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Solarplatten: Lohnt sich das? Kosten, Funktion, Anwendung

Letztes Update: 13. Juli 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

In diesem Artikel erläutere ich, was Solarplatten sind, wie sie funktionieren, welche verschiedenen Typen es gibt, wie hoch die Preise sind und ob sich eine Anschaffung lohnt.

Was sind Solarplatten?

Solarplatten sind rechteckige Module oder Kollektoren, welche die auftreffende Sonnenenergie (zum Teil) in elektrischen Strom oder in Wärmeenergie umwandeln.

Solarplatten für Strom: Photovoltaik

Die am stärksten verbreiteten Solarplatten sind sogenannten Photovoltaik-Module, auch genannt PV-Module, Solarmodule, Solarpaneele oder Solarpanels. Der Hauptbestandteil einer Solarplatte ist die Solarzelle, welche aus Siliziumwafern hergestellt wird. Moderne monokristalline Solarzellen bringen es auf einen Wirkungsgrad von bis zu 22 Prozent.

Das mag im ersten Moment nicht sonderlich spektakulär klingen, dennoch lässt sich damit auf einem typischen Dach eines Einfamilienhauses mehr Solarstrom erzeugen, als im Jahr verbraucht wird.

Mehr dazu findet sich in diesem Ratgeber: Größe der Solaranlage für Einfamilienhaus

Es gibt noch weitere Solarplatten-Technologien: Weit verbreitet sind polykristalline Solarmodule, welche einen Wirkungsgrad von bis zu 19 Prozent haben. Darüber hinaus werden Dünnschicht-Module produziert.

Aus folgenden Bestandteilen besteht eine Photovoltaik-Solarplatte:

  • Solarzelle
  • Aluminiumrahmen.
  • Frontglas
  • Schutzschicht aus Kunststoff
  • folierte Rückseite oder Glas (Glas-Glas-Modul)
  • Anschlussdose mit Solarkabel (Plus und Minus) und Stecker
Solapanel Aufbau

Aufbau Solarplatte

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Solarplatten für Wärme: Solarthermie

Bei Solarplatten der Wärmegewinnung für Heizung und Warmwasser spricht man von Solarkollektoren. Es gibt verschiedenen Typen. 

Am weitesten verbreitet sind die Flachkollektoren und Röhrenkollektoren. Durch die Solarplatte wird fließendes Brauchwasser erhitzt und kann genutzt werden.

Da der Wirkungsgrad bei bis zu 50 Prozent liegt, benötigt ein typischer Haushalt nur eine kleine Dachfläche für eine Solarthermie-Anlage.

Solarkollektoren für Solarthermie

Solarkollektoren auf Dach

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Durch die Solarplatte wird fließendes Brauchwasser erhitzt und kann genutzt werden. Da der Wirkungsgrad bei bis zu 50 Prozent liegt, benötigt ein typischer Haushalt nur eine kleine Dachfläche für eine Solarthermie-Anlage.

Trotz des schlechteren Wirkungsgrads ist eine Photovoltaikanlage in den meisten Fällen die bessere Wahl (auch finanziell). Deshalb konzentrieren wir uns jetzt nur noch auf diese Art von Solarplatten.

Wie funktionieren Solarplatten?

Einfach gesagt treffen Sonnenstrahlen bzw. diffuses Licht (Schatten) auf die Solarplatten. In den enthaltenen Solarzellen befinden sich sehr viele Elektronen, welche sich aufgrund der eintreffenden Energie bewegen. Es entsteht Solarstrom, welcher als Gleichstrom vorliegt.

Damit dieser Strom genutzt werden kann, wird er durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und erst dann in das Stromnetz eingespeist. Natürlich kann der Strom auch direkt vor Ort, im eigenen Haushalt, verwendet werden.

Wie hoch dieser Solarstrom (Photovoltaik-Leistung) ist, hängt von diversen Faktoren ab:

Das Gute ist, der voraussichtliche Ertrag der Photovoltaikanlage kann sehr gut abgeschätzt werden. Es gibt aber von Jahr zu Jahr Schwankungen von ca. 10 Prozent. In den letzten Jahren war die Ausbeute der Solarplatten besonders hoch, da es einen Trend zu mehr Sonnenstunden gibt.

Mögliche Anwendungssorte für Solarplatten

Solarplatten können an diversen Orten eingesetzt werden:

  • Auf dem Hausdach
  • Auf Freiflächen
  • Am Balkon
  • Auf dem Wohnmobil
  • Auf dem Gartenhaus

Was kosten Solarplatten?

Der Preis von Solarplatten wird in Euro pro Watt-Peak angegeben. Über den Großhandel kosten die PV-Module etwa 0,25 €/Wp. Eine 350 Wp Solarplatte kostet also 87,5 Euro. Für Privatpersonen steigen die Kosten erheblich. Der Aufschlag beträgt etwa 50 bis 80 Prozent. Ein Modul kostet entsprechend durchschnittlich 130 bis 160 Euro.

Bei einer normalen Solaranlage für das Eigenheim ist es deshalb immer ratsam die gesamte Anlage schlüsselfertig zu kaufen, d.h. alle Komponenten der Photovoltaikanlage inklusive Montage. Mehr zum Thema Photovoltaikanlage kaufen finden Sie hier.

Eine mittelgroße PV-Anlage von 10 Kilowatt-Peak (kWp) mit 28 bis 30 Solarplatten kostet 10.000 bis 14.000 Euro von einem Solarteur. Inkludiert ist die Planung der Solaranlage, alle Teile, Montage und Beratung. Ein zusätzlicher Stromspeicher kostet 3.000 bis 10.000 Euro.

Bei anderen Konstellationen, z.B. einer Mini-Solaranlage, welche selbst installiert wird, ist der Kauf bei einem Onlinehändler (mit höheren Kosten) unabdingbar.

Lohnen sich Solarplatten finanziell?

Kurze Antwort: Ja, Solarplatten im Verbund als Photovoltaikanlage lohnen sich finanziell. Die typische Rendite der PV-Anlage liegt bei 3 bis 5 Prozent pro Jahr, bei einer Betrachtung von 20 Jahren. Tatsächlich halten die Solarplatten aber 30 bis 40 Jahre (mit einer geringen jährlichen Degradation). 

Mithilfe eines Solarkredits kann die Anlage leicht finanziert werden, außerdem steigt mit einer Fremdfinanzierung die Eigenkapitalrendite.

Wie verdient eine Solaranlage eigentlich Geld? Es gibt zwei Wege, wie Solarplatten Geld generieren: 

Produzierter, aber nicht verbrauchter Solarstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. 

Die Menge wird mit einem Stromzähler gemessen und gemäß dem EEG vergütet (siehe Einspeisevergütung). Die Höhe liegt aktuell bei etwa 7 Cent pro kWh (Tendenz fallend).

Kauf einer Photovoltaikanlage für Eigenheimbesitzer

Solarplatten auf Hausdach

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Ist die Anlage in Betrieb gegangen, gibt es die Vergütung für 20 Jahre (plus Jahr der Installation) vom Staat garantiert.

Der zweite Pfeiler ist die Ersparnis von Stromkosten. Ein Teil vom produzierten Strom kann direkt von Ihnen verbraucht werden. Man spricht dabei auch vom Photovoltaik-Eingenverbrauch. Jede kWh die sie einsparen bringt Ihnen einen deutlich höheren Vorteil, als der Stromverkauf bzw. Einspeisung. Daher ist es ratsam einen hohen Eigenverbrauchsanteil anzustreben.

Wie sich das finanziell auf Rendite und Amortisation auswirkt, können Sie im Wirktschaftlichkeitsrecher für PV-Anlagen selbst durchrechnen.

Ob die Photovoltaikanlage wirtschaftlich ist, hängt auch stark vom Preis ab. Ich empfehle dazu vor der Anschaffung mehrere Photovoltaik-Anbieter zu kontaktieren und ein Angebot anzufordern, um einen besseren Vergleich zu haben.

Die besten Solarplatten im Test

Ich habe bereits einen ausführlichen Solarmodul-Test auf Echtsolar veröffentlicht. Dort finden sich die aktuellsten Solarplatten inklusiver wichtiger Daten wieder.

Persönlich halte ich bei der Auswahl der richtigen Solarplatte folgende Faktoren für besonders wichtig:

  1. das Solarmodul kommt von einem bekannten und großen Photovoltaik-Hersteller
  2. die zeitnahe Verfügbarkeit ist gegeben
  3. das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt

Alle weiteren Faktoren sind im Endeffekt nur eine persönliche Präferenz. Vielleicht möchten Sie, dass die Solarplatten in Deutschland produziert werden, dass der Rahmen vom Modul schwarz ist, oder dass die neuste Technologie verwendet wird. Das ist so auch völlig legitim.

Viele zukünftige Anlagenbetreiber haben einen Vorbehalt gegenüber chinesischen Solarplatten, dabei ist die Qualität im Vergleich zu deutschen Solarmodulen nicht zu unterscheiden.

Bei einem Vergleich von verschiedenen Photovoltaik-Platten ist es sinnvoll folgende Faktoren zu beachten:

  • Wirkungsgrad
  • Kosten pro Wp
  • Leistungsgarantie
  • Produktgarantie
  • Hersteller

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  1. Hey,
    Danke für den Beitrag. Gut zusammengefasst. Auf lange Sicht lohnt sich eine Anschaffung auf jeden Fall meiner Meinung nach!

    LG,
    Florian

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