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Solaranlagen für Eigenstrom: Speicher und ohne Netz?

Letztes Update: 13. Juli 2021

Lesedauer: 6 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

Solaranlagen für Eigenstrom erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In diesem Artikel geht es um alle wichtigen Informationen zum Thema.

Unterschied Solaranlage und Photovoltaik

Im Volksmund ist der Begriff Solaranlage sehr geläufig. Eine Solaranlage ist der Oberbegriff für eine technische Anlage, welche die einstrahlende Sonnenenergie (Solarenergie) in eine andere Energiequelle umwandelt.

Bei den zwei Typen handelt es sich um Solarthermie, welche Wärmeenergie erzeugt, und Photovoltaik, welche Strom produziert. Daher ist für das Anliegen vom Eigenstrom nur für eine Photovoltaikanlage interessant.

Schauen wir uns nun an, die grundlegende Funktion an.

Erklärung Photovoltaik

Das physikalische Funktionsprinzip "Photovoltaik" setzt sich aus zwei griechischen Wörter zusammen, und heißt soviel wie Licht und Volt (siehe Einheit der elektrischen Spannung).

Das Kernstück von Photovoltaik nennt sich Solarzelle, welche aus Silizium besteht. Beim Eintreffen von Lichtenergie sorgt dieses Halbleitermaterial, entsteht ein Stromfluss. Das Prinzip nennt sich photoelektrische Effekt.

Eine einzige Solarzelle bringt noch nicht viel Leistung, deshalb werden mehrere Zellen zu einem PV-Modul zusammengeschlossen.

Diese werden wiederum zu einem oder mehreren Strängen zusammengeschaltet und über Solarkabel bis zum Wechselrichter geleitet.

PV-Anlage mit Denkamlgeschütztem Haus

PV-Anlage passt auf jedes Dach

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Wofür wird ein Wechselrichter benötigt? Der erzeugte Solarstrom liegt immer als Gleichstrom vor. Das gesamte elektrische Stromnetz läuft aber mit Wechselstrom. Der WR übernimmt den Umwandlungsvorgang.

Doch was passiert eigentlich, mit dem erzeugten Strom? Das schauen wir uns jetzt an.

Kann erzeugter Solarstrom für Eigenstrom verwendet werden?

Produzierter Strom muss immer direkt verbraucht oder gespeichert werden, das ist physikalisch nicht anders möglich. Doch was bedeutet das genau für den Strom der eigenen Solaranlage?

Eine "normale" Photovoltaikanlage ist mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Im ersten Schritt wird der Solarstrom für Eigenstrom verwendet. Man spricht hierbei auch vom Photovoltaik-Eigenverbrauch.

Wenn der Stromverbrauch größer ist als die aktuelle Photovoltaik-Leistung, wird der benötigte Rest aus dem Netz bezogen. Ist die Erzeugung von Solarstrom aber größer, als der direkte Eigenverbrauch, so wird der Überschuss ins Stromnetz eingespeist und mit der Einspeisevergütung gemäß EEG vergütet.

Warum ist der Eigenstrom von Solaranlagen so wichtig?

Es gibt zwei Wege, wie der Solarstrom verwendet werden kann:

  1. Strom gegen Vergütung verkaufen
  2. Die Erzeugung als Eigenstrom nutzten und Stromkosten sparen

Prinzipiell hören sich erst einmal beide Konzepte interessant an. Für die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage ist es wichtig zu wissen, welche Variante sich für den Anlagenbetreiber mehr lohnt als die andere. 

Dazu müssen wir einfach die Einspeisevergütung (staatliche Förderung) den Stromkosten gegenüber stellen. Aktuell gibt es 7,92 Cent pro kWh (Stand April 2021) für die Einspeisung. Eine Kilowattstunde Strom kostet etwa 25 Cent (30 Cent Brutto). Pro kWh Eigenstrom entsteht ein Mehrwert von etwa 17 Cent.

Der Anreiz Solarstrom selbst zu verwenden ist enorm groß. Zudem wird sich diese Kluft in den nächsten Jahren weiter ausbauen, weil die Einspeisevergütung weiter sinkt und die Stromkosten weiter steigen.

Für den Anlagenbesitzer lohnt es sich, Maßnahmen zu treffen den Eigenstrom der Solaranlage zu erhöhen.

Wie kann der Anteil an Eigenstrom erhöht werden?

Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten.

 1. Stromverbrauch in den hellen Tag verlegen:

  • Duschen, Baden bei Tageslicht
  • eine Stunde früher zu Abend essen
  • Waschmaschine am Mittag starten

 2. Zeitschaltuhr nutzen, z.B. für:

  • Geschirrspüler
  • Trockner, Waschmaschine

 3. Stromspeicher einsetzen

Solaranlage mit Speicher für Eigenverbrauch

Seit mehreren Jahren gibt es für Photovoltaikanlagen auch Stromspeicher, meistens in Form einer großen Batterie bzw. Akkumulator. Heutzutage werden in meistens Lithium-Ionen-Speicher verwendet. Die sind im Vergleich zu Bleibatterien sicherer, leichter und nehmen mehr Platz weg.

Ein normaler Haushalt mit durchschnittlicher Photovoltaikanlage hat einen Eigenverbrauchsanteil von 20 bis 30 Prozent. Mit einem Speicher kann 60 bis 80 Prozent als Eigenstrom genutzt werden.

Sollte man demzufolge auf jeden Fall einen Solarspeicher kaufen? Nicht zwangsläufig! Der springende Punkt liegt bei den Anschaffungskosten. Was oft vergessen wird ist, dass ein Stromspeicher bei Laden und Entladen einen Umwandlungsverlust haben. Insgesamt liegt dieser bei 10 bis 20 Prozent. 

Zudem kommt das klassische Problem: Im Winter reicht der Photovoltaik-Ertrag nicht aus, um den Speicher am Tag zu füllen. Im Sommer ist soviel Solarstrom vorhanden, das der Speicher nicht leer wird.

Ich empfehle den spezifischen Fall ihrem Photovoltaik-Fachbetrieb zu prüfen. Mithilfe einer zusätzlichen Photovoltaik-Förderung kann wird sich das Vorhaben definitiv bezahlt machen.

Solaranlage ohne Netzanschluss: Inselbetrieb

Solarspeicher haben neben der Eigenstromsteigerung einen weiteren Vorteil: die gesteigerte Unabhängigkeit vom Stromversorger.

Wie hoch diese ist, wird mit dem Autarkiegrad der Solaranlage gemessen. Typischerweise liegt diese mit PV-Anlage bei 30 bis 40 Prozent ohne Speicher. Mit Speicher sind schnell 80 Prozent drin.

Aber ist eine völlige Unabhängigkeit, eine Solaranlage ohne Netzanschluss, möglich? 

Solaranlage für Eigenstrom ohne Stromanschluss

Solaranlage für Eigenstrom

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Ja, dieses Prinzip ist theoretisch möglich und wird auch als Insel-Photovoltaikanlage bezeichnet.

Die Inselanlage wird hauptsächlich für abgelegenen Orte verwendet, weil der Stromnetzausbau einfach zu teuer wäre. Praktisch hat diese Variante den Nachteil, dass nie mehr Strom verbraucht werden kann, als gerade produziert oder gespeichert ist.

Es benötigt also entweder eine starke Reduktion vom Stromverbrauch (insbesondere von starken Strömen) oder einem sehr hohen Kapitalaufwand.

Möchte man in Deutschland rund um das Jahr autark sein, benötigt es eine sehr hohe PV-Nennleistung (30 kWp plus) und eine große Speicherkapazität. Am besten wird noch eine weitere Variante Strom selbst zu erzeugen angewandt (z.B. Mini-Windkraftrad).

Photovoltaik für Balkon: Mini-Solaranlage

Für Mieter gibt es mittlerweile eine geeignete Option auch Eigenstrom mit einer kleinen Solaranlage zu erzeugen. Das schöne dabei ist: Es benötigt keine Anmeldung, die Mini-Photovoltaikanlage kann selbst befestigt werden und direkt über eine Steckdose angeschlossen werden.

Dieses System besteht aus einem oder zwei Solarmodulen, einem Montagegestell für den Balkon und einen kleinen PV-Wechselrichter. Der Strom wird von den nächsten Verbrauchern direkt verwendet. Der Überschuss geht einfach ins Stromnetz (ohne Vergütung).

Jetzt Angebot einer Solaranlage für Eigenstrom einholen

Sind Sie bereit für Ihre eigene Photovoltaikanlage? Wenn ja, können Sie sich im nachfolgenden Formular eintragen. Ihre Daten werden dann an einige Solarteure aus der Umgebung weitergeleitet, welche Ihnen ein kostenloses Angebot erstellen. Das Angebot ist völlig unverbindlich.

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