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Photovoltaik-Standort prüfen: Anleitung

Letztes Update: 2. April 2021

Lesedauer: 5 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

Möchten Sie prüfen, ob sich Ihr Standort für eine Photovoltaik-Anlage lohnt?  In diesem Artikel zeige ich Ihnen genau welche Voraussetzungen und Bedingungen für den Photovoltaik-Standort gegeben sein müssen.

Voraussetzungen an den PV-Standort

Es gibt in Deutschland keine großen Voraussetzungen für eine eigene Photovoltaikanlage.  Es wird keine Baugenehmigung benötigt, es sei denn das Haus steht unter Denkmalschutz.  

Der Netzbetreiber ist dazu verpflichtet, den erzeugten Solarstrom abzunehmen und den benötigten Stromanschluss bereitzustellen.

Besitzen Sie ein Eigenheim, haben sie die wichtigste Voraussetzung bereits erfüllt. Wohnen Sie zur Miete gibt es die Möglichkeit einer Mini-Solaranlage

Einfamilienhaus Photovoltaik mit Wintergarten

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Es gibt ganz verschiedenen Dacharten. Welches Dach ist für Photovoltaik geeignet? Prinzipiell sind alle Typen geeignet.

Bei der Photovoltaik-Montage wird dann einfach das jeweils passendes Montagesystem verwendet.

Doch nicht jeder Standort ist für eine Photovoltaikanlage gleich gut geeignet. Es gibt eine ganze Reihe von Einflussfaktoren, welche den Ertrag und die Wirtschaftlichkeit stark beeinflussen. Schauen wir uns jetzt gemeinsam an, wie der Photovoltaik-Standort überprüft wird.

Standort für Photovoltaikanlage prüfen

1. Wie hoch ist die Einstrahlung am Standort?

Die Sonneneinstrahlung am Standort bestimmt das maximale Potenzial für die Photovoltaikanlage. Doch nicht nur direkte Sonneneinstrahlung liefert Energie. Photovoltaik funktioniert auch ohne Sonne.

Die wichtigste Kenngröße für die Einstrahlung am Standort heißt Globalstrahlung. Diese setzt sich aus der direkten Strahlung und aus diffuser Strahlung zusammen. Generell gilt: je südlicher der Photovoltaik-Standort, desto höher die jährliche Globalstrahlung.

Es gibt mehrere Dienste, welche die jährliche Globalstrahlung je nach Standort anzeigen.  Ich empfehle dazu die Übersichtskarten vom Deutschen Wetterdienst zu nutzen. 

2. Welche Ausrichtung hat das Dach?

Wie gut das Dach geeignet ist, hängt vor allem von der Ausrichtung ab. Die optimale Himmelsrichtung für eine Photovoltaikanlage ist Süden. 

Abweichungen führen zu schlechteren Ergebnissen, allerdings lohnen sich die meisten Dächer, so z.B. auch ein Ost-West Dach. In Sonderfällen kann sogar die Nordseite für Photovoltaik geeignet sein.

Wichtige Ressourcen:

Für die Ermittlung der genauen Ausrichtung ist ein Kompass hervorragend geeignet. Haben Sie keinen zur Hand? Dann empfehle ich eine kostenlose Kompass-App oder Google Earth zu verwenden.

3. Wie ist die Dachneigung?

Der Neigungswinkel der Photovoltaikanlage ist eine zentrale Einflussgröße. Strahlt die Sonne im 90° Winkel auf die Solarmodule, kann der maximale Photovoltaik-Wirkungsgrad erreicht werden.

Der Sonnenstand ändert sich aber im Tagesverlauf, sowie auch im Jahresverlauf. Im Winter steht die Sonne deutlich tiefer am Himmel, als im Süden.

Dementsprechend liefert eine niedrige Dachneigung im Sommer zu besseren Ergebnissen, dagegen sind im Winter steile Winkel vom Vorteil. Im Gesamtjahr liegt der optimale Neigungswinkel zwischen 30 und 45 Grad.

4. Gibt es Verschattung auf dem Dach?

Schatten verschlechtert die Ausbeute der Photovoltaikanlage. Dementsprechend ist es gut, wenn das Dach komplett frei von Schatten ist. Die Begutachtung sollte an verschiedenen Uhrzeiten und Jahreszeiten stattfinden,  denn schließlich ändert sich der Schatten abhängig vom Sonnenstand.

Wenn kleine Teilbereiche nur kurzfristig mit Schatten bedeckt sind, ist das kein Problem. Die einzelnen PV-Module haben Bypassdioden integriert, welche die Verluste verringern.

Sind auf dem Dach große Bereiche mit Schatten vorhanden, gibt es mehrere Möglichkeiten trotzdem eine PV-Anlage zu planen:

  • Flächen mit Schatten einfach freilassen
  • Schattenquellen beseitigen (z.B. Baum kürzen, oder Satellitenschüssel umsetzten)
  • Moduloptimierer einsetzen (z.B. SolarEdge)

5. Wie hoch wäre der Ertrag am Standort?

Haben Sie alle Daten zusammengetragen, lässt sich der Photovoltaik-Ertrag ermitteln. Der Ertrag von einer Photovoltaik Anlage kann unterschiedlich gemessen werden:

  • Jahresertrag in kWh
  • spezifischer Ertrag in kWh/kWp

Eine gute Photovoltaikanlage schafft in Deutschland etwa 1000 Kilowattstunden pro Kilowatt Peak im Jahr. Ist z.B. eine 7 kWp Anlage installiert, produziert diese 7000 kWh pro Jahr.

Um zu berechnen, wie es in ihrem Standort aussieht, können Sie den Photovoltaik-Ertragsrechner von Echtsolar nutzen.

Lohnt sich eine PV-Anlage am Standort?

Jetzt haben Sie ausgerechnet, wie hoch der wahrscheinliche Ertrag Ihre Solaranlage ausfallen wird. Doch lohnt sich das nun?

Das ist immer ein wenig von ihren persönlichen Präferenzen abhängig. Welche Ziele verfolgen sie mit einer Photovoltaikanlage? Geht es Ihnen nur um finanzielle Aspekte? Oder spielen z.B. ökologische Gedanken auch eine Rolle?

Die durchschnittliche PV-Anlage bringt eine Rendite von 3 bis 5 % im Jahr. Das ist bei dem moderaten Risiko,  aufgrund der staatlich garantierten Einspeisevergütung meiner Meinung nach sehr gut. Insbesondere im Vergleich mit anderen Geldanlagen.

Auf dem Girokonto gibt es keine oder sogar negative Zinsen. Der Aktienmarkt liefert gute Renditen, hat aber auch ein deutlich höheres Risiko (inklusive Volatilität).

Deshalb bietet sich Photovoltaik für die meisten Standorte an. Wollen Sie eine Vorschau für die Finanzen ihrer Photovoltaikanlage?

Nutzen Sie unseren Photovoltaik-Wirtschaftlichkeits-Rechner und prüfen Sie das Ergebnis ihres PV-Standorts.

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