Photovoltaikmodule und Solarthermiekollektoren auf einem Dach; kein Herkunftsnachweis der Module

Deutsche Solarmodul-Hersteller: wer noch produziert (2026)

Jens Burkhardt
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Aktualisiert: 5. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Deutsche Solarmodul-Hersteller wie Heckert Solar, Sonnenstromfabrik und AxSun bieten weiterhin Module aus deutscher Fertigung an. Bei anderen Marken liegen Firmensitz, Entwicklung und Produktion in unterschiedlichen Ländern; selbst innerhalb einer Marke kann die Herkunft von der Modulserie abhängen.

Die Übersicht unterscheidet laufende Fertigung, angekündigte Werke und Auftragsproduktion im Ausland. Stand der Unternehmensprüfung ist der 6. Oktober 2026; Lieferbarkeit und Produktionsort des angebotenen Modells gehören zusätzlich ins konkrete Angebot.

Das Wichtigste in Kürze
  • Deutsche Fertigung ist weiter erhältlich, aber nicht automatisch für alle Serien einer Marke.
  • Solar Fabriks Factory One steht in Hösbach und wird vom Hersteller noch als Produktion im Aufbau beschrieben.
  • Soluxtec meldete im Juli 2026 eine Investorenlösung; die insolvente Gesellschaft und das fortgeführte Geschäft sind zu unterscheiden.
  • Deutscher Firmensitz belegt keinen deutschen Produktionsort.
  • Wirkungsgrad, Garantiebedingungen und Service müssen am konkreten Modul verglichen werden.

Welche Hersteller fertigen Solarmodule in Deutschland?

Heckert Solar, Sonnenstromfabrik und AxSun weisen deutsche Modulfertigung aus. Soluxtec befindet sich nach der Insolvenz in einer neuen Unternehmensstruktur, während Solar Fabrik den Aufbau eines Werks beschreibt. Diese unterschiedlichen Stände lassen sich nicht sinnvoll zu einer Rangliste laufender Produktionskapazitäten zusammenfassen.

HerstellerStandortEinordnung der Fertigung
Heckert SolarChemnitz und LangenwetzendorfNeMo und Apollon werden als Made in Germany ausgewiesen; Herkunft anderer Serien separat prüfen
Sonnenstromfabrik / CS WismarWismarEigene Modulproduktion, auch für andere Marken und Sonderanwendungen
AxSunLaupheim-BaustettenDeutsche Modulproduktion, einschließlich Sonderformaten und Indachlösungen
SoluxtecFöhrenFortführung mit Ronma zum Juli 2026 angekündigt; Übernahmebedingungen und Liefergesellschaft prüfen
Solar FabrikFactory One in HösbachProduktion laut aktueller Projektseite im Aufbau; keine Gleichsetzung mit bereits ausgelieferten deutschen Serien

Die Tabelle ist eine Auswahl belegter Standorte, kein vollständiges Register aller Spezial- und Bauproduktfertiger. Nennkapazität bezeichnet zudem die mögliche Jahresproduktion einer Anlage, nicht deren tatsächliche Auslastung oder Liefermenge.

Heckert Solar: Herkunft nach Serie unterscheiden

Archivierte Heckert-Website mit NeMo-Modulen
Archivierte Heckert-Website: Die sichtbaren Garantiejahre sind keine aktuelle Zusage für das gesamte Sortiment.

Heckert Solar beschreibt NeMo und Apollon ausdrücklich als in Deutschland gefertigt. Daneben vertreibt das Unternehmen ZEUS-Module. Aus dem deutschen Firmensitz folgt deshalb keine einheitliche Herkunft des gesamten Sortiments.

Auch die Zelltechnik unterscheidet sich: Die ZEUS-Bezeichnung allein steht weder durchgehend für Back-Contact noch für einen bestimmten Wirkungsgrad. Entscheidend sind vollständige Typenbezeichnung und Datenblatt.

Sonnenstromfabrik: Produktion in Wismar

Archivierte Website der Sonnenstromfabrik mit Glas-Glas-Modulen
Archivierte Produktdarstellung der Sonnenstromfabrik; eingeblendete Werbeaussagen sind kein aktueller Vergleichsnachweis.

Die CS Wismar GmbH fertigt unter der Marke Sonnenstromfabrik und für andere Anbieter. Zum Spektrum gehören Glas-Glas- und Glas-Folie-Module sowie Sonderlösungen.

Bei einem konkreten Angebot sollten Serie, Abmessungen und Garantieunterlagen verglichen werden. Ein Spitzenwirkungsgrad einer Baureihe beschreibt weder alle angebotenen Module noch automatisch deren Eignung für das eigene Dach.

AxSun: Standard- und Sondermodule aus Laupheim

AxSun-Website mit einer Ansicht der Modulproduktion
AxSun: Unternehmensdarstellung mit Modulproduktion.

Laut Unternehmenshistorie nahm AxSun 2009 das Werk in Laupheim-Baustetten in Betrieb. Die Gründung 2004 ist davon zu unterscheiden. Für 2026 nennt das Unternehmen neue 96-Zellen-Module mit 470 Wp.

Neben üblichen Dachmodulen sind Sonderformate und Lösungen für die Gebäudeintegration interessant. Bei Indach-Photovoltaik zählen zusätzlich die Freigabe des Gesamtsystems und die fachgerechte Dachabdichtung.

Soluxtec: Fortführung nach der Insolvenz

Der Insolvenzverwalter meldete am 1. Juli 2026 eine Investorenlösung mit Ronma. Das operative Geschäft am Standort Föhren sollte ab diesem Datum in neuer Struktur fortgeführt werden; die Mitteilung nennt noch einen Vorbehalt der außenwirtschaftsrechtlichen Prüfung.

Die angekündigte langfristige Ausbaukapazität von 3 GW ist keine bereits erreichte Produktionsmenge. Für Käufer sind die tatsächlich lieferbare Serie, die neue Vertragsgesellschaft und deren Garantieerklärung wichtiger. Eine Übernahme des Betriebs belegt für sich allein keine Übernahme sämtlicher Altgarantien.

Solar Fabrik: Factory One in Hösbach

Archivierte Solar-Fabrik-Website mit zwei dargestellten Solarmodulen
Solar Fabrik: Unternehmensdarstellung; kein Nachweis einer bereits laufenden Factory-One-Serienfertigung.

Der Firmensitz liegt in Laufach, das Projekt Factory One dagegen in Hösbach. Die aktuelle Projektseite beschreibt die Produktion als im Aufbau. Der im Januar 2026 eröffnete Future Campus ist ein Schulungs- und Präsentationsbereich.

Die geplanten 250 MW Jahreskapazität im Dreischichtbetrieb dürfen nicht als laufende Fertigung ausgegeben werden. Auch folgt daraus nicht, dass sämtliche Mono-S4- oder Mono-S5-Module bereits aus Hösbach stammen.

Deutsche Marke oder deutsche Fertigung: Was ist der Unterschied?

Ein deutscher Firmensitz kann Entwicklung, Vertrieb und Garantieabwicklung bedeuten, während die Module im Ausland hergestellt werden. Bei Auftragsfertigung produziert ein Partner nach den Vorgaben des Markenanbieters; der englische Begriff dafür ist OEM-Fertigung.

Ein belegtes Beispiel ist Solarwatt: Das Unternehmen erklärt in seiner FAQ mit Stand August 2026, dass seine Module von auditierten Auftragsfertigern in Asien kommen. Die Marke bleibt aktiv. Eine Produktionsverlagerung ist deshalb nicht mit einer Unternehmensinsolvenz gleichzusetzen.

Auch Qcells lässt sich nicht auf „deutsche Marke mit chinesischer Produktion“ reduzieren. Das Unternehmen gehört zum südkoreanischen Hanwha-Konzern und nennt ein Fertigungsnetz in den USA, Malaysia und Südkorea. Welches Werk ein in Deutschland angebotenes Modul liefert, muss separat geklärt werden.

Weitere Marken und ihre Produktsortimente stehen im Überblick der Solarmodul-Hersteller. Begriffe wie „German Engineering“ beschreiben für sich genommen keinen Produktionsort. Wer deutsche Fertigung wünscht, sollte sie für die konkrete Serie schriftlich bestätigen lassen, einschließlich zulässiger Ersatzprodukte im Angebot.

Welche deutschen Werke wurden geschlossen oder umgestellt?

Meyer Burger, Solarwatt und Aleo haben ihre deutsche Fertigung eingestellt oder deren Auslaufen angekündigt. Ihre Unternehmens- und Servicelagen unterscheiden sich jedoch deutlich.

Bei Aleo bestätigte das Unternehmen am 7. März 2025 gegenüber pv magazine das geplante geordnete Auslaufen der Produktion in Prenzlau. Das ist ein Ankündigungsdatum, kein Beleg dafür, dass bereits an diesem Tag alle Bänder stillstanden. Ältere Werbeaussagen auf einer weiterhin erreichbaren Website reichen nicht aus, um laufende Fertigung oder eine neue OEM-Lieferkette zu bestätigen.

Meyer Burger meldete 2025 Insolvenz für die deutschen Tochtergesellschaften an. Später kamen Nachlassverfahren für Schweizer Gesellschaften und die geplante Liquidation der Mutter hinzu. Die unterschiedlichen Verfahren sind im Ratgeber über insolvente Solarhersteller eingeordnet.

First Solar gehört nicht in die Liste neuer deutscher Modulwerke. Das Unternehmen kündigte die Schließung seiner Frankfurter Produktion bereits 2012 an. Die aktuelle Standortliste führt Frankfurt (Oder) als Recyclingstandort. Ein dortiges neues 3,5-GW-Modulwerk ist damit nicht belegt.

Wie wichtig ist die Herkunft für Qualität und Klimabilanz?

Der Produktionsort allein ist kein Qualitätsnachweis. Aussagekräftiger sind Datenblatt, Prüfberichte zum konkreten Modultyp, nachvollziehbare Garantiebedingungen und ein erreichbarer Servicepartner.

Auch der häufig verwendete Begriff Tier 1 ist kein Qualitätssiegel für das einzelne Modul. Die Einstufung von BloombergNEF beruht auf Kriterien zur Projektfinanzierung und wird quartalsweise aktualisiert. Sie garantiert weder einen bestimmten Ertrag noch die Zahlungsfähigkeit über 30 Jahre.

Für die Klimabilanz zählen die gesamte Lieferkette und der eingesetzte Strom. In Deutschland zusammengebaute Module können importierte Zellen und weitere Vorprodukte enthalten. Ein belastbarer Vergleich benötigt deshalb vergleichbare Lebenszyklusdaten statt eines pauschalen Länderurteils. Kurze Wege können ein Vorteil sein, ersetzen diese Prüfung aber nicht.

Was erklärt den Kostendruck auf deutsche Hersteller?

Überkapazitäten und niedrige Modulpreise setzen die Fertigung unter Druck. Der IEA-PVPS-Bericht vom September 2026 beschreibt weltweit mehr Modulproduktion als neu installierte Leistung und zugleich eine Produktion deutlich unter den vorhandenen Fertigungskapazitäten.

Für 2025 nennt der Bericht rund 690 GW weltweiten PV-Zubau. Fertigungskapazität, tatsächlich produzierte Module und installierte Anlagen sind unterschiedliche Größen; sie dürfen nicht zu einem scheinbar exakten Überangebotsfaktor vermischt werden.

Ein allgemeiner deutscher Preisaufschlag lässt sich daraus nicht ableiten. Dafür müssten technisch vergleichbare Module zur gleichen Zeit und mit gleichen Lieferbedingungen betrachtet werden. Die Modulpreisentwicklung bietet einen Marktmaßstab, aber keinen automatisch gültigen Aufschlag für ein Herkunftsland.

Deutsche Solarmodule gezielt im Angebot vergleichen

Wer deutsche Fertigung bevorzugt, sollte Modell, Produktionsort und Garantiegeber im Angebot festhalten lassen. Erst mit derselben Anlagenleistung und vergleichbarem Leistungsumfang wird sichtbar, welchen Mehrpreis die gewünschte Herkunft tatsächlich verursacht.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel können Sie kostenlos und unverbindlich einen Angebotsvergleich anfragen. Je nach Region und Verfügbarkeit kommen bis zu fünf passende Fachbetriebe infrage. Geben Sie Ihren Wunsch nach deutscher Modulfertigung bei der Planung ausdrücklich an.