Nahansicht mehrerer Solarmodule im Sonnenlicht

Preisentwicklung Solarmodule: Chart und Prognose (09/2026)

Jens Burkhardt
LESEDAUER: 11 MINUTEN
Aktualisiert: 10. Oktober 2026
Jens Burkhardt

Die Preisentwicklung von Solarmodulen zeigt im September 2026 wieder nach unten. Gegenüber dem Tiefpunkt im Dezember 2025 sind Mainstream-Module dennoch um +30,0 % gestiegen. Mainstream-Module kosten aktuell 0,130 €/Wp statt 0,100 €/Wp.

Dieser Artikel zeigt den Verlauf im Monats- und Jahreschart seit 2016, erklärt die Ursachen des Anstiegs und ordnet ein, was für den Rest des Jahres zu erwarten ist. Welchen Anteil die Module am Gesamtpreis haben, steht im Überblick zu den Photovoltaik-Kosten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Aktuelles Niveau: Mainstream-Module kosten 0,130 €/Wp , Hocheffizienzmodule 0,145 €/Wp
  • Gegenüber dem Tiefpunkt im Dezember 2025 sind die Preise um +30,0 % gestiegen, im Jahresvergleich um +30,0 %
  • Hintergründe: Handelsbedingungen, Produktion und Nachfrage beeinflussen die Preise; ihre einzelnen Beiträge sind nicht aus dem Index ableitbar
  • Im September 2026 liegen die Preise in allen vier Kategorien unter dem Augustniveau
  • Langfristig bleibt der Preisverfall gewaltig. Der Abstand zum Jahresmittel 2016: -74,3 %
  • Die Module machen im 10-kWp-Modell ohne Speicher rund 8 Prozent des Anlagenpreises aus, gegenüber Dezember 2025 kosten die Module für 10 kWp im Großhandel etwa 300 € mehr
  • Prognose: die weitere Entwicklung bleibt unsicher; Monatsbewegungen sind keine Preisgarantie

Wie haben sich die Modulpreise zuletzt entwickelt?

Nach dem Anstieg im ersten Halbjahr sind die Modulpreise im September 2026 gegenüber August in allen vier Kategorien gesunken. Mainstream-Module kosten aktuell 0,130 €/Wp .

Der Monatschart zeigt den Rückgang bis Ende 2025, den Anstieg im ersten Halbjahr 2026 und das jüngste Nachgeben der Preise.

Gegenüber Dezember 2025 liegen alle vier Kategorien noch im Plus. Der stärkste prozentuale Anstieg entfällt inzwischen auf High Efficiency, der geringste auf Full Black.

KategoriePreis September 2026gg. Vormonatgg. Vorjahr
Low Cost 0,070 €/Wp -6,7 % +16,7 %
Mainstream 0,130 €/Wp -3,7 % +30,0 %
High Efficiency 0,145 €/Wp -3,3 % +26,1 %
Full Black 0,155 €/Wp -3,1 % +24,0 %

Daten aus dem Preisindex von pvXchange, europäischer Spotmarkt, netto.

Im September 2026 sinken die Preise gegenüber August um rund 3,1 Prozent bei Full Black, 3,3 Prozent bei High Efficiency, 3,7 Prozent bei Mainstream und 6,7 Prozent bei Low Cost. Bei längerfristigen Vergleichen ist eine Änderung der Kategorien zu beachten: Seit August trennt pvXchange Mainstream und High Efficiency bei 23,5 statt 23 Prozent Modulwirkungsgrad. Ein Teil der Augustbewegung beruht deshalb auf dieser neuen Zuordnung.

Langfristige Preisentwicklung seit 2016

Über zehn Jahre betrachtet bleibt der Preisverfall dramatisch. Ein Mainstream-Modul kostete 2016 im Jahresmittel rund 0,51 €/Wp, heute sind es 0,130 €/Wp . Der Abstand zum damaligen Niveau: -74,3 % .

Der Jahreschart macht sichtbar, dass der Weg nach unten nie geradlinig verlief. Auf jede Phase des Verfalls folgte eine Gegenbewegung.

Drei Abschnitte prägen den Verlauf:

  • 2016 bis 2020: Skaleneffekte und der Wechsel auf monokristalline PERC-Zellen drückten den Preis von 0,51 auf 0,24 €/Wp.
  • 2021 und 2022: Lieferkettenprobleme, teure Seefracht und knappes Polysilizium kehrten den Trend um, das Jahresmittel stieg wieder auf 0,31 €/Wp.
  • 2023 bis 2025: Massive Überkapazitäten in China ließen die Preise auf einen Monatswert von 0,10 €/Wp im Dezember 2025 fallen, unter erheblichem Wettbewerbsdruck.

Die Preise für ganze Anlagen sind dieser Bewegung nur gedämpft gefolgt, weil Montage und Handwerksleistung den größeren Teil ausmachen. Der Vergleich steht in der Preisentwicklung von Photovoltaik-Anlagen.

Warum steigen die Modulpreise wieder?

Der Anstieg seit Ende 2025 und das jüngste Nachgeben lassen sich nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen. Handelsbedingungen, verfügbare Ware und Nachfrage beeinflussen die Preise. Der Preisindex misst deren gemeinsames Ergebnis, nicht den Anteil jedes einzelnen Treibers.

Handelsbedingungen und Produktion

China hat die Mehrwertsteuer-Erstattung für Solarexporte zum 1. April 2026 gestrichen. Der Indexautor Martin Schachinger von pvXchange ordnete die angekündigte Änderung im Januar als möglichen Kostentreiber ein. Ankündigung und Inkrafttreten sind zeitlich zu unterscheiden; daraus folgt kein fester prozentualer Aufschlag auf jedes Modul.

Im Augustkommentar des Indexautors stehen dagegen Produktionsüberschüsse und Preisdruck bei Mainstream-Ware im Vordergrund. Das erklärt, warum sich Preise trotz höherer einzelner Kosten wieder entspannen können.

Nachfrage und Kategorienwechsel

Der Augustkommentar nennt vorgezogene Käufe angesichts unsicherer Förderbedingungen als möglichen Nachfragefaktor. Das ist eine Markteinschätzung, keine nachgewiesene Zerlegung des Preisindex.

Zugleich veränderte pvXchange die Grenze zwischen Mainstream und High Efficiency. Preisvergleiche über August 2026 hinweg enthalten deshalb auch einen Effekt aus der neuen Zusammensetzung der Kategorien. Aussagen über einzelne Technologien lassen sich aus dem Gesamtindex nur eingeschränkt ableiten.

Was der Preisanstieg für die Wirtschaftlichkeit bedeutet

Für die Wirtschaftlichkeit einer Hausdachanlage bleibt der Anstieg überschaubar, weil die Module im 10-kWp-Modell ohne Speicher rund 8 Prozent des Anlagenpreises ausmachen. Gegenüber Dezember 2025 steigt der rechnerische Moduleinkaufswert für 10 kWp um 300 €: (0,130 − 0,100) €/Wp × 10.000 Wp. Das entspricht knapp 2 Prozent des aktuellen Anlagenpreises, ist aber keine garantierte Änderung eines Komplettangebots.

Zum Vergleich: Die Spanne zwischen einem günstigen und einem teuren Angebot für dieselbe Anlage liegt bei mehreren Tausend Euro, was der Vergleich der Photovoltaik-Anbieter im Detail aufschlüsselt. Der Modulpreis ist damit die kleinste der Stellschrauben. Welche Posten tatsächlich ins Gewicht fallen, zeigt die Aufschlüsselung unter Preise für Solarmodule.

Gleichzeitig ist das Preisniveau historisch weiterhin extrem niedrig. Selbst nach dem Anstieg kostet ein Modul nur gut ein Viertel dessen, was 2016 aufgerufen wurde, bei deutlich höherem Wirkungsgrad und längeren Garantien.

Anders verläuft die Kurve auf der Speicherseite: Die Preisentwicklung bei Stromspeichern liegt im aktuellen Index unter dem Vorjahr; einzelne Monatswerte können trotzdem steigen.

Prognose: wie geht es 2026 und 2027 weiter?

Für den Rest des Jahres 2026 und für 2027 lässt sich aus dem aktuellen Index keine verlässliche Preiszusage ableiten. Die Septemberwerte zeigen eine kurzfristige Entspannung, während das Niveau über Ende 2025 liegt.

Der Augustkommentar von pvXchange beschreibt Überangebot in Teilen des Marktes, aber auch Unsicherheit über Handels- und Förderbedingungen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten: Bleibt viel Ware verfügbar, kann der Preisdruck anhalten. Werden Lieferungen knapper oder steigen Beschaffungskosten, können Preise wieder zulegen.

Für die Anlagenplanung ist deshalb eine belastbare Angebotskalkulation hilfreicher als ein punktgenauer Modulpreis für das nächste Jahr. Verglichen werden sollten identische Leistungen, Liefertermine und Garantiebedingungen.

Lohnt es sich, auf günstigere Module zu warten?

Eine Entscheidung allein wegen erwarteter Modulpreissenkungen ist wenig belastbar. Bei 1.300 € Moduleinkaufswert für 10 kWp entspräche ein Rückgang um 20 Prozent rechnerisch 260 €. Ob und wann ein Fachbetrieb diesen Vorteil im Komplettangebot weitergibt, ist offen.

Dem möglichen Preisvorteil stehen der während der Wartezeit entgangene Eigenverbrauch und mögliche Einspeiseerlöse gegenüber. Diese hängen vom Dach, Verbrauch und konkreten Angebot ab. Montagekosten und andere Komponenten können sich unabhängig von den Modulen verändern.

Auch die Förderung sollte mit aktuellem Rechtsstand gerechnet werden: Der Bundestag hat die EEG-Novelle 2027 am 24. September 2026 in erster Lesung beraten und an den Ausschuss überwiesen. Der Entwurf sieht Änderungen für neue Anlagen vor, ist damit aber noch kein geltendes Recht. Aus ihm folgt keine sichere allgemeine Kaufdeadline. Die aktuellen Regeln erläutert der Beitrag zur Einspeisevergütung.

Wie sich das Preisniveau kompletter Anlagen bewegt, zeigt der Photovoltaik-Kostenindex. Was die aktuellen Werte für eine bestimmte Anlagengröße bedeuten, rechnet der PV-Kostenrechner aus.

Anlage planen: jetzt Angebote vergleichen

Die Modulpreise liegen aktuell bei 0,130 €/Wp und damit trotz des Anstiegs auf historisch niedrigem Niveau. Über den Preis Ihrer Anlage entscheiden trotzdem andere Posten: Montage, Wechselrichter und die Kalkulation des Fachbetriebs. Solange keine Angebote vorliegen, bleibt jede Rechnung eine Schätzung.

Über das Formular direkt unter diesem Artikel erhalten Sie bis zu fünf individuelle Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region. Wenige Eckdaten zu Dach und Verbrauch genügen, das dauert rund eine Minute. Der Service ist kostenlos und unverbindlich, und Sie sehen im direkten Vergleich, welche Module die Betriebe einsetzen und was sie insgesamt berechnen.