Solarmodule auf einem Dach; das Bild belegt keinen bestimmten Produktionsort

Solarmodule aus China: Marktanteil, Qualität, Preise (2026)

Jens Burkhardt
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Aktualisiert: 10. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Solarmodule aus China machten 2025 rund 80 % der weltweiten Modulproduktion aus. Der im September 2026 veröffentlichte IEA-PVPS-Bericht nennt rund 575 GW aus China bei weltweit rund 722 GW; Produktionsland und Sitz des Herstellers sind dabei unterschiedliche Angaben.

Für Käufer in Deutschland ist die Herkunft nur ein Kriterium. Ebenso wichtig sind das konkrete Datenblatt, nachvollziehbare Prüfberichte, der Garantiegeber und der Preis der fertig installierten Anlage.

Das Wichtigste in Kürze
  • Marktanteil: rund vier Fünftel der weltweiten Fertigung kamen 2025 aus China.
  • Die fünf größten Hersteller nach Modulauslieferungen 2025 waren laut IEA PVPS chinesische Unternehmen.
  • Tier 1 ist kein Qualitätssiegel für ein einzelnes Solarmodul.
  • Preise: Der Modulpreisindex ist ein Großhandelsmaßstab, kein Komplettanlagenpreis und kein reiner China-Index.
  • Bei Garantie und Service zählt die konkrete Vertragsgesellschaft, nicht allein das Herkunftsland.

Wie groß ist Chinas Anteil an der Modulproduktion?

China blieb 2025 mit Abstand das größte Produktionsland für Solarmodule. Die folgenden Mengen stammen aus dem IEA-PVPS-Bericht „Trends in Photovoltaic Applications 2026“, Seiten 49–50. Sie beschreiben produzierte Module, keine neu installierten Anlagen.

Solarmodulproduktion 2025: weltweit rund 722 GW
China
575 GW
Indien
45 GW
USA
42 GW
Übrige Länder
60,5 GW

Quelle: IEA PVPS, Trends 2026, S. 49–50. Gerundete Produktionsmengen; übrige Länder als Differenz zur Gesamtsumme. Keine Produktionskapazitäten.

Die vorhandenen Fabriken könnten deutlich mehr herstellen: Der Bericht nennt weltweit rund 1.531 GW jährliche Fertigungskapazität. Tatsächliche Produktion und technische Nennkapazität der Werke dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden. Ebenso wenig ist eine Kapazitätsankündigung bereits ein laufendes Werk.

Aus einer Länderstatistik lässt sich außerdem kein genauer Marktanteil chinesischer Konzerne ableiten. Chinesische Hersteller betreiben auch Werke außerhalb Chinas; umgekehrt haben nicht alle Hersteller in Südostasien eine chinesische Muttergesellschaft. Wer den Produktionsort eines bestimmten Moduls wissen möchte, benötigt die Angaben zur angebotenen Serie beziehungsweise Charge.

Welche chinesischen Hersteller gehören zu den größten?

Nach den Modulauslieferungen 2025 lagen JinkoSolar, LONGi, Trina Solar, JA Solar und Tongwei vorn. Die Rangfolge in Tabelle 4.1 des IEA-Berichts bezieht sich auf ausgelieferte Leistung in GW, einschließlich beauftragter Fertigung und OEM-Zukauf. Sie ist kein Qualitätsranking.

Rang 2025HerstellerAusgelieferte Modulleistung
1JinkoSolar86,8 GW
2LONGi86,6 GW
3Trina Solar67,9 GW
4JA Solar66,7 GW
5Tongwei Solar43,3 GW

Daneben gibt es unter anderem Astronergy, DAS Solar, Risen, AIKO, BYD und Jolywood. Ihre Sortimente und Anwendungsfelder unterscheiden sich. Die Übersicht der Solarmodul-Hersteller ordnet die Marken ein; ein großer Absatz allein sagt noch nichts darüber aus, welches Modul auf ein bestimmtes Hausdach passt.

Auch Unternehmensnamen können täuschen. Canadian Solar ist eine international aufgestellte Unternehmensgruppe; die chinesische CSI Solar ist deren Tochter, nicht die Mutter. Qcells gehört zum südkoreanischen Hanwha-Konzern und nennt Werke in den USA, Malaysia und Südkorea. Qcells pauschal als chinesisch produziertes Modul zu bezeichnen wäre falsch.

Wie lässt sich die Qualität chinesischer Solarmodule beurteilen?

Qualität muss am konkreten Modultyp geprüft werden. Ein chinesischer Produktionsort belegt weder schlechte Verarbeitung noch automatisch eine Spitzenqualität. Aussagekräftig sind nachvollziehbare Produktdaten und Prüfungen der tatsächlich eingesetzten Materialien.

Tier 1 beschreibt eine Einordnung von BloombergNEF anhand von Projekt- und Finanzierungsdaten. Sie wird quartalsweise veröffentlicht und ist keine technische Zertifizierung. Auch ein als Tier 1 geführtes Unternehmen kann wirtschaftlich unter Druck geraten; eine dauerhafte Garantieleistung folgt daraus nicht.

Die Kiwa-PVEL-Scorecard 2026 bezieht ihre Ergebnisse auf bestimmte Modelltypen und Materialkombinationen, sogenannte Bills of Materials oder BOMs. Ein „Top Performer“ in einem Prüfverfahren bedeutet nicht, dass alle Produkte derselben Marke sämtliche Tests bestanden haben. Der genaue Modellcode und der jeweilige Test sind deshalb wichtiger als ein Logo in einer Werbebroschüre.

Beim technischen Vergleich sollten Wirkungsgrad, Temperaturverhalten und Abmessungen zusammen betrachtet werden. Mehr Watt pro Modul können schlicht aus einer größeren Fläche resultieren. Ob TOPCon, Heterojunction oder Rückkontaktzellen wirtschaftlich passen, hängt auch von Dachbelegung und Mehrpreis ab. Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber zu Solarmodulen.

Was kosten Solarmodule aus China?

Einen einheitlichen China-Preis gibt es nicht. Der pvXchange-Preisindex bietet einen allgemeinen Großhandelsmaßstab nach Modulkategorien, unabhängig von einer einzelnen Marke oder Herkunft. Unsere Preisdatenbank führt zuletzt 2026-09; die folgenden Werte werden daraus geladen.

IndexkategorieGroßhandelspreis pro WpRechnerischer Modulwert bei 450 Wp
Mainstream 0,130 €/Wp 58,50 €
High Efficiency 0,145 €/Wp 65,25 €
Full Black 0,155 €/Wp 69,75 €
Low Cost 0,070 €/Wp 31,50 €

Die Stückwerte sind Rechenbeispiele aus Indexpreis × 450 Wp, keine verfügbaren Einzelangebote. Lieferung, Händlermarge, Montage und weitere Anlagenkomponenten sind nicht enthalten. Insbesondere „Low Cost“ darf nicht als pauschale Empfehlung für ein neues Hausdachsystem gelesen werden.

Im September 2026 gingen die vier Indexkategorien gegenüber August zurück. Der Mainstream-Wert lag dennoch über dem Tiefpunkt Ende 2025. Der Verlauf steht in der Preisentwicklung der Solarmodule. Die Aussage „immer billiger und aktuell auf historischem Tief“ wäre daher unzutreffend.

Ein pauschaler Aufpreis von 50–100 % für deutsche Fertigung ist ohne zeitgleichen Vergleich gleichwertiger Produkte nicht belastbar. Entscheidend ist zudem der Unterschied im Gesamtangebot: Modulpreise machen nur einen Teil der installierten Anlage aus.

Was sollte im Angebot und in der Garantie stehen?

Im Angebot sollten der genaue Modellcode, die Leistungsklasse und die Garantiegeberin erkennbar sein. Bei Garantien zählen neben der Laufzeit auch Voraussetzungen und erstattete Kosten.

  • Produktgarantie: Welche Material- und Herstellungsfehler sind erfasst, und ist eine Registrierung erforderlich?
  • Leistungsgarantie: Welche Mindestleistung gilt in welchem Jahr, und wie muss eine Abweichung nachgewiesen werden?
  • Service: Wer nimmt den Anspruch entgegen, wer organisiert den Austausch und wer bezahlt Transport oder Montage?
  • Lieferumfang: Darf der Betrieb ein anderes Modul einsetzen, und nach welchen Gleichwertigkeitskriterien?

Eine eigene deutsche Niederlassung kann die Erreichbarkeit erleichtern, ist aber weder ein allgemeines Kaufgebot noch eine Garantie für schnelle Erfüllung. Bei Insolvenz oder Übernahme ist außerdem zu klären, welche Gesellschaft tatsächlich haftet. Der Artikel zu insolventen Solarherstellern erklärt die Unterschiede.

Die Zelltechnik allein legt keine Garantiedauer fest. Auch Glas-Glas bedeutet nicht automatisch 30 Jahre Produktgarantie. Produkt- und Leistungsgarantie können verschieden lang sein und unterschiedliche Bedingungen enthalten.

Welche Rolle spielen Klima und Lieferketten?

Für die Klimabilanz zählt die gesamte Herstellungskette vom Silizium bis zum fertigen Modul. Die Endmontage in Europa belegt daher noch keine vollständig europäische Herkunft aller Vorprodukte.

Die IEA-Analyse „Energy Technology Perspectives 2026“ beschreibt die hohe Konzentration und Abhängigkeit innerhalb der Solarlieferkette. Auch Werke außerhalb Chinas können auf chinesische Vorprodukte angewiesen sein. Aus einem europäischen Firmensitz lässt sich weder eine bestimmte CO₂-Bilanz noch die vollständige Vermeidung problematischer Lieferketten ableiten.

Wer diese Kriterien gewichten möchte, sollte nachvollziehbare Herkunftsnachweise, vergleichbare Umweltproduktdaten und Informationen zur Lieferkettenprüfung verlangen. Ein pauschaler Länderfaktor wie „doppelt so viel CO₂“ ersetzt keinen Produktvergleich.

Module und Gesamtanlage gemeinsam vergleichen

Solarmodule aus China stellen rund vier Fünftel der Weltproduktion, doch für die eigene Anlage zählt das passende Produkt im vollständigen Angebot. Modell, Dachbelegung, Wechselrichter und Montage müssen zusammenpassen. Ein niedriger Modulpreis allein garantiert keinen guten Anlagenpreis.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel können Sie kostenlos und unverbindlich einen Angebotsvergleich anfragen. Je nach Region und Verfügbarkeit kommen bis zu fünf passende Fachbetriebe infrage. So lassen sich unterschiedliche Modulvorschläge mit ihren tatsächlichen Gesamtkosten vergleichen.