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Lebensdauer vom Wechselrichter für PV-Anlagen


Letztes Update: 15. November 2021

Lesedauer: 5 Minuten

Jens Burkhardt

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Jens Burkhardt

In diesem Artikel geht es um die Lebensdauer von Wechselrichtern (für Photovoltaikanlagen). Sie werden lernen, mit welcher Haltbarkeit zu rechen ist, was man über die Garantie wissen muss und wie die Wechselrichter-Lebensdauer erhöht werden kann.

Durchschnittliche Lebensdauer vom Wechselrichter

Ein Wechselrichter für PV-Anlagen hält durchschnittlich 10 bis 15 Jahre. Ausfälle sind besonders häufig in den ersten 5 Jahren (Garantiezeitraum). Die Haltbarkeit kann bei qualitativen Wechselrichtern, durch gute Anlagendimensionierung und einen kühlen Standort erhöht werden. Im Idealfall beträgt die Lebensdauer vom Wechselrichter 20 Jahre oder mehr. 

Leider gibt es keine verlässlichen Daten zur mittleren Lebensdauer von spezifischen Wechselrichtern. Eine seriöse Quelle dazu kann es auch nicht geben, da die Haltbarkeit auch von externen Faktoren abhängig sind.

Ein Wechselrichter in einem kühlen Keller, wird z.B. tendenziell länger halten, als bei einer Außenmontage an der Hauswand. Starke Temperaturextreme- und Schwankungen führen zu vorzeitigen Alterserscheinungen.

Ausfallwahrscheinlichkeit (Badewannenverteilung)

Der Lebenszyklus eines Wechselrichters lässt sich gut mithilfe der Badewannenkurve darstellen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Wechselrichters lässt sich in 3 Zonen einteilen:

  1. Frühe Ausfälle (0 bis 4 Jahre)
  2. Zufallsausfälle (4 bis 13 Jahre)
  3. Alterserscheinungen (13 Jahre +)

In der ersten Phase nach Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage sind (im Vergleich) besonders viele Ausfälle von Wechselrichtern zu beobachten. In der Anfangszeit kann es passieren, dass ein essenzielles elektr. Bauteil einen Defekt erleidet. Der gesamte Wechselrichter ist nun kaputt. 

Eine häufige Fehlerursache sind Partikel und Verunreinigungen bei der Verarbeitung der IC-Chips. Die Ausfallwahrscheinlichkeit sinkt im Zeitverlauf, bis zur 2. Phase, immer weiter ab.

Frühe Ausfälle werden vom Garantiezeitraum des Wechselrichters gedeckt. Ein vorzeitiger Defekt stellt den Anlagenbesitzer daher vor kein größeres Problem.

Badewannenkurve

Badewannenkurve zeigt Ausfallwahrscheinlichkeit von Wechselrichter

© eigene Darstellung

In der zweiten Phase sind Ausfälle vom Wechselrichter eher unwahrscheinlich. In diesem Lebensabschnitt vom WR gilt die niedrigste Ausfallrate.

In der dritten Phase steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit vom WR immer weiter an. Jetzt treten Alterserscheinungen und Verschleiß zutage, die Störanfälligkeit nimmt zu.

Der Wechselrichter wird jetzt früher oder später die Gerätelebensdauer erreicht haben. Wie hoch die exakte Lebensdauer vom Wechselrichter ausfällt, ist nicht vorhersehbar.

Gibt es geplante Obsoleszenz bei Wechselrichtern?

Bei der geplante Obsoleszenz wird die Lebensdauer von Geräten künstlich begrenzt, damit das produzierende Unternehmen mehr Einheiten verkaufen kann.

Gibt es das auch auf dem Wechselrichter-Markt? Es gibt keine Beweise dafür, dass die Lebensdauer von Wechselrichtern bewusst verkürzt wird. 

Fakt ist aber, sollte ein Defekt auftreten, lohnt es sich meistens einen Reparatur-Service, anstatt eines Neugeräts auszuwählen.

Garantie von Wechselrichtern

Der durchschnittliche Wechselrichter hat eine Produktgarantie von 5 Jahren. Einige wenige Hersteller bieten gewöhnlich auch längere Garantien bis zu 10 Jahren an. 

Standardmäßig halten Wechselrichter länger, als die Garantie greift, allerdings ist die Lebensdauer vom Wechselrichter niedriger, als von der gesamten PV-Anlage. 

Es sollte daher bewusst sein, dass ein Austausch, ein Neukauf oder eine Reparatur vom WR, bei einer Laufzeit von 20 Jahren und mehr, statistisch gesehen sehr wahrscheinlich ist.

Macht eine Garantieverlängerung Sinn?

Die typischen 5 Jahre Garantie reichen wahrscheinlich nicht aus. Ist eine zusätzliche Garantieverlängerung sinnvoll? 

Häufig lohnt sich die Garantieverlängerung in finanzieller Hinsicht nicht, weil die Zusatzkosten sehr hoch ausfallen. Die Wechselrichterhersteller lassen sich damit sehr gut vergüten.

Wenn Sie eher risikoavers sind, dann bietet ihn diese Option etwas mehr Sicherheit. Allerdings könnte es passieren, dass der Hersteller im Garantiezeitraum insolvent wird. Dann nützt auch die lange Garantie nicht mehr viel. Daher ist eine externe Garantieverlängerung besser.

Meine Empfehlung lautet, auf die Garantieverlängerung zu verzichten! 

Selbst wenn die Lebensdauer vom Wechselrichter niedriger als erhofft ausfällt, kein Problem: Ein Austauschgerät oder die Reparatur ist immer noch günstiger. 

Als cleverer Anlagenbesitzer kalkulieren Sie den voraussichtlichen Defekt schon von Beginn an mit ein und bilden jährlich eine kleine Rücklage.

Was tun, wenn der Wechselrichter Defekt ist?

Ist der Wechselrichter kaputt? Dann ist es wichtig so schnell wie möglich für Ersatz zu sorgen. Jeder Tag, an dem die Photovoltaikanlage still steht, kostet Geld. 

Zunächst sollte der Solarteur verständigt werden. Dieser kann dann den Hersteller für ein Ersatzgerät oder eine Reparatur kontaktieren und den Prozess zum Laufen bringen.

Tipps für lange Lebensdauer von Wechselrichter

Was kann man tun, damit der Wechselrichter besonders lange hält?

Wahl eines seriösen Wechselrichter-Herstellers

Der wichtigste Punkt ist die Wahl eines qualitativen Herstellers. Das Unternehmen sollte auf Wechselrichter spezialisiert sein und schon einige Jahre am Markt sein, damit es bereits Erfahrungswerte gibt.

Mit folgenden Marken können Sie wenig falsch machen:

  • SMA
  • Fronius
  • SolarEdge
  • Kostal
  • Kaco

Noch mehr gute Wechselrichter-Hersteller finden Sie hier.

Regelmäßige Wartung von PV-Wechselrichter

Jede PV-Anlage benötigt eine regelmäßige Wartung. Dabei sollte auch der Status vom Wechselrichter überprüft werden. Eventuell auftretende Probleme können somit frühzeitig erkannt werden und wahrscheinlich noch in der Garantiezeit gelöst werden.

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