkrautplatten). Eine Sanierung übersteigt mein Budget derzeit ist aber in Planung.

{"email":"Keine korrekte E-Mail-Adresse","url":"Keine korrekte URL","required":"Benötigest Feld nicht ausgefüllt"}