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PV-Anlage mit Ausrichtung nach Süd, Südwest und Südost

Jens Burkhardt
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Aktualisiert: 6. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Eine PV-Anlage mit Ausrichtung nach Süd erzielt in Deutschland meist einen hohen Jahresertrag pro kWp. In unserem festen Vergleichsmodell erreicht Süd bei 35° 1.014 kWh/kWp; Südwest und Südost liegen bei 20–50° Neigung rund 6–8 % darunter. Das sind Modellwerte, keine Obergrenze für reale Standorte.

Dieser Artikel zeigt, welche Erträge Süd-, Südwest- und Südost-Anlagen je nach Dachneigung liefern und wann eine Ost-West- oder Nord-Süd-Belegung die bessere Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Süd-Referenz: 1.014 kWh/kWp im festen CLI-Modell, kein Deutschlandmittel
  • Südwest und Südost liefern im Beispiel bei 20–50° Neigung 928–958 kWh/kWp
  • Neigung: 30–35° als Orientierung; das genaue Optimum hängt vom Standort ab
  • Mehr nutzbare Dachfläche kann einen geringeren Ertrag pro kWp ausgleichen
  • Nord-Süd: Gesamtwert nach den kWp je Dachseite gewichten

Ist Süd die beste Ausrichtung für Photovoltaik-Anlagen?

Für hohen Jahresertrag pro kWp ist eine unverschattete Südfläche meist günstig. Wetter und Horizont können das genaue Optimum verschieben; den höchsten finanziellen Nutzen bestimmt zusätzlich der zeitgleiche Verbrauch. Mehr zum Einfluss aller Himmelsrichtungen zeigt der Ratgeber zur Dachausrichtung.

Am Sonnenmittag steht die Sonne im Tagesverlauf am höchsten. Das begünstigt Südflächen, bedeutet aber nicht, dass die Strahlen bei jeder Jahreszeit senkrecht auf ein 30–45°-Dach fallen. Die Verbraucherzentrale nennt Süd und etwa 30° als gute Orientierung.

Welches ist der beste Neigungswinkel für PV-Anlagen mit Südausrichtung?

Ein Neigungswinkel um 30–35° ist bei Süd ein guter Ausgangspunkt. Im festen Modell bleiben 20–50° innerhalb von rund 3 % des Referenzmaximums. Verschattung, Statik und Dachzustand müssen unabhängig davon passen.

Bitte beachten Sie folgenden Aspekt:

Das Jahresoptimum ist das Ergebnis einer Ertragssumme über das Jahr, kein einfacher Mittelwert der Sonnenstände. Steilere Südmodule können im Winter mehr Direktstrahlung aufnehmen, flachere sind im Sommer günstiger. Die früher genannten 65–80° im Winter und 25–30° im Sommer sind grobe geometrische Orientierung, keine standortübergreifend berechneten Saisonoptima.

Ertrag von PV-Südanlagen (Tabelle)

Die Tabelle erhält die Werte des bisherigen CLI-Modells „Deutschland zentral“, Stand August 2026. Die feste Süd-35°-Referenz beträgt 1.014 kWh/kWp. Ost und West sind in diesem Modell symmetrisch; reale Wetter- und Schattenunterschiede werden damit nicht abgebildet:

DachausrichtungDachneigungJahresertrag
Süd20°987 kWh/kWp
Süd30°1.010 kWh/kWp
Süd40°1.012 kWh/kWp
Süd50°992 kWh/kWp
Süd-West20°948 kWh/kWp
Süd-West30°958 kWh/kWp
Süd-West40°951 kWh/kWp
Süd-West50°928 kWh/kWp
Süd-Ost20°948 kWh/kWp
Süd-Ost30°958 kWh/kWp
Süd-Ost40°951 kWh/kWp
Süd-Ost50°928 kWh/kWp

Unser Neigungs- und Ausrichtungsrechner verwendet eine separate regionale Matrix im 5°-Raster und kann andere Zahlen liefern. Für eine konkrete Adresse eignet sich der PV-Ertragsrechner. Die Modellreferenz von 1.014 kWh/kWp ist weder ein Landesmittel noch eine Ertragsobergrenze.

Der frühere Bestandswert von 985 kWh/kWp für Süd bleibt als historische Auswertung 2011–2025, Stand 01.08.2026, erhalten. Er beschreibt andere Anlagen und darf nicht als direkte Vergleichsbasis für die Modellverluste verwendet werden.

Was ist besser: Süd oder Ost-West-Ausrichtung?

Im festen Modell liegt Süd bei 35° mit 1.014 kWh/kWp über Ost/West bei gleicher Neigung mit 813 kWh/kWp. Der Vergleich hält Modell und kWp gleich. Bei einem konkreten Standort können Schatten oder lokale Wetterunterschiede das Verhältnis verändern.

Eine beidseitige Ost-West-Belegung nutzt mehr Fläche als nur eine dieser Seiten. Eine allgemeine Verdopplung gegenüber einem Süddach folgt daraus nicht: Die Dachgeometrie ist unterschiedlich, und auch Süd-/Norddächer können beidseitig belegt werden.

Eine andere zeitliche Verteilung der Erzeugung kann den Eigenverbrauch erhöhen, wenn sie zum Lastprofil passt. Eine höhere Eigenverbrauchsquote oder genug Strom an jedem Abend sind damit nicht garantiert.

Insgesamt sind beide Montagekonzepte gut für private PV-Anlagen geeignet.

Photovoltaik Süd-West-Ausrichtung

Bei 20–50° Neigung liefert Südwest im festen Modell 928–958 kWh/kWp, also rund 92–94 % der Süd-35°-Referenz. Unter den gezeigten 10°-Tabellenschritten erreicht 30° den höchsten Wert; das ist kein exaktes Optimum für jede Adresse.

Diese Angaben beziehen sich auf die exakte Süd-West-Ausrichtung, also eine Abweichung von 45 Grad von der Südrichtung. Je stärker die Ausrichtung von Süden abweicht, desto geringer fällt der Ertrag aus.

Photovoltaik Ausrichtung Süd-Ost

Eine PV-Anlage mit Ausrichtung nach Süd-Ost liefert im festen Modell bei 20–50° Dachneigung 928–958 kWh/kWp. Diese Zahlen beschreiben die Beispielrechnung, keine allgemeine Ertragsspanne für alle Standorte.

Im symmetrischen Beispielmodell hat Südost dieselben Jahreswerte wie Südwest. Die Produktion ist eher vormittags begünstigt und kann zum Verbrauch passen. Reale Jahreswerte müssen wegen Wetter und Schatten nicht spiegelbildlich sein.

Photovoltaik Nord-Süd-Ausrichtung

Bei einem Satteldach mit Ost-West-First zeigen die Dachflächen nach Süd und Nord. Neben Süd kann die Nordseite des Hausdachs zusätzlich nutzbar sein. Firstrichtung und Ausrichtung der Modulflächen dürfen nicht verwechselt werden.

Aber ist eine doppelseitige Nord-Süd-PV-Anlage rentabel?

Bei 30–40° liefert Nord im Modell 537–621 kWh/kWp. Ob sich das rechnet, hängt vom Mehrpreis und dem zusätzlichen Stromnutzen ab. Bei gleicher Leistung auf beiden Seiten ergeben sich bei 35° (1.014 + 579) / 2 = 796,5 kWh/kWp für die Gesamtanlage. Bei ungleicher Leistung wird nach kWp gewichtet.

Bei flach geneigten Dächern mit 0–20° fällt der Jahresertrag der Nordseite im Modell mit 709–880 kWh/kWp höher aus. In solchen Fällen kann sich die beidseitige Nord-Süd-Belegung durchaus lohnen, insbesondere bei hohem Eigenverbrauch.

Welche Betriebe die Ausrichtung sauber einplanen und was die Anlage kostet, zeigt der Photovoltaik-Anbieter-Vergleich.

Vom Süddach zum konkreten Angebot

Süd, Südwest und Südost bieten meist gute Voraussetzungen für einen hohen Jahresertrag. Vergleichen Sie Angebote anhand derselben Belegung und lassen Sie Ertragsannahmen, Verschattung und mögliche Zusatzflächen getrennt ausweisen.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel können Sie kostenlos und unverbindlich bis zu fünf Angebote regionaler Fachbetriebe anfragen. Die Vermittlung hängt von Standort, Vorhaben und Partnerverfügbarkeit ab. So wird sichtbar, wie sich Preis und Leistung der konkreten Angebote unterscheiden.