Ein Walmdach ist grundsätzlich gut für Photovoltaik geeignet, weil die vier Dachflächen ein hohes Maß an Flexibilität bei der Modulauslegung erlauben und meist mehrere Dachseiten gleichzeitig genutzt werden können. Dieser Ratgeber erklärt die Besonderheiten der Walmdach-Montage, die Vorteile der Mehrflächen-Belegung und die aktuellen Kosten. Den allgemeinen Ablauf beschreibt der Überblick zur Photovoltaik-Montage.
- Vier Dachflächen erlauben eine flexible Modulbelegung, je nach Ausrichtung und Verschattung
- Typische Neigung liegt bei 25 bis 45 Grad, optimal sind 30–40 Grad
- Trapez- und Dreiecksflächen erfordern eine aufwendigere Modulplanung als beim Satteldach
- Süd-, Ost- und West-Belegung sorgt für einen gleichmäßigeren Ertragsverlauf über den Tag
- Kostenorientierung: 10-kWp-Referenzmodell 17.000 € , mit 10 kWh Speicher 21.100 €
Ist ein Walmdach für Photovoltaik-Anlagen geeignet?
Trotz einiger Besonderheiten, wie spitz zulaufenden Giebelseiten und unterschiedlichen Neigungswinkeln, lohnen sich Walmdächer für den Betrieb von Solaranlagen. Vier Seiten bedeuten nicht automatisch mehr Gesamtfläche als bei anderen Schrägdach-Arten. Dreiecks- und Trapezflächen können schwieriger zu belegen sein.
Besonderheiten vom Walmdach in Hinblick auf die Installation einer PV-Anlage
An den Hausseiten, wo gewöhnlich der Dachgiebel ist, befinden sich beim Walmdach die zusätzlichen zwei pyramidenförmigen Dachseiten, auch Walm genannt. Normalerweise entfällt somit der Giebel. Bei einigen Sonderformen, wie zum Beispiel dem Krüppelwalmdach, gibt es auch einen Walmgiebel, wodurch die Fläche des Walms stark begrenzt wird.
Für die Installation einer Photovoltaik-Anlage ist eine gleichmäßige rechtwinklige Fläche ohne Hindernisse von Vorteil. Das Walmdach ist auf der Traufseite trapezförmig und auf der Walmseite dreieckig, rechteckige Modulfelder lassen sich dort nur mit verbleibenden Randflächen einpassen. Stattdessen werden die Modulreihen mit steigender Höhe auf dem Dach immer weiter zum Dachinneren versetzt, sodass am Dachfirst weniger Module installiert werden können als an der Traufe.
Meistens kann daher auf dem Walmdach nicht die gesamte Dachfläche für die Photovoltaik-Anlage genutzt werden, es bleiben immer kleine, nicht nutzbare Flächen übrig. Wer das nicht ansehnlich findet, kann sogenannte Blindmodule einsetzen, welche die freien Lücken schließen.
Die Neigung eines Walmdachs kann je nach Bauweise und architektonischen Präferenzen variieren, häufig liegt sie zwischen 25 und 45 Grad. Der optimale Neigungswinkel für Photovoltaik liegt bei 30–40 Grad, in diesem Bereich bewegen sich viele Walmdächer bereits.
In einigen Fällen kann die Dachneigung der Walmseite und der Traufseite unterschiedlich sein, obwohl das eher unüblich ist. Mehrere MPP-Tracker ermöglichen eine getrennte Regelung. Mindeststringlängen, Spannungsbereiche und Eingangsströme müssen aber zu jeder Teilfläche passen. Die Montage der PV-Anlage auf dem Walmdach ist insgesamt etwas komplizierter als auf anderen Dachtypen wie dem Sattel-, Pult- oder Flachdach.
Welche Vorteile hat eine Solaranlage auf dem Walmdach?
Mehrere Ausrichtungen können die Erzeugung über den Tag verteilen. Wetter, Verschattung und Verbrauch entscheiden über zusätzlichen Eigenverbrauch. Weder ist ständig eine Fläche voll bestrahlt noch morgens und abends stets ausreichend Solarstrom vorhanden.
Was kostet eine PV-Anlage auf einem Walmdach?
Die früheren 1.500–1.900 €/kWp sowie 16.000 € ohne und 26.000 € mit 10-kWh-Speicher sind ältere Orientierungen, keine aktuelle Walmdach-Auswertung.
Je nach Anlagengröße variieren die Kosten entsprechend. Werden drei Dachseiten mit Modulen belegt, fallen die Montagekosten pro Leistungseinheit (kWp) etwas höher aus, was im Einzelfall einen deutlichen Aufpreis verursachen kann.
Welche Betriebe Walmdächer sauber belegen und was die Anlage kostet, zeigt der Photovoltaik-Anbieter-Vergleich.
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